Oppositionspartei in der DDR Die "Grüne Partei der DDR"

10. Januar 2022, 17:08 Uhr

Die Gründung einer "Grünen Partei der DDR" war angesichts der enormen Umweltschäden nur folgerichtig. Hervorgegangen waren die Grünen im Osten aus diversen Umweltgruppen, die es seit Mitte der 1980er-Jahre unter dem Dach der Kirche gab.

Am 24. November 1989 konstituierte sich die "Grüne Partei der DDR", formell ins Leben gerufen wurde sie aber erst auf ihrem Gründungsparteitag am 9. Februar 1990. Hervorgegangen waren die Grünen im Osten aus den diversen Umweltgruppen, die bereits seit Mitte der 1980er-Jahre unter dem Dach der Kirche in der DDR existiert hatten.

Immense Umweltzerstörung

Die wichtigsten Themen der Grünen waren die Umweltzerstörung durch die chemische Industrie im Raum Bitterfeld, den Uranbergbau und die enorme Luftverschmutzung durch die Verfeuerung der Braunkohle. Auch wandten sich die Grünen entschieden gegen die Nutzung der Kernkraft.

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Nur zwei Prozent bei Volkskammerwahl

Bei der ersten freien Volkskammerwahl am 18. März 1990 bekam die Grüne Partei lediglich zwei Prozent der Stimmen. Weil es damals keine Sperrklausel gab, zogen die Grünen jedoch mit immerhin acht Abgeordneten in die Volkskammer ein, unter ihnen Vera Wollenberger (später Lengsfeld) und Matthias Platzeck, Jahre später SPD-Ministerpräsident von Brandenburg. Am 3. Dezember 1990 vereinigte sich die Grüne Partei mit den bundesdeutschen Grünen.

Über dieses Thema berichtete der MDR im TV auch in "MDR extra - Als unsere Demokratie geboren wurde" 06.02. 2019 | 15:10 Uhr