Uranbergbau bei der "Wismut" Geschichten der Wismut: Hölle, Heimat, Kumpeltod

Feature von Sigfried Stadler

Hören Sie hier das MDR-Features "Hölle, Heimat, Kumpeltod" von Sigfried Stadler über die Geschichten der "Wismut". "Wismut" war der Tarnname für den Uranabbau im Erzgebirge, der ab 1946 von der DDR für die Sowjetunion betrieben wurde. In vier Jahrzehnten wurde die "Wismut" zum viertgrößten Produzenten von Uran auf der Welt.

Blick von oben auf grüne Landschaft mit Wiesen, Teich, Wald und vereinzelten Häusern im Erzgebirge
Blick auf den Kurpark Bad Schlema (Sachsen), der sich auf einer sanierten Uranbergbaufläche befindet Bildrechte: dpa

Wismut: Zwischen Hölle und Heimat

Die "Wismut" produzierte zwischen 1946 bis 1990 rund 216.350 Tonnen Uran für einen einzigen Abnehmer: die Sowjetunion. Das Ziel war die Bereitstellung von Uran für das Atomwaffenprogramm der Sowjetunion. In diesen Jahren wurde die DDR mit der "Wismut" zum viertgrößten Uranproduzenten der Welt. Mangelhafte Ausrüstung, radioaktive Belastung und Arbeitsunfälle zeichnen den Alltag der Bergmänner bei der Wismut. Nicht wenige erkranken im Laufe der Jahre an Lungenkrebs, Silikose oder sterben bei Unfällen

Die DDR und die Sowjetunion einigten sich darauf, die Tätigkeit des Unternehmens Ende 1990 einzustellen. Am 30. Oktober 1991 stimmte der Bundestag dem Vertrag mit der Sowjetunion zur "Wismut"-Übernahme zu. Damit übernahm Deutschland nach der Wiedervereinigung 1990 die alleinige Verantwortung für die Stilllegung, Sanierung und Rekultivierung des Bergbauunternehmens und der dazugehörigen Landschaften.

Das "Wismut"-Feature zum Nachhören

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In Ronneburg wurde in der DDR Uran abgebaut. Über gesundheitliche Belastungen wurde damals kaum gesprochen.

MDR FIGARO So 06.05.2007 09:00Uhr 04:30 min

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Barackensiedlung für die Wismut-Kumpel in Johanngeorgenstadt im Erzgebirge. Die Wismut AG lockte die Arbeiter regelrecht mit Annehmlichkeiten wie eigene Siedlungen und Krankenhäusern. 4 min
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Die "Wismut" ist lange Geschichte. Doch an den Stammtischen der einstigen Bergleute lebt die alte Zeit weiter.

MDR FIGARO So 06.05.2007 09:05Uhr 04:27 min

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"Glück auf" - das ist der Gruß der Bergbaukumpel unter Tage. Hier ein Eingang zu einem Wismut-Schachtgelände. 5 min
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Bergbau-Kumpel erzählen aus ihrem Alltag, wie das Gelände gesichert war und was sie verdienten.

MDR FIGARO So 06.05.2007 09:00Uhr 04:35 min

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Helmut Jobst, Brigitte Reimann und Siegfried Pietschmann beraten 1961 schreibende Arbeiter. 5 min
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