#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 29. September

1941: Massaker von "Babi Jar" bei Kiew

1941 ermordete ein SS-Sonderkommando mehr als 33.000 ukrainische Juden. Unter dem Vorwand einer Umsiedlung wurden die Menschen zur Schlucht "Babi Jar" (ukrainisch: Babyn Jar) nahe Kiew getrieben und dort nach und nach erschossen. Das grausame Massaker dauerte zwei Tage. An der Planung waren neben dem Ortskommandeur von Kiew auch Wehrmachtsoffiziere, Angehörige der Sicherheitspolizei, der Geheimen Feldpolizei und der Einsatzgruppe C beteiligt. Nach ihrer Niederlage in Stalingrad 1943 zwangen die Nationalsozialisten jüdische Arbeitskommandos, die Massengräber von Babi Jar zu beseitigen. Nach Abschluss der Arbeiten wurden auch sie erschossen. Die entsetzlichen Geschehnisse blieben der Öffentlichkeit lange verborgen. Erst nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden die Umstände des Massakers aufgearbeitet. Heute ist Babi Jar ein Ort des Gedenkens.

Massengrab des Massakers von "Babi Jar" bei Kiew 1941
Am 29. und 30. September 1941 ermordet das Sonderkommando 41 der Einsatzgruppe C über 33.000 Kiewer Juden. Bildrechte: dpa

1957: Walter Ulbricht fordert Jugendweihe für alle

1957 forderte SED-Chef Walter Ulbricht die Teilnahme aller Jugendlichen an der Jugendweihe. Sie erfülle einen Bildungsauftrag, dem sich Kinder und Jugendliche nicht entziehen dürften. Die Jugendweihe verlor damit ihren freiwilligen Charakter. Bei Verweigerung der Teilnahme mussten die Schülerinnen und Schüler mit Nachteilen in ihrer weiteren schulischen und beruflichen Laufbahn rechnen. In den 1970er- und 1980er-Jahren nahmen etwa 90 Prozent aller Kinder in der DDR an der Jugendweihe teil. Heute ist die Jugendweihe auf freiwilliger Basis fester Bestandteil in vielen ostdeutschen Familien.

Kinder bei einer Jugendweihe 1961. 2 min
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2 min

Fr 24.09.2021 13:36Uhr 02:19 min

https://www.mdr.de/geschichte/ddr/video-557338.html

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1992: Massengräber bei Bautzen entdeckt

1992 fanden Bundeswehrsoldaten Massengräber in Bautzen. Bei den Toten handelte es sich um ehemalige Häftlinge des Sowjetischen Speziallagers Nr. 4 aus den Jahren 1945-1950. Rund 3.000 Gefangene starben dort an Hunger, Krankheit oder Misshandlungen. Unter den Inhaftierten befanden sich vor allem NS-Kriegsverbrecher, ehemalige NSDAP-Funktionäre und Wehrmachtsoffiziere. Doch auch Gegner der Besatzungsmacht, angebliche Spione und willkürlich Verhaftete wurden eingesperrt. Eine individuelle Schuld wurde nie festgestellt.

Erwin Kowalke, Umbetter der Kriegsgräberfürsorge, beim Ausgraben eines Schädels.
Erwin Kowalke, Umbetter der Kriegsgräberfürsorge, beim Ausgraben eines Schädels in Bautzen. Bildrechte: dpa