#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 18. Oktober

1913: Völkerschlachtdenkmal wird eingeweiht

1913 wurde Deutschlands größtes Denkmal eingeweiht. Es wurde zum Gedenken an die 100.000 in der Völkerschlacht gefallenen oder verwundeten Soldaten gebaut. Die verbündeten Heere Russlands, Preußens, Österreichs und Schwedens errangen bei der Schlacht, die vom 16. bis 19. Oktober 1813 tobte, den entscheidenden Sieg über Napoleon und dessen Alliierte auf deutschem Boden.

Die Idee zu einem Denkmal stammt von Dichter Ernst Moritz Arndt, der 1894 den Deutschen Patriotenbund gründete. Das Ziel: Spenden für den Bau eines Denkmals zu sammeln. 1898 reichte die Summe dann aus, um den Grundstein zu legen. Übrigens: Das Völkerschlachtdenkmal ist 300.000 Tonnen schwer und 91 Meter hoch.

1953: Hungerstreik im Hoheneck-Frauenzuchthaus

Am 18. Oktober 1953 revoltierten die Frauen im DDR-Gefängnis Hoheneck und begonnen ihren Hungerstreik. Drei Tage hielten über 1.000 Frauen einen kollektiven Hungerstreik ab. Mit ihrem Streik wollten die Insassinnen eine Überprüfung ihrer Haftgründe und bessere Bedingungen erreichen. Der Erfolg des Streiks zeigte sich erst einige Monate später. Im Januar 1954 gab es in der DDR eine Amnestie und die Hälfte der Hoheneck-Häftlinge wurden entlassen.

Das Frauenzuchthaus Hoheneck war für seine schlechten Haftbedingungen berüchtigt. Die Zellen waren überfüllt und es gab Gewalt durch Mitgefangene oder Wärterinnen. Bis zu 23.000 Frauen sollen die Haftzeit im sächsischen Stollberg bis 1989 durchlebt haben. Heute wird das Areal der ehemaligen Haftanstalt zum Gedenkort umgebaut. 

1977: Stürmung des Flugzeuges "Landshut" in Mogadischu

Am 13. Oktober 1977 entführten palästinensischen Terroristen die deutsche Lufthansa-Maschine "Landshut" auf ihrem Flug von Palma de Mallorca nach Frankfurt am Main. Fünf Tage dauerte die Geiselnahme durch die Entführer, bis sie in Mogadischu in Somalia landen und die Bundesregierung der Freilassung der inhaftierten RAF-Mitgliedern zusagte. Doch bevor es wirklich dazu kam, stürmte am 18. Oktober 1977 eine bundesdeutsche Spezialeinheit den Flieger und befreite die Geiseln. Auch in der DDR gab es eine Anti-Terror-Truppe, die für einen solchen Fall trainierte.

1989: Führungswechsel bei SED

Der Druck auf die DDR-Führung war enorm. Seit Wochen versammelten sich tausende Menschen bei den Montagsdemos im ganzen Land um für Meinungsfreiheit, freie Wahlen und das Ende der SED-Herrschaft zu protestieren. Mit einem erzwungenen Führungswechsel versuchte die SED die Stimmung zu beruhigen. Das Politbüro forderte den 77-jährigen Erich Honecker zum Rücktritt auf - offiziell aus gesundheitlichen Gründen. Einstimmig beschloss das Zentralkomitee einen Tag zuvor gegen seinen Willen seine Absetzung.

Das ZK hat der Bitte Erich Honeckers entsprochen, ihn aus gesundheitlichen Gründen von der Funktion des Generalsekretärs, vom Amt des Staatsratsvorsitzenden und von der Funktion des Vorsitzenden des nationalen Verteidigungsrates der DDR zu entbinden.

Zentralkomitee am 18. Oktober 1989

Egon Krenz wurde Honeckers Nachfolger und übernahm den Posten als SED-Generalsekretär. Kurz darauf wurde er auch Staatsratsvorsitzender. Den DDR-Bürgern versprach Krenz eine Politik der "Wende" und ein Reisegesetz. Doch nur sieben Wochen lang konnte er die DDR anführen. Wegen anhaltender Bürgerproteste trat das ZK der SED am 3. Dezember 1989 zurück. Wenig später gab Krenz auch den Vorsitz des Staatsrates ab.