#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 28. Juli ...

1984: Ostblock boykottiert Teilnahme an Olympischen Spielen

Wie schon 1980 in Moskau, so sind auch 1984 in Los Angeles längst nicht alle Nationen bei den Olympischen Spielen vertreten.

Vor 37 Jahren boykottiert die Sowjetunion die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Los Angeles. Die UdSSR reagiert damit auf die Absage des Westens an die Spiele in Moskau 1980. Der Protest richtet sich damals gegen die Invasion der UdSSR in Afghanistan 1979.

Bei den olympischen Winterspielen im Februar 1984 in Sarajevo gewinnt die DDR die Nationenwertung und ist damit erstmals erfolgreicher als ihr großer sowjetischer Bruder. Ein Erfolg, der von der Deutscher-Turn- und Sportbund-Führung bei den Sommerspielen in Los Angeles unbedingt wiederholt werden soll.

Doch noch vor der Eröffnungsfeier zerplatzt dieser Traum. Am 8. Mai 1984 "revanchiert" sich die Sowjetunion für den vier Jahre zuvor begangenen West-Boykott und verkündet in Moskau das Fernbleiben ihrer Athleten bei den Spielen im kapitalistischen Ausland. Als offizieller Grund für die augenscheinliche Retourkutsche werden "Sicherheitsbedenken" genannt. Zwei Tage später muss sich die DDR-Staatsführung in Ost-Berlin dem Beschluss anschließen. Das ist Bitter für die DDR, die ihren Erfolg von den Spielen von Sarajevo gerne wiederholt hätte.

1941: Auschwitz-Häftlinge nach Pirna Sonnenstein überführt

Im Frühling 1941 werden auch KZ-Häftlinge in die NS-"Euthanasie"-Verbrechen einbezogen. Am 28. Juli findet vom KZ Auschwitz eine Deportation von 575 Häftlinge nach Sonnenstein bei Pirna statt. Diejenigen, die zu erschöpft, durch Krankheit oder anderen Gründen "arbeitsunfähig" waren, werden in "Euthanasie"-Anstalten wie Sonnenstein, Bernburg und Hartheim geschickt.

Auf der Webseite der Gedenkstätte Pirna Sonnenstein findet sich für dieses Vorgehen folgende Erklärung: "Da die SS in der ersten Hälfte des Jahres 1941 noch nicht über die technischen Voraussetzungen und die organisatorischen Erfahrungen für die Massenvernichtung verfügte, griff sie auf die mit den Krankenmorden beauftragte 'Organisation T4' zurück. Die 'T4' selektierte die Häftlinge, stellte die Transportlisten zusammen, organisierte die Überführung aus den Konzentrationslagern und die Ermordung in 'Euthanasie'-Anstalten. In den Konzentrationslagern wurde die Sterbeurkunde mit fingierter Todesursache und falschem Todesort ausgestellt." Insgesamt sollen, nach Angaben der Gedenkstätte in Pirna von Juni bis August 1941 mindestens 1.031 Häftlinge aus den Konzentrationslagern Auschwitz, Buchenwald und Sachsenhausen ermordet worden.

1914: Beginn Erster Weltkrieg

Am 28. Juni 1914 werden der österreichisch-ungarische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau in Sarajevo von dem serbischen Nationalisten Gavrilo Princip ermordet. Durch das Attentat sollte der von Russland unterstützte Wunsch nach einem von der Donaumonarchie (auch K.u.K.-Monarchie) unabhängigen Serbien unterstützt werden. Wenige Tage später stellt Deutschland Österreich-Ungarn einen "Blankoscheck" aus, indem sie der K.u.K-Monarchie Bündnistreue und Unterstützung für eine militärische Aktion auf dem Balkan zusichern.

Österreich-Ungarn stellt Serbien ein auf 48 Stunden festgesetztes Ultimatum mit weitreichenden Forderungen: Die österreichischen Behörden sollen in die Ermittlungen gegen die Hintermänner des Attentats einbezogen werden. Diese sollen strafrechtlich scharf verfolgt werden. Serbien kommt Österreich-Ungarn entgegen und akzeptiert die Bedingungen des Ultimatums, sofern sie nicht seine Souveränität einschränken. Doch Wien reicht das nicht aus. Österreich-Ungarn bricht die diplomatischen Beziehungen ab.

Am 28. Juli 1914 schlägt Wien die internationalen Vermittlungsversuche aus und erklärt Serbien den Krieg. Es ist der offizielle Beginn des Ersten Weltkrieges.