#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 1. Juli ...

1993: Bergleute im Kaliwerk treten in Hungerstreik

Zwölf Kumpel begannen 1993 in Bischofferode in Thüringen einen Hungerstreik. Sie kämpften für den Erhalt des Kalibergwerks "Thomas Müntzer". Schnell schlossen sich weitere Kumpel an: Aus zwölf wurden 23, schließlich mehr als 40 Menschen, die aus Protest gegen die mögliche Schließung ihres Werkes über Wochen hungerten. Insgesamt 81 Tage dauerte die Aktion. Der Hungerstreik wurde zum Symbol für den Kampf gegen die Privatisierungspolitik der Treuhand. Im Dezember 1993 schloss die Treuhand das Kaliwerk dann endgültig.


1996: Rechtschreibreform beschlossen

Die Kultusminister unterzeichneten 1996 die Neuregelung zur Rechtschreibung. Die deutsche Bevölkerung war von den neuen Regeln wenig begeistert. In der Übergangsphase bis 2005 wurde heftig über die Reform gestritten und sogar zum Boykott aufgerufen. Der daraufhin gegründete Rechtschreibrat justierte nach und brachte die "reformierte Reform" auf den Weg, die seit 2006 gilt. Was kaum bekannt ist: Die große Rechtschreibreform von 1996 ist gewissermaßen eine DDR-Erfindung. Denn im Osten war man in Sachen Orthografie-Anpassung stets deutlich weiter gewesen als im Westen. Warum lesen Sie hier.


2011: "Gondwanaland" im Zoo Leipzig eröffnet

Im Leipziger Zoo eröffnete 2011 der Großstadtdschungel "Gondwanaland". Auf einer Fläche von etwa zwei Fußballfeldern leben dort fast 200 exotischen Tier- und mehr als 500 Pflanzenarten in einem nahezu natürlichen Lebensraum. Das "Gondwanaland" ist die größte und artenreichste Tropenhalle Europas.

Durchs Gondwanaland sind in den zehn Jahren etwa zehn Millionen Besucherinnen und Besucher gegangen. Der Leipziger Zoo ist mit diesem neuen Magneten überregional sichtbar geblieben.

Jörg Junhold Direktor Zoo Leipzig

2011: Wehrpflicht ausgesetzt

Rund 55 Jahre nach ihrer Einführung setzte der Bundestag 2011 die Wehrpflicht aus. Seitdem ist der Wehrdienst freiwillig und kann sowohl von Männern als auch von Frauen wahrgenommen werden. Der Beschluss geht auf die Streitkräftereform zurück, mit der die Anzahl der Soldatinnen und Soldaten verkleinert werden sollte.