Der Baikalsee im Winter Von Eisstraßen, Schamanen und versunkenen Lastern

Eis auf Baikalsee
Der Baikalsee ist fünf Monate im Jahr zugefroren. Anfang Dezember beginnt er langsam von Nordosten aus zu gefrieren. Mitte Januar ist dann der gesamte Baikalsee zugefroren. Die Dicke der Eisschicht beträgt 80 bis 100 Zentimeter. Im äußersten Norden kann sie stellenweise auch 150 Zentimeter dick sein. Bildrechte: IMAGO
Ein Militärfahrzeug fährt auf einem zugefrohrenen See
Manche Orte am Baikalsee sind im Winter nur über die Eisstraßen zu erreichen. Die gesamte Versorgung der ansonsten von der Außenwelt abgeschlossenen Ortschaften wird über die Eisstraßen gewährleistet. Ein Zimnik führt aber auch hinüber nach Olchon, auf die größte und einzige bewohnte Baikalinsel. Bildrechte: IMAGO
Ein Verkehrsschild am Baikalsee
Tempo 30 und Überholverbot. Entlang der Eisstraßen sind überall Verkehrsschilder ins Eis gerammt. Bildrechte: IMAGO
Männern stehen mit Auto auf dem zugefrorenen Baikalsee
Manchmal aber reißt das Eis auch mit einem gewaltigen Krachen und eine mitunter kilometerlange Spalte tut sich plötzlich auf. Solche Eisspalten können auch den gesamten See durchziehen. In denen bei Nacht - so erzählen sich die Fahrer auf dem Baikal - schon ganze Laster versunken sind, weil die Fahrer nichts bemerkt hatten. Sie waren entweder zu müde oder zu besoffen. Bildrechte: IMAGO
Eistaucher im Baikal
Ein Eistaucher unter der dicken Eisschicht des Baikal. Unterm Eis im Wasser zu schweben, ist ein besonderes Abenteuer. Die Taucher sind mit Seilen und Karabinern gesichert, damit sie sich unter Wasser nicht verirren und den Weg zurück zum Eisloch finden. Bildrechte: IMAGO
Schamane Valentin Khagdaev posiert mit einer Rahmentrommel auf der Baikal-Insel Olkhon.
Schamanismus ist in der Gegend rund um den Baikalsee weit verbreitet. Der See und seine Insel Olchon gelten den Anwohnern als besonders heilig, weil sich dort einer Legende nach die 13 Himmelsgötter aufhalten sollen. Während ihrer Rituale schlagen die Schamanen unermüdlich auf ihre Trommeln, geraten in Trance und können in Verbindung zu den Geistern treten. Bildrechte: IMAGO
Eisbaden im gefrorenen Baikalsee
Die Banja, das Badehaus, ist eine typisch russische Einrichtung. Das Schwitzen gehört im Winter einfach zum russischen Leben dazu. Manche Russen haben sich mobile Banjas gebastelt. Diese ziehen sie im Winter auf den gefrorenen Baikal hinaus, um dort zu schwitzen und anschließend im eiskalten Wasser abzukühlen. Bildrechte: IMAGO
Zwei alte Fischer beim Fischfang auf dem gefrorenen Baikalsee.
Das Eisfischen ist eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Menschen, die am Baikalsee leben. Die Fische werden aus Eislöchern herausgefischt. Geduld braucht man beim Eisfischen und warme Kleidung. Ausgezeichnet sollen sich Hechte, Flußbarsche und Baikal-Omule fangen lassen. Bildrechte: IMAGO
Eis auf Baikalsee
Der Baikalsee ist fünf Monate im Jahr zugefroren. Anfang Dezember beginnt er langsam von Nordosten aus zu gefrieren. Mitte Januar ist dann der gesamte Baikalsee zugefroren. Die Dicke der Eisschicht beträgt 80 bis 100 Zentimeter. Im äußersten Norden kann sie stellenweise auch 150 Zentimeter dick sein. Bildrechte: IMAGO
Autos fahren entlang des Ufers des zugefrorenen Baikalsees.
Sobald der Baikalsee komplett zugefroren ist, werden von den örtlichen Behörden Eisstraßen eingerichtet, sogenannte Zimniki. Es sind abenteuerliche Pisten, die über blankes Eis führen. Oft gibt es Schneestürme. Bildrechte: IMAGO
Autounfall am Baikalsee
Auf den Straßen des Baikal kommt es gelegentlich auch zu Unfällen. Der Fahrer dieses PKW hat die Straße verlassen und ist in ein Eisloch gefallen. Die Bergung eines eingebrochenen Fahrzeugs ist eine ebenso zeitraubende wie gefährliche Arbeit. Bildrechte: dpa
Ein Verkehrszeichen an einer Straße über den zugefrorenen Baikalsee
Die Eisstraßen werden zwar täglich vom Schnee geräumt, sind aber spiegelglatt. Es gilt: Abstand halten! Bildrechte: IMAGO
Menschen beim Skating auf dem Baikalsee
Der gefrorene Baikal ist ein Eldorado für Schlittschuhläufer. Beliebt auch bei westlichen Touristen ist das Schlittschuhwandern. Angeboten werden von örtlichen Führern sowohl kurze Ausflüge als auch halbe Baikalumrundungen, die mehrere Wochen dauern. Übernachtet wird in Zelten auf dem Eis des Baikal. Bildrechte: IMAGO
Zwei Läufer beim 10-ten Baikal-Marathon.
Eine gewisse Tradition hat mittlerweile der "Baikal Ice Marathon", der immer Anfang März ausgetragen wird. Die Strecke führt auf einer markierten Piste vom Ost- zum Westufer des Baikal, von Tanchoi nach Listwjanka. Einheimische Läufer sollen noch nie dabei gewesen sein - bei etwa -17 Grad Celsius sei ihnen nicht nach einem Marathon zumute, heißt es. Bildrechte: IMAGO
Ein Mann läuft über den zugefrorenen Baikalsee
Ein einsamer Wanderer im scheinbar endlosen Weiß des Baikal. Es herrscht eine große Stille, nur unterbrochen vom eigenen Atemgeräusch und dem gelegentlichen Knacken des Eises. Bildrechte: IMAGO
Kinder mit Schlitten am Baikalsee
Festgefrorene Schiffe und Kinder mit selbstgebauten Schlitten auf dem Baikal. Bildrechte: IMAGO
Ein Lieferwagen fährt über den gefrorenen Baikalsee.
Das Ende der Eiszeit beginnt Anfang April. An der Südspitze des Sees beginnt das Eis langsam zu schmelzen. Das Tauwetter kann bis in den Juni hinein anhalten. Erst dann sind die letzten Eisstücke verschwunden. (SL)

Über dieses Thema berichtete MDR Kultur im:
Radio | 29.04.2017 | 09.05 Uhr
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