Fernwärme in Osteuropa

Fernwärmeleitungen in Leipzig.
Unter Fernwärme versteht man den Transport von Wärmemengen mit Hilfe von Wasser oder Dampf über längere Distanzen zur Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser. Der Transport erfolgt in geschlossenen Rohrleitungsnetzen, die sowohl in der Erde verlegt sein können, oft aber auch oberirdisch verlaufen. Die Idee, Wohnungen, Büros oder Fabriken mit der Wärme zu beheizen, die bei der Stromproduktion oder in Fabriken als Abwärme sowieso anfällt, ist bereits mehr als 100 Jahre alt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr die Fernwärme einen großen Aufschwung, vor allem im Osten Europas. In den RGW-Staaten war die Wärmeversorgung mittels Fernwärme außerordentlich verbreitet. Ganze Städte, wie etwa in der UdSSR, waren an das Fernwärmenetz angeschlossen. Auch in der DDR war Fernwärme, vor allem aus Mangel an Gas und Erdöl, sehr verbreitet. Nach 1990 schien die Zeit der Fernwärmesysteme zumindest im Osten Deutschlands abgelaufen, doch nach nur kurzer Zeit erfuhr sie eine ungeahnte Renaissance. In Osteuropa war das Fernwärmesystem hingegen nie in Frage gestellt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Klebstoff schnüffelnde Straßenkinder sitzen in einem Park neben dem Bahnhof der ukrainischen Hauptstadt Kiew auf Fernwärmerohren
Kiew, Ukraine Wie überall in der ehemaligen Sowjetunion bestimmen auch in der Ukraine Fernwärmerohre seit Jahrzehnten das Erscheinungsbild der Städte, vor allen in den Neubaugebieten. In den rauen Wintern richten – wie hier in Kiew - Obdachlose ihre Lager auf den warmen Rohren ein. Bildrechte: dpa
Fernwärmeleitungen in Leipzig.
Unter Fernwärme versteht man den Transport von Wärmemengen mit Hilfe von Wasser oder Dampf über längere Distanzen zur Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser. Der Transport erfolgt in geschlossenen Rohrleitungsnetzen, die sowohl in der Erde verlegt sein können, oft aber auch oberirdisch verlaufen. Die Idee, Wohnungen, Büros oder Fabriken mit der Wärme zu beheizen, die bei der Stromproduktion oder in Fabriken als Abwärme sowieso anfällt, ist bereits mehr als 100 Jahre alt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr die Fernwärme einen großen Aufschwung, vor allem im Osten Europas. In den RGW-Staaten war die Wärmeversorgung mittels Fernwärme außerordentlich verbreitet. Ganze Städte, wie etwa in der UdSSR, waren an das Fernwärmenetz angeschlossen. Auch in der DDR war Fernwärme, vor allem aus Mangel an Gas und Erdöl, sehr verbreitet. Nach 1990 schien die Zeit der Fernwärmesysteme zumindest im Osten Deutschlands abgelaufen, doch nach nur kurzer Zeit erfuhr sie eine ungeahnte Renaissance. In Osteuropa war das Fernwärmesystem hingegen nie in Frage gestellt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Jakutsk in Sibirien
Jakutsk, Russland In Sibirien werden seit Jahrzehnten bereits ganze Städte mit Fernwärme versorgt. Das Fernwärmesystem ist heute freilich nicht mehr sehr zuverlässig. Zum einen sind die Leitungen mittlerweile marode, so dass Schätzungen zufolge etwa zwei Drittel des warmen Wassers im Boden versickern. In manchen Städten sind die Rohre lediglich auf minus 38 Grad ausgelegt - viel zu wenig in Sibirien, wo die Temperaturen auch schon mal unter 50 Grad minus sinken können; versucht die Feuerwehr dann, die Rohre mit Schweißbrennern aufzutauen, bersten sie. In einigen abgelegenen Gegenden haben sich zudem Diebe darauf spezialisiert, die Rohre abzumontieren und als Altmetall zu verhökern … Bildrechte: dpa
Ein 65 Meter langer Fernwärmetunnel in Berlin 2014
Berlin, Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts war in Berlin mit dem Bau des ersten Fernwärmesystems begonnen worden. Freilich nicht aus ökologischen Aspekten, sondern aus Sorge um stete Brandgefahr, die von den Kohleöfen ausging. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Fernwärmesystem, vor allem im Ostteil der Stadt, enorm erweitert. Heute sind im Ostteil 50 Prozent der Wohnungen ans Fernwärmenetz angeschlossen, im Westen sind es 14 Prozent. Im Ganzen aber hat Berlin mit 1.500 Kilometern das längste Fernwärmenetz Europas. Bildrechte: IMAGO
Fernwärmeleitungen in Leipzig.
Leipzig, Deutschland Nach dem Ende der DDR wurde das System der Fernwärme zunächst als rückständig betrachtet, wenige Jahre später aber wiederbelebt. Die alten Leitungen wurden saniert und effiziente Heizhäuser errichtet. 2014 sind ein Drittel der Leipziger Wohnungen ans Fernwärmenetz angeschlossen.
(Über dieses Thema berichtete HEUTE IM OSTEN auch im TV: 23.11.2014 | 16:05 Uhr.)
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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