Filmland Rumänien Von "Borat" bis "Toni Erdmann"

Die Berge des Fagaras der Südkarpaten in Rumänien.
Nach einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC hatte die rumänische Filmindustrie 2015 einen Umsatz von 53 Millionen Euro - ausländische Produktionen machten dabei 80 Prozent aus. In der Tat ist Rumänien als Filmstandort bei ausländischen Filmemachern beliebt. 2003 entstand in den rumänischen Karpaten der US-Film "Unterwegs nach Cold Mountain" mit Nicole Kidman und Jude Law in den Hauptrollen. Bildrechte: IMAGO
Die Berge des Fagaras der Südkarpaten in Rumänien.
Nach einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC hatte die rumänische Filmindustrie 2015 einen Umsatz von 53 Millionen Euro - ausländische Produktionen machten dabei 80 Prozent aus. In der Tat ist Rumänien als Filmstandort bei ausländischen Filmemachern beliebt. 2003 entstand in den rumänischen Karpaten der US-Film "Unterwegs nach Cold Mountain" mit Nicole Kidman und Jude Law in den Hauptrollen. Bildrechte: IMAGO
Hauptdarsteller Sacha Cohen im Film "Borat", der 2006 in Rumänien gedreht wurde
Der Satirefilm "Borat" sorgte 2006 im doppelten Sinne für Aufregung. Die US-Filmproduktionsfirma 20th Century Fox nahm mit dem Kassenschlager Millionen Dollar ein. Der britische Schauspieler Sacha Baron Cohen trat im Streifen als kasachischer  Journalist auf. Bildrechte: IMAGO
Corvin Castle, Hunedoara in Rumänien
Rumänien lockt ausländische Filmemacher auch mit seinen jahrhundertealten Burgen: Im vorigen Jahr ließen die Universal Studios aus Hollywood den Fantansy-Streifen "Dragonheart 4" im Corvin-Schloss in Hunedoara  aufnehmen - es gehört zu einem der besterhaltenen mittelalterlichen Baudenkmäler in Südosteuropa. Selbst der Action-Film "Ghost Rider 2: Spirit of Venegeance" mit Nicolas Cage in der Hauptrolle wurde auf diesem Schloss gedreht. Bildrechte: IMAGO
Rumänischer Regisseur Cristian Mungiu erhält 2007 Goldene Palme in Cannes für seinen Film "Vier Monate, drei Wochen, zwei Tage"
Der rumänische Regisseur Cristian Mungiu ließ in einem solchen Wohnheim Szenen für seinen Film "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" drehen. Für das Abtreibungsdrama bekam Mungiu bei den Cannes-Filmfestspielen 2007 die Goldene Palme. Bildrechte: IMAGO
Szene aus "Ghost Rider: Spirit of Venegeance" mit Nicolas Cage, 2011 in Rumänien gedreht
2010 raste hier Nicolas Cage auf seiner Höllenmaschine - einem brennenden Motorrad - entlang. Bildrechte: IMAGO
Der ehemalige Präsidentenpalast Ceausescus in Bukarest
Rumänien würde damit zur ernsthaften Konkurrenz für osteuropäische Filmländer wie Ungarn und Tschechien. Und die hätten auch nicht einen solch riesiges Haus, wie der einstige Ceausescu-Palast. Der heutige Sitz des Parlaments war in den vergangenen Jahren mehrmals die Kulisse für einen Horrorfilm. Bildrechte: MDR/Annett Müller
Filmplakat für den US-Film "Cold Mountain" im Jahr 2003 mit Nicole Kidman
Der britische Regisseur Anthony Minghella hatte für seinen Epos über den Amerikanischen Bürgerkrieg (1981 bis 1865) keinen passenden Drehort in den USA gefunden. Bildrechte: IMAGO
Dreharbeiten in den rumänischen Karpaten für den US-Film Cold Mountain im Jahr 2003
Daraufhin sah sich Regisseur Minghella im rumänischen Teil der Karpaten um: Die Landschaft dort ist noch so ursprünglich, dass sie die perfekte Kulisse ist, um Geschichten aus der Vergangenheit zu erzählen. Minghella ließ eine ganze Ortschaft inmitten der Karpaten aufbauen und arrangierte die Umgebung so, dass man dachte, man sei im 19. Jahrhundert in den amerikanischen Südstaaten. Bildrechte: IMAGO
Ausschnitt aus der US-Satire "Borat", aus dem Jahr 2006, gedreht im rumänischen Dorf Glod
Nur wurde der Film nicht in Kasachstan gedreht, sondern im rumänischen Dorf "Glod" (auf Deutsch "Schlamm"), das zu unerwartetem Weltruhm gelangte. Die alltägliche Armut im Roma-Dorf war für die US-Produzenten die perfekte Filmkulisse. Bildrechte: IMAGO
Dreharbeiten, 2006 in Rumänien, für den Film Borat
Doch die Dorfbewohner waren völlig überrascht, als sie nach Filmstart in aller Munde waren. Sie erklärten, man habe ihnen weisgemacht, es entstünde eine Dokumentation über Armut. Von der US-Produktionsfirma 20th Century Fox verlangten sie für die Irreführung eine Entschädigung in Millionenhöhe - jedoch ohne Erfolg. Das Dorf verlor den Gerichtsprozess in New York. Bildrechte: IMAGO
4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage
Doch warum überhaupt in Rumänien drehen? Das südosteuropäische Land überzeugt nicht nur mit seiner spektakulären Natur oder mit jahrhundertealten Bauten. Viele Orte erinnern heute noch an die kommunistische Zeit bis 1989, wie die Studentenwohnheime der Stadt, die noch eine kommunistische Patina haben. Bildrechte: IMAGO
Serpentinenartige Transfogarascher Hochgebirgsstraße
Doch trotz berühmter Regisseure und schöner Landschaften kann Rumänien als Filmland nur schwerlich mit Ungarn oder Tschechien konkurrieren. Grund: Die beiden Länder subventionieren bis zu einem Viertel die Kosten bei ausländischen Filmproduktionen oder geben entsprechende Steuerrabatte. Dennoch wurde "Ghost Rider 2: Spirit of Venegeance" in Rumänien gedreht. Vielleicht überzeugte das Filmteam die spektakuläre Transfogarascher Hochstraße in Siebenbürgen. Bildrechte: MDR/Annett Müller
großer Platz mit Wasserbecken, Grünanlagen und dreispurigen Fahrbahnen, die um Springbrunnen führen, viel großflächige Werbung
Mit Steuervergünstigungen und Staatshilfen könnte die rumänische Filmbranche jährlich sieben Mal mehr einnehmen als bislang. Das prognostiziert zumindest die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC in ihrer Studie von 2015. Bildrechte: Annett Müller/MDR
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