Mark Forster
Zweisprachig aufgewachsen: Sänger Mark Forster Bildrechte: dpa

Mark Forster besinnt sich auf polnische Wurzeln

Der Sänger Mark Forster, der heute für den Echo nominiert ist, heißt eigentlich Mark Ćwiertnia und ist "halber Pole". Das werde ihm besonders zum Jahresende bewusst, sagt der Sänger.

von Alicja Malinowski

Mark Forster
Zweisprachig aufgewachsen: Sänger Mark Forster Bildrechte: dpa

Mark Forster heißt eigentlich Mark Ćwiertnia. Als Sohn einer polnischen Mutter und eines deutschen Vaters ist er in Winnweiler in der Nähe von Kaiserslautern aufgewachsen. Mark Forster ist, wie er in Interviews immer wieder betont, zweisprachig erzogen worden.

Dies hat er natürlich seiner Mutter Agnieszka zu verdanken, die ihren Sohn bis heute Marek nennt, die polnische Entsprechung von Mark. Wobei die Erfahrungen mit den polnischen Wurzeln nicht immer spaßig waren:

Dann musste ich montags immer in so eine polnische Tanzgruppe - eine für Jugendliche von der polnischen Kirche organisierte Tanzgruppe. Ich und alle die da waren, wurden gezwungen dort zu sein.

Mark Forster im MDR Riverboat

"Halber Pole"

Mit 18 sei er dann zumindest diesem polnischen Kulturgut entflohen. Trotz der Zwangstanzkurse seiner Mutter hat Mark Forster ein sehr inniges Verhältnis zum Nachbarland Polen. Obwohl er dort nie gelebt hat, fühle er sich als halber Pole. Forster war als Kind sehr oft in Polen gewesen - in den Sommerferien, zu Weihnachten und Ostern.

Mark Forster
Bildrechte: dpa

"Wenn ich an Polen denke, ist da immer Feiertag – in die Kirche gehen, Eier verstecken oder Geschenke kriegen. Jeder, der eine polnische Frau oder Mutter hat, weiß, dass es eine sehr intensive Erfahrung ist", sagt Forster in einem Interview mit dem Radiosender HIT RADIO FFH.

Weihnachten ist "eine totale Konstante"

Gerade in der Weihnachtszeit ist es für den Musiker wichtig, sich auf seine Herkunft zu besinnen. Mark Forster feiert Weihnachten klassisch polnisch. Das heißt: "Weihnachten ist alles so, wie’s immer war. Für mich ist Weihnachten eine totale Konstante", sagte Forster in einem Interview mit dem Privatsender VOX, wo er auch als Moderator aktiv ist.

Er geht mit seiner Familie in die Kirche, die ganze Familie sitzt zusammen am Tisch und alle essen viel. Gern würde Forster, so bekannte er einmal in einem Interview, für ein oder zwei Jahre in Polen leben, um zu sehen, wie sich das wahre Leben dort abspielt.

Forster singt erstmals ein polnisches Lied

Beim Weihnachtskonzert "Sing meinen Song" sang Mark Forster im November 2017 erstmals öffentlich ein polnisches Lied. Mit dem traditionellen Weihnachtslied "Lulajże, Jezuniu" (Schlafe, Jesulein) sang sich Mark Forster in die Herzen seiner deutschen und polnischen Fangemeinde und überraschte seine Familie. "Lulajże, Jezuniu“ zählt zu den berühmtesten polnischen Weihnachtsliedern. Die polnischen Medien lobten Mark Forsters "akzentfreie" Aussprache.

Schlafe, Jesulein, mein kleines Perlchen,
schlafe, mein allerliebstes Kerlchen,
Schlafe, Jesulein, schlaf ein,
Und Du, Mutter, trockne seine Tränlein.

Hit-Garant

Forsters Markenzeichen sind: Baseballkappe, Brille, Bart und immer ein Lächeln auf den Lippen. Seine Lieder laufen seit einigen Jahren auf allen Radiostationen. Mit "Sowieso" erreichte er allein auf Youtube rund 20 Millionen Abrufe. Sein Hit "Wir sind groß" war der Soundtrack der Fußball-EM 2016. 

Mark Forster
Mark Forster feiert 2015 in Bremen seinen Sieg im "Bundesvision Song Contest". Bildrechte: dpa

Mit der Single "Bauch und Kopf" vertrat Mark Forster auch sein Bundesland Rheinland-Pfalz erfolgreich beim "Bundesvision Song Contest 2015". Darüber hinaus wirkte er als Juror in der TV-Castingshow "The Voice Kids" mit und ist seit 2017 neuer Gastgeber der fünften Staffel von "Sing meinen Song – Das Tauschkonzert"  Mark Forster ist derzeit tatsächlich einer der angesagtesten deutschsprachigen Sänger.

In Polen ist Mark Forster bislang noch nicht aufgetreten. Nach seiner Darbietung von "Lulajże, Jezuniu" könnte sich das aber vielleicht bald ändern.

Über dieses Thema berichtete MDR auch bei: "Riverboat" | 26.05.2017 | 22.00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Januar 2018, 14:59 Uhr