Rumänien Schlusslicht beim Recyceln

Zwei Hände halten drei Mobiltelefone
Ob die Mobiltelefone noch funktionieren? Schwer zu sagen. Der Finder jedenfalls will sie ausprobieren. Bildrechte: Adrian Dohotaru
Das Gelände von Pata Rat am Stadtrand von Cluj-Napoca (Rumänien) wird seit den 1970er-Jahren für Abfall genutzt.
Das Gelände von Pata Rat am Stadtrand von Cluj-Napoca wird seit den 1970er-Jahren für Abfall genutzt. Drei Mülldeponien sind seither dort entstanden. Laut einer Studie des Europäischen Zentrums für die Rechte der Roma (ERRC) ist Pata Rat aufgrund der Schadstoffe in der Luft und im Boden "völlig ungeeignet zum Leben". Dennoch leben rund um die Deponien über 1.500 Roma. Ein Teil von ihnen arbeitet auf der Halde. Bildrechte: Adrian Dohotaru
Schaufelbagger zum Umgraben des Mülls: Auf dem Reklameschild wirbt die Stadt Cluj-Napoca für Abfallrecycling.
Schaufelbagger zum Umgraben des Mülls: Auf dem Reklameschild wird für Abfallrecycling und eine saubere Stadt geworben. In Wirklichkeit lässt sich Cluj-Napoca den Müll erst auf den Deponien von Roma sortieren. Würde es diese billigen Tagelöhner nicht geben, wäre die Umweltverschmutzung durch die Deponien deutlich höher. Bildrechte: Adrian Dohotaru
Arbeiter auf der rumänischen Mülldeponie von Pata Rat (Rumänien), Krähen fliegen über der Halde
Rumänien gehört in Sachen Mülltrennung zu den Schlusslichtern der EU. Nur ein Bruchteil des Mülls wird überhaupt getrennt, bevor er auf Deponien wandert. Bildrechte: Adrian Dohotaru
Roma sortieren den Müll auf der Deponie von Pata Rat (Rumänien) und suchen nach Essbarem
Bis zum Jahr 2020 hat sich Rumänien verpflichtet, mindestens 50 Prozent des Hausmülls zu trennen. Bei Nichterfüllung muss das osteuropäische Land laut EU-Regelung eine Strafe von 200.000 Euro pro Tag an die EU-Kommission zahlen. Bildrechte: Adrian Dohotaru
Rumänien produziert EU-weit pro Kopf die kleinste Menge an Hausmüll
Auch wenn Rumänien beim Recyceln hinterherhinkt, eine gute Nachricht gibt es dennoch aus dem Land: Rumänien produziert EU-weit pro Kopf die kleinste Abfallmenge: 254 Kilogramm pro Jahr. Die Deutschen liegen bei 616 Kilogramm pro Person. Bildrechte: Adrian Dohotaru
Sinti-Familie in Siebenbürgen sammelt Altmetall auf einer Müllkippe
Die Stadtverwaltung von Cluj-Napoca hat einen Teil der Roma rund um die Deponie von Pata Rat zwangsangesiedelt und offenkundig darauf gesetzt, dass die Roma versuchen werden, vom Müll zu leben. Bildrechte: IMAGO
Roma wohnen in improvisierten Bretterverschlägen neben der Müllkippe von Pata Rat (Rumänien)
An Selbstironie fehlt es den Roma, die neben den Deponien leben nicht. Sie haben ihre Siedlungen nach Dallas I und Dallas II benannt - als Kontrast zum Reichtum in der  US-Erdölstadt Dallas. Wer nahe des Müllberges lebt, gehört zu den Ärmsten der Armen. Gewohnt wird in improvisierten Verschlägen aus Holz, Presspappe und Kunststoffplatten, oft ohne Wasser, Strom und Kanalisation, dafür mit Schweinestall. Bildrechte: Adrian Dohotaru
Zwei Hände halten drei Mobiltelefone
Ob die Mobiltelefone noch funktionieren? Schwer zu sagen. Der Finder jedenfalls will sie ausprobieren. Bildrechte: Adrian Dohotaru
Abfalltonnen für Flaschen, Papier und Plastik in der rumänischen Hauptstadt Bukarest
Abfalltonnen für Flaschen, Papier und Plastik gibt es in Cluj-Napoca seit dem Jahr 2011. Laut Eurobarometer der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2013 sind jedoch nur 50 Prozent der Rumänen bereit, ihren Hausmüll zu trennen, bevor er auf die Deponie gelangt. In allen anderen EU-Ländern erklären sich deutlich mehr Menschen dazu bereit. In Deutschland sind es 98 Prozent der Befragten. Bildrechte: Annett Müller/MDR
Der Anthropologe Adrian Dohotaru (rechts) heuerte im November 2015 als Tagelöhner auf der Mülldeponie in Pata Rat an. Links neben ihm ein Roma, der seit Jahren den Müll auf der Deponie sortiert.
Der Anthropologe Adrian Dohotaru (rechts) heuerte im November 2015 als Tagelöhner auf der Mülldeponie in Pata Rat an. Eine Arbeit, die in der Regel nur Roma machen: Der 22-jährige Gabi arbeitet seit zwölf Jahren auf der Halde. Dohotaru blieb hingegen nur drei Tage lang. Bildrechte: Adrian Dohotaru
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