Ungarn Die CEU, Viktor Orbán und George Soros

Viktor Orban (1989 auf dem Hosök-Platz in Budapest)
Viktor Orbán hat George Soros viel zu verdanken. Möglicherweise hätte der junge Liberale seine politische Karriere ohne Soros' Hilfe gar nicht starten können. Nach seinem Studium arbeitete Viktor Orbán von April 1988 an für die von George Soros begründete "Foundation of Central Europa Research Group" in Budapest. Ein Jahr später bekam er von Soros ein Stipendium für einen Forschungsaufenthalt zum Studium der Geschichte der englischen Philosophie am Pembroke College in Oxford. Interessant ist, dass viele aus dem heutigen Fidesz-Führungsstab ebenfalls mithilfe von Soros-Stipendien im Ausland studieren konnten. (Im Bild: Viktor Orbán 1989 auf dem Heldenplatz in Budapest.) Bildrechte: dpa
Viktor Orban (1989 auf dem Hosök-Platz in Budapest)
Viktor Orbán hat George Soros viel zu verdanken. Möglicherweise hätte der junge Liberale seine politische Karriere ohne Soros' Hilfe gar nicht starten können. Nach seinem Studium arbeitete Viktor Orbán von April 1988 an für die von George Soros begründete "Foundation of Central Europa Research Group" in Budapest. Ein Jahr später bekam er von Soros ein Stipendium für einen Forschungsaufenthalt zum Studium der Geschichte der englischen Philosophie am Pembroke College in Oxford. Interessant ist, dass viele aus dem heutigen Fidesz-Führungsstab ebenfalls mithilfe von Soros-Stipendien im Ausland studieren konnten. (Im Bild: Viktor Orbán 1989 auf dem Heldenplatz in Budapest.) Bildrechte: dpa
CEU Gebäude
Die CEU ist eine sowohl in den USA als auch in Ungarn gemeldete private Universität, die sich den Werten der Demokratie und den Menschenrechten verpflichtet fühlt. Bildrechte: Piroska Bakos / mdr
Minister Gordon Bajnai
Damals wollte Gordon Bajnai, ungarischer Ministerpräsident von 2009 bis 2010, in die ungarische Politik zurückkehren. Bajnai wurde von Soros finanziell unterstützt. Orbán fürchtete sich vor Bajnais Einfluss und erklärte ihn zu seinem politischen Hauptfeind. Bajnai versuche, so Orbán damals, links-liberale Kräfte gegen ihn in Stellung zu bringen. (Im Bild: Gordon Bajnai, 2012) Bildrechte: dpa
Präsident Viktor Orban
Orbán warf Soros etwa vor, die Flüchtlingsströme 2015 initiiert zu haben, um Ungarn und überhaupt Europa zu zerstören. Auch macht er ihn für Ungarns schlechtes Image in der Welt verantwortlich: Soros, so Orbán, würde westlichen Politikern einflüstern, dass er, Orbán, schlecht für Ungarn sei. "Der Mund gehört Clinton, aber die Stimme ist die von Soros", erkärte Orbán einmal, als Hillary Clinton seine Politik kritisierte. Bildrechte: IMAGO
CEU Gebäude
2016 drohte Viktor Orbán, den von Soros symbolisierten Kräften stünden harte Zeiten bevor. Nicht nur in Ungarn. Zunächst wurden die Rechte der auch von Soros finanzierten NGO's in Ungarn beschnitten. Die Existenz der CEU empfindet Orbán ohnehin als Skandal. Im Frühjahr 2017 blies er zum Generalangriff auf Soros' Universität CEU. Man müsse aus "Gründen der nationalen Sicherheit" steuern können, wer und warum in Ungarn studiere und was man ihm unterrichte, ließ er seinen zuständigen Minister verkünden. 2021 würde die CEU unwiederruflich geschlossen. Bildrechte: Piroska Bakos / mdr
George Soros
Und wie reagiert George Soros auf die Angriffe aus seinem Heimatland? - "Ich nehme das nicht persönlich", sagte er 2016 in einem Gespräch mit dem SPIEGEL. "Die Angriffe bestärken mich in meinen Prinzipien." (Im Bild: George Soros, 2017.)

Über dieses Thema berichtete HEUTE IM OSTEN auch in MDR AKTUELL im TV | 07.04.2017 | 17:45 Uhr.
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