Blühende Bäume vor Schloss Albrechtsburg in Meißen
Von Dresden mit dem Fahrrad nach Meißen: Nach ungefähr 40 Kilometern Radtour wird man mit einem Blick auf die Albrechtsburg belohnt. Bildrechte: Philipp Baumgärtner

Elberadweg Entlang der Elbe: Mit dem Fahrrad Kultur rund um Dresden entdecken

26. Juli 2023, 04:00 Uhr

Der Elberadweg von Dresden nach Meißen gilt als eine der schönsten Radtouren Deutschlands. 40 Kilometer misst die Strecke, auf der sich Pausen an vielen Sehenswürdigkeiten lohnen: Sei es Schloss Pillnitz, die Semperoper Dresden, das Karl-May-Museum Radebeul oder die Albrechtsburg in Meißen. Die Strecke ist nahezu durchgängig asphaltiert und eignet sich daher auch für Anfänger und Familien. Das ist unsere Empfehlung für eine schöne Tagestour auf dem Elberadweg:

Elberadweg zwischen Dresden und Meißen Länge: 26 km
Fahrzeit: ca. 3-4 Stunden
Schwierigkeit: Leicht
Kondition: Leicht
Familienfreundlich: ja

Start: Von Schloss Pillnitz auf den Elberadweg

Unsere Tour beginnt am berühmten Schloss Pillnitz, das auch für seinen Park bekannt ist. Das frühere Lustschloss und die Sommerresidenz des sächsischen Königshauses ist beliebtes Touristenziel. Für die Anreise empfiehlt sich, entweder mit der S-Bahn nach Heidenau oder Pirna zu fahren und von dort das Schloss zu erreichen oder man fährt direkt mit dem Fahrrad hin.

Blick auf das Wasserpalais in Pillnitz, davor fließt die Elbe
Das Wasserpalais Dresden liegt malerisch an der Elbe. Die Dächer und Gesimse haben chinesische Einflüsse - damals ein Wunsch Augusts des Starken. Bildrechte: Philipp Baumgärtner

Am Schloss Pillnitz verbindet eine Fähre Nord- und Südufer miteinander. Man kann sich also entscheiden, auf welcher Seite man den Elberadweg fährt. Die Überfahrt kostet pro Radfahrer drei Euro. Wir empfehlen das Südufer, da man sich dort den Weg nicht mit Autos teilen muss. Außerdem ist das Südufer bei Laubegast besonders schön und lädt mit vielen Restaurants und Cafés schon zu einer ersten Einkehr ein. Der Radweg ist (übrigens bis nach Meißen) durchweg gut gekennzeichnet und kaum zu verfehlen.

Mehr Informationen zum Schloss Pillnitz (zum Aufklappen)

Schloss & Park Pillnitz
Adresse:
August-Böckstiegel-Straße 2
01326 Dresden

Öffnungszeiten Park & Palmenhaus:
Täglich von 9 bis 18 Uhr (Der Park öffnet um 6 Uhr, ab 9 Uhr ist er kostenpflichtig)

Öffnungszeiten Schlossmuseum & Kunstgewerbemuseum:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

Das "Blaue Wunder" in Dresden und die Elbschlösser

Nach den ersten sieben Kilometern ist schon das erste Dresdner Wahrzeichen zu sehen: Die Brücke "Blaues Wunder" wurde 1893 fertiggestellt und verbindet die Villenviertel Loschwitz und Blasewitz miteinander. Auf der Loschwitzer Seite sieht man, in den Berg eingelassen, links die Standseil- und rechts die Schwebebahn, die auf die Berge führen.

Galerie Die Radtour von Pillnitz nach Meißen in Bildern

Radtour Pillnitz-Meißen
Am Schloss Pillnitz verbindet eine Fähre Nord- und Südufer miteinander. Diesen Blick erhält man vom Südufer schauend. Bildrechte: Philipp Baumgärtner
Radtour Pillnitz-Meißen
Am Schloss Pillnitz verbindet eine Fähre Nord- und Südufer miteinander. Diesen Blick erhält man vom Südufer schauend. Bildrechte: Philipp Baumgärtner
Brücke Blaues Wunder
Eins der Wahrzeichen Dresdens: Das Blaue Wunder wurde 1893 fertiggestellt und verbindet die Villenviertel Loschwitz und Blasewitz miteinander. Bildrechte: Philipp Baumgärtner
Radtour Pillnitz-Meißen
Kurz hinter dem Blauen Wunder reihen sich Schloss Albrechtsberg, das Lingnerschloss und Schloss Eckberg aneinander. Bildrechte: Philipp Baumgärtner
Altstadt
Als "Canaletto-Blick" berühmt geworden: Die Sicht vom Königsufer auf die Dresdner Sehenswürdigkeiten Bildrechte: Philipp Baumgärtner
Altstadt
Blick auf die Semperoper Dresden und den Zwinger mit der Gemäldegalerie Alte Meister Bildrechte: Philipp Baumgärtner
Altstadt
Die Dresdener Augustusbrücke verbindet Alt- und Neustadt. Bildrechte: Philipp Baumgärtner
Kühe weiden an Flußufer
Auch Liebhaber der tierischen Kultur kommen auf ihre Kosten: Von Kühen über Enten bis hin zu Störchen ist am Elbufer viel zu sehen. Bildrechte: Philipp Baumgärtner
Weinberg
Auf dem Weg von Coswig nach Meißen säumen Weinberge das Tal. Bildrechte: Philipp Baumgärtner
Blick auf ein Schloß
Auf der Zielgeraden fällt die erhöhte Albrechtsburg in Meißen direkt ins Auge. Bildrechte: Philipp Baumgärtner
Blühende Bäume
Wer nach der Tour bis Meißen noch nicht genug hat, kann weiter in Richtung Riesa fahren. Bildrechte: Philipp Baumgärtner
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Hat man das "Blaue Wunder" passiert, reihen sich am Nordufer die drei Elbschlösser Schloss Albrechtsberg, das Lingnerschloss und Schloss Eckberg aneinander. Die Parkanlagen von Schloss Albrechtsberg und vom Lingnerschloss sind frei zugänglich. Das Schloss Albrechtsberg wird für Veranstaltungen genutzt, kann aber auf Anfrage auch für eine Schlossbesichtigung besucht werden.

Von der Waldschlösschenbrücke ins Dresdner Zentrum

Kurz hinter den drei Schlössern verbindet die Waldschlösschenbrücke Nord- und Südufer. Ihretwegen entzog die Unesco der "Kulturlandschaft Dresdner Elbtal" den Welterbe-Titel. Zehn Jahre nach der Eröffnung der Brücke scheint der "Dresdner Brückenstreit" beigelegt.

Wir fahren weiter auf der Süduferseite. Wenig später sind die Albertbrücke und Rosen- und Staudengarten am Nordufer die Vorboten für das, was uns gleich erwartet. Denn nach 15 Kilometern Fahrt erreichen wir die Dresdner Innenstadt mit ihren zahllosen Sehenswürdigkeiten. Über die Augustusbrücke erreicht man schnell die Semperoper, den Dresdner Zwinger und die Gemäldegalerie Alte Meister oder das Residenzschloss.

Die Möglichkeiten sind unzählbar, daher sollte man in Dresden mindestens einen kurzen Stopp machen. Wer lieber in die urbane Großstadt abtauchen will, kann am Goldenen Reiter vorbei in Richtung Albertplatz gehen und dann in die Dresdner Neustadt abtauchen. Dort laden zum Beispiel in der Alaunstraße viele Restaurants und Cafés zum Verweilen ein.

Dresdner Altstadtsilhouette im sommerlichen Abendlicht
Der Elberadweg führt in die Dresdner Altstadt mit Residenzschloss, Zwinger und Semperoper. Bildrechte: imago images/Sylvio Dittrich

Vom Königsufer den "Canaletto-Blick" auf Dresden genießen

15 Kilometer sind geschafft und 25 sind noch zu absolvieren. Mit einem Highlight lassen wir die Dresdner Innenstadt hinter uns. Er ist als "Canaletto-Blick" berühmt geworden: die Sicht vom Königsufer auf die Dresdner Sehenswürdigkeiten.

Durch die Stadtteile Mickten und Übigau entfernen wir uns langsam vom Dresdner Stadtkern. Besonders sehenswert ist dann nochmal der dorfartige Stadtteil Kaditz mit seinen Fachwerkhäusern.

Silhouette der Altstadt von Dresden mit Frauenkirche, Schloss und Hofkirche
Bildet den kulturellen Höhepunkt der Radtour: Die Altstadt von Dresden ist voll von Geschichte und Sehenswürdigkeiten. Bildrechte: Philipp Baumgärtner

Entlang der Elbe in Richtung Radebeul, Weinberge und Karl May

Die nächste kulturell bedeutende Stadt ist nach circa zehn Kilometern erreicht. Radebeul ist bekannt für seine historischen Weinberge, für die Lößnitzgrundbahn und für Karl May. Das ihm gewidmete Museum ist ganzjährig (Dienstag bis Sonntag) geöffnet. Um vom Elberadweg nach Radebeul zu gelangen, muss ein kleiner Abstecher in Kauf genommen werden. Viele Sehenswürdigkeiten, wie z.B. das Schloss Wackerbarth sind gut ausgeschildert.

Karl-May-Museum Radebeul - Villa Bärenfett - ein Blockhaus, davor ein Totempfahl
In Radebeul ist das Karl-May-Museum einen Besuch auf der Radtour wert. Bildrechte: MDR SACHSEN

Anschließend geht es weiter Richtung Coswig. Auf der rechten Seite sieht man hinter weiten Feldern die Weinberge liegen. Die Elbe ist an den Ufern mittlerweile etwas wilder bewachsen als noch zuvor an den recht minutiös gepflegten Dresdner Ufern. Auch Coswig liegt wie Radebeul etwas abseits des Elberadweges. Dort kann man sich u.a. in der Karrasburg zur Geschichte der Stadt informieren.

Auf dem Weg von Coswig nach Meißen säumen weiterhin Weinberge das Elbtal, sie verengen sich aber recht schnell und formen eine Schlucht, durch die man dann mehrere Kilometer fährt. Besonders sehenswert sind die Aussichtspunkte auf der Bosel und der Juchhöh.

Letzte Station: Albrechtsburg in Meißen

Die letzten zehn Kilometer zwischen Coswig und Meißen ziehen sich nochmal ein bisschen. Man wird aber mit schönen Ausblicken entlohnt. Auf der Zielgeraden fällt dann die erhöhte Albrechtsburg in Meißen direkt ins Auge.

Sie ist das Wahrzeichen der Stadt und nicht zu übersehen. Aber die Burg ist nicht das einzige, was Meißen zu bieten hat: Auch der Dom, das nahegelegene Schloss Proschwitz und natürlich die Porzellanmanufaktur sind einen Abstecher wert.

Blick auf die Albrechtsburg Meißen vom Elberadweg aus
Wer nach der Tour bis Meißen noch nicht genug hat, lässt die Albrechtsburg links liegen und kann weiter in Richtung Riesa fahren. Bildrechte: Philipp Baumgärtner

Mehr Informationen zur Albrechtsburg Meißen (zum Aufklappen)

Albrechtsburg Meißen
Adresse:
Domplatz 1
01662 Meißen

Öffnungszeiten:
Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Die rund 40 Kilometer lange Radtour endet in Meißen. Die Fahrt kann auf dem Elberadweg noch in Richtung Riesa fortgesetzt werden. Aus beiden Städten gibt es Zug-Verbindungen in Richtung Dresden und Leipzig.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 11. Mai 2023 | 17:50 Uhr