Deutsche Rapperin Haiyti (Ronja Zschoche)
Rapperin Haiyti tritt im Mai 2024 in Dresden auf. Bildrechte: IMAGO / Hartmut Bösener

Live-Musik Dresden: Die besten Konzerte im Mai 2024

22. Mai 2024, 11:44 Uhr

Im Mai 2024 gibt es in Dresden tolle Musikerinnen und Musiker aus aller Welt live zu erleben: Friska Viljor kommen aus Schweden, Laibach aus Slowenien und Nouvelle Vague aus Frankreich an die Elbe. Aber auch die deutsche Musikszene lässt sich sehen: Sarah Lesch bringt "Gute Nachrichten" mit, Gisbert zu Knyphausens neue Band heißt Husten, Messer machen immer noch Postpunk und Haiyti ist eine außergewöhnliche Rapperin. Das sind unsere Tipps für die besten Konzerte im Mai! Jeweils zu Beginn eines Monats wird diese Übersicht aktualisiert, damit Ihnen kein Highlight entgeht.

Melancholie mit guter Laune: Friska Viljor

Die zwei Schweden Daniel Johansson und Joakim Sveningsson waren schon in der Schule Freunde, inzwischen sind sie eine Institution in der schwedischen Musiklandschaft. Ihre Songs handeln oft vom klassischen Thema Liebeskummer und davon, wie man gegen ihn ansäuft. Trotz aller Melancholie in den Texten sind ihre Songs ein Gute-Laune-Mix aus Indie-Rock und typisch schwedischem Folk und Pop, zu dem man auch wunderbar tanzen kann. Und wer sich fragt, was Friska Viljor heißt, dem sei es hier gesagt: "Frische Kräfte" oder "gesunder Wille".  Beides werden sie auf jeden Fall in den Beatpol mitbringen.

Friska Viljor spielen Gitarre und singen in einer Menschenmenge
Daniel Johansson und Joakim Sveningsson sind Friska Viljor Bildrechte: IMAGO / Gonzales Photo

Mehr Informationen Mittwoch, 1. Mai 2024, 20 Uhr
Beatpol,  Altbriesnitz 2a, 01157 Dresden

Rocksongs im Bossa-Nova-Stil: Nouvelle Vague

Vor zwanzig Jahren wurde das französische Duo Nouvelle Vague mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum auf einen Schlag berühmt. Darauf interpretierten sie erstmalig Punk- und New Wave-Klassiker im Bossa-Nova-Stil der 50er- und 60er-Jahre. Auch heute ist der Sound-Mix aus melancholischem Post-Punk und Bossa Nova, gepaart mit üppigen Arrangements und faszinierenden Vocals, sowie ihr recht gewagte französischen Neuinterpretationsansatz ihr einzigartiges Erkennunsgmerkmal. Gegründet wurde Nouvelle Vague von zwei Produzenten und DJs aus der französischen Electropop- und Clubszene: Marc Collin sowie der 2021 leider viel zu früh verstorbenen Olivier Libaux. Dieses Jahr ist Collin zurück, um gemeinsam mit verschiedenen Sängerinnen unter anderem den The Clash-Hit "Should I Stay Or Should I Go" neu zu interpretieren.

Die fanzösische Band Nouvelle Vague auf einer Bühne
Nouvelle Vague kommen in den Beatpol in Dresden Bildrechte: imago/ZUMA Press

Mehr Informationen Samstag, 4. Mai 2024, 20 Uhr
Beatpol, Altbriesnitz 2a, 01157 Dresden

Sarah Lesch bringt "Gute Nachrichten" mit

Bei Sarah Lesch liegen Unterhaltung und Haltung sehr nah beieinander. Die Leipzigerin mischt seit Jahren das leicht verstaubte Liedermacher-Genre auf. Ihre lyrischen und feinsinnigen Texte bringen die gesellschaftspolitischen Themen unserer Tage in kleinen Alltagsgeschichten auf den Punkt. "Gute Nachrichten" heißt ihr neues Album und die können wir wohl alle gebrauchen. Ihr Sound klingt darauf punkiger und bluesiger, ihre Haltung ist geblieben. Sarah Lesch singt über sich und erzählt damit gleichzeitig viel über andere: davon, wie die Welt sich selbst zerfleischt, wie die Menschen zweifeln, trauern, lachen, sinnlose Diskussionen führen und Liebe machen.

Sarah Lesch spielt Gitarre
Sarah Lesch singt mit Haltung Bildrechte: IMAGO / Martin Müller

Mehr Informationen Sonntag, 5. Mai 2024, 20 Uhr
Alter Schlachthof, Gothaer Straße 11, 01097 Dresden

Neue Band von Gisbert zu Knyphausen: Husten

Der etwas unappetitliche Name Husten sollte nicht abschrecken, verbirgt sich dahinter doch eine Art Supergroup des deutschen Indiepops: bestehend aus dem gefeierten Singer-Songwriter Gisbert zu Knyphausen, dem Top-Produzenten Moses Schneider (Tocotronic, Beatsteaks) und dem früheren Viktoriapark-Sänger Tobias Friedrich alias Der dünne Mann. Seit fünf Jahren musiziert dieses Trio nun schon zusammen, vor zwei Jahren erschien ihr Debütalbum "Aus allen Nähten". Das Ziel sie gewesen, sagte Knyphausen in einem Interview, ähnlich wie sein Vorbild Conor Oberst "den eigenen Weltschmerz in kunstvolle Worte zu packen und in intensive Songs zu gießen". Ziel erreicht, würden wir sagen.

Husten (Gisbert zu Knyphausen) auf der Bühne
Gisbert zu Knyphausen ist der Sänger von Husten Bildrechte: IMAGO / opokupix

Mehr Informationen Mittwoch, 15. Mai 2024, 20 Uhr

Beatpol,  Altbriesnitz 2a, 01157 Dresden

Postpunk und "Kratermusik": Messer

Mit ihrem Debütalbum von 2012 wurden Messer zu einer prägenden Stimme im Postpunk-Revival der Zehnerjahre. Nun haben sie ihr fünftes Album "Kratermusik" veröffentlicht und auch darauf bleiben Pogo McCartney, Milek, Hendrik Otremba und Philipp Wulf ambivalent. Vergänglichkeit zieht sich durch die Texte, biografisch und abstrakt, als Erlösung und Last. Sie fragen und suchen und es geht um nichts weniger als um Krieg und Frieden sowie die Zukunft des Planeten. Ihr Sound ist nun nicht mehr einfach nur Postpunk, sondern hat sich leicht in Richtung Richtung Dub und Funk verschoben, wie man auch bei ihrem Konzert merken wird.

Hendrik Otremba singt
Hendrik Otremba ist der Sänger von Messer Bildrechte: imago/Carsten Thesing

Mehr Informationen Dienstag, 21. Mai 2024, 21 Uhr
Ostpol, Königsbrücker Straße 47 01099 Dresden

Ausnahmestellung im HipHop: Haiyti

Haiyti hat schon mit den Großen der deutschen HipHop-Szene zusammengearbeitet: Trettmann, Casper, Haftbefehl und viele mehr. Dennoch ist die Rapperin immer auch eine Außenseiterin geblieben, ein Phänomen, das sich ihrer Umwelt entzieht und ihrer Konkurrenz sowieso. Ihr neues Album "Junky" handelt von dieser Ausnahmestellung: von dem Schmerz, den sie mit sich bringt, und den Chancen, die sich auftun, wenn eh schon alles vorbei ist. Dabei wäre es wirklich langsam Zeit, dass die Hamburgerin selbst zu den ganz Großen der Szene wird. Denn ihre Songs sind wunderbare Ohrwürmer mit cleveren Lyrics und tanzbaren Beats.

Deutsche Rapperin Haiyti (Ronja Zschoche)
Haiyti stellt "Junky" vor Bildrechte: IMAGO / Hartmut Bösener

Mehr Informationen Samstag, 25. Mai 2024, 20 Uhr
Groove Station, Katharinenstraße 11-13 01099 Dresden

Zurück mit "Opus Dei": Laibach

Laibach sind nicht nur die berühmteste Band aus Slowenien, sondern auf der ganzen Welt bekannt dafür, mit Musik und Kunst zu provozieren. Zum durch ihre Musik aus dekadenten Streichern, Chören, militärischem Gestus und tiefem Gesang, in die sie Anleihen von Bach bis Queen einfließen lassen, aber vor allem provozieren sie mit Nazisymbolik genauso wie mit der der Stalinisten. Ihr Ziel: Die Leute zum Nachdenken anregen und aus der Geschichte lernen. Ihre Konzerte sind multimediale Kunstaktionen und riesige Selbstinszenierungen. Nach der Kritik an Faschismus und Nationalismus sind sie nun in der Gegenwart angekommen: Bei der Kritik des Kapitalismus. Bei diesem Konzert feiern sie die Wieder-Veröffentlichung ihres Kult-Albums "Opus Dei" von 1987 und werden einige Tracks des Albums zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder live spielen.

Laibach-Sänger Milan Fras
Laibach-Sänger Milan Fras Bildrechte: IMAGO/Gonzales Photo

Mehr Informationen Sonntag, 6. Mai 2024, 20 Uhr
Reithalle Straße E, Werner-Hartmann-Straße 2, 01099 Dresden

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | artour | 07. März 2024 | 22:05 Uhr