Musical und Figurentheater Theater: Die besten Aufführungen in Chemnitz und Umgebung im Januar 2023

Neues Jahr, frische Unterhaltung: So könnte das Motto der Theater in Mittelsachsen im Januar 2023 lauten. In Chemnitz reisen Puppen zu unbekannten Orten und das Ballettensemble durch modernen Tanz in die Zukunft. In Freiberg und Annaberg-Buchholz steht komisches Musiktheater auf dem Spielplan. Und in Zwickau gibt es einen spannend inszenierten Jugendbuch-Klassiker. Hier finden Sie eine Auswahl der besten Theaterstücke auf Sachsens Bühnen für Kinder, Junggebliebene und Erwachsene.

Eine Theaterbühne: im Mittelpunkt steht ein Mann, der eine Rede hält und von mehreren Darstellenden umgeben ist.
Die Spieloper in Freiberg überrascht mit einer Inszenierung von "Die lustigen Weiber von Windsor", die als Spiegel der Kleinstadtgesellschaft angelegt ist. Bildrechte: Janine Haupt

Für Operetten-Liebhaber: "Die lustigen Weiber von Windsor" am Mittelsächsischen Theater in Freiberg

Hier wird die ganze Kleinstadt auf den Kopf gestellt: Otto Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor" sind die musikalische Umsetzung der Shakespeare-Komödie "Falstaff" über eben jenen Mann, der die Frauen verführen will und dabei zwischen die Fronten gerät. Am Mittelsächsischen Theater hat der ehemalige Sänger und neue Intendant Sergio Raonic Lukovic die Geschichte optisch ganz zeitlos inszeniert, doch gleichzeitig zeigt er die Probleme auf, die bis heute wirken: Wer ist hier das Opfer – der Verführer oder die Frauen, die ihn vorführen?

Auch musikalisch legt Attilo Tomasello vieles frei, von Donizetti bis Wagner. "Das Opernhaus also als der Ort, in der sich die Gesellschaft einer Kleinstadt kritisiert, verunsichern lässt, kommentiert, therapiert und vor allem sich ständig gegenseitig beobachtet. Insofern sind 'Die Lustigen Weiber von Windsor' als Eröffnung auch ein Statement zur Tradition und zur Funktion eines Stadttheaters", beobachtet MDR KLASSIK-Opernkritiker Bernhard Doppler. 

Weitere Informationen "DIe lustigen Weiber von Windsor"
Spieloper von Otto Nicolai

Dauer: 150 Minuten, eine Pause

Adresse:
Theater Freiberg
Borngasse 1
09599 Freiberg

Termine:
3. Januar, 19.30 Uhr
14. Januar, 19.30 Uhr

Figurentheater für die ganze Familie: "Die unendliche Geschichte" in Plauen und Zwickau

Es ist eine der leichtesten Übungen des Theaters, Geschichten aus Büchern lebendig werden zu lassen. Doch natürlich ist Michael Endes Geschichte von Bastian Bux, der beim Lesen der "Unendlichen Geschichte" selbst ins Fantasieland gesogen wird, eine besondere Herausforderung. Das Theater Plauen-Zwickau hat dafür mit dem Puppentheater Zwickau zusammengearbeitet und die Künstlerin Janni Younge engagiert. Die Theatermacherin hat ganz unterschiedliche Puppen geschaffen, die von den Puppenspieler*innen und den Darsteller*innen laut Ludmilla Thiele in der "Freien Presse" sehr überzeugend über die Bühne bewegt werden. 

Auf einer abgedunkelten Bühne schaut ein Schauspieler erstaunt auf die leuchtende Puppe eines großen, aber nicht bedrohlichen Drachens.
Ganz unterschiedliche Puppen stehen im Stück "Die unendliche Geschichte" auf den Bühnen von Plauen und Zwickau. Das Stück eignet sich für die ganze Familie und ist eines der Theater-Highlights im Januar 2023. Bildrechte: André Leischner

Weitere Informationen "Die unendliche Geschichte"
nach Michael Ende

Dauer: 75 Minuten

Adresse in Zwickau:
Gewandhaus
Hauptmarkt
08056 Zwickau

Termine in Zwickau:
7. Januar, 18 Uhr
8. Januar, 16 Uhr

Adresse in Plauen:
Vogtlandtheater
Theaterplatz
08523 Plauen

Termine in Plauen:
21. Januar, 18 Uhr
22. Januar, 15 Uhr

Figurentheater für Erwachsene: "Atlas der abgelegenen Inseln" am Puppentheater Chemnitz

Wir können die ganze Welt mit einem Flugzeug bereisen, doch der Fantasie sind überhaupt keine Grenzen gesetzt. Die erfolgreiche Autorin Judith Schalansky hat in ihrem "Atlas der abgelegenen Inseln" zahlreiche Orte beschrieben, die voller Überraschungen stecken. Regisseurin Karoline Hoffmann hat diese besonderen Inseln mit viel Einfallsreichtum und den unterschiedlichsten Mitteln auf die Bühne geholt. "Der Kern, die Wehmut, aber auch die Poesie der Vorlage wurden gut auf die Bühne gebracht – verbunden mit zusätzlichen Dimensionen, durchaus unterhaltsamen und in ihrer Tragik komischen Momenten", lobte Sarah Hofmann in der "Freien Presse".

Ein Mann mit roter Mütze steht an einem Tischt mit Mikro, Schreibtischlampe und einem Overhead-Projektor.
Die Chemnitzer Inszenierung von "Atlas der abgelegenen Inseln" lebt vom Einfallsreichtum bei der Darstellung. Bildrechte: Nasser Hashemi

Weitere Informationen "Atlas der abgelegenen Inseln" – eine theatrale Text-Sound-Collage nach dem Buch von Judith Schalansky

Adresse:
Spinnbau
Altchemnitzer Straße 27
09120 Chemnitz

Dauer: 70 Minuten

Termine:
28. Januar, 20 Uhr

Für Tanz-Freunde: "Wellen.Flimmern" beim Ballett Chemnitz

Drei dichte und dabei umso überzeugendere Choreografien bietet das Ballett in Chemnitz in "Wellen.Flimmern". Die drei Arbeiten verlieren sich jedoch nicht im klasssichen Bewegungsrepertoire, sondern arbeiten mit allem, was der moderne Tanz zu bieten hat und greifen dabei aktuelle Themen auf. In "How The Body Works In The Dark" von Martin Harriague bewegt sich das Ensemble immer im Halbdunkel, bildet immer neue Formationen, die auch ein Verlangen ausdrücken.

Adonis Foniadakis bildet die Hektik der Neuzeit in "Risse" eindrucksvoll ab. Und Erion Kruja zeichnet in "The Perfect Land 3022" die Dystopie des Rechtsrucks nach und damit das Gegeneinander von Kollektiv-Bewegung und individueller Entfaltung. "Kraftvoll. Vielschichtig. Einnehmend. – Der Tanzabend am Chemnitzer Theater ist eine Wucht", äußerte sich Jenny Zichner bei "Die deutsche Bühne" begeistert. 

Ein Mann in Schwarz hält eine Tänzerin am rechten Arm und Bein, die sich mit hochgestrecktem Arm in die andere Richtung lehnt.
"How The Body Works In The Dark" in Chemnitz fasziniert mit immer neuen Arrangements. Bildrechte: Ida Zenner

Weitere Informationen "Wellen.Flimmern"
Dreiteiliger Ballettabend von Martin Harriague, Andonis Foniadakis und Erion Kruja

Adresse:
Opernhaus
Theaterplatz 2
09111 Chemnitz

Dauer: 100 Minuten, eine Pause

Termine:
6. Januar, 19 Uhr
12. Januar, 19 Uhr

Für Musical-Fans: "Sarg niemals nie" am Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz

Bestattungsunternehmen und schwarzer Humor sind vermutlich Nachbarn – wie soll man auch sonst mit der täglichen Begegnung mit dem Tod umgehen. Das beweist auch das sogenannte Bestattical "Sarg niemals nie". Darin sucht David Schneider eine neue Geschäftsidee, denn obwohl doch immer gestorben wird, läuft das Bestattungsunternehmen schlecht. Und plötzlich zeigt sich, dass die Asche eines "Klienten" eine besondere berauschende Wirkung hat.

Das Stück der Dessauer Musiker Cristin Claas und Christoph Reuter lebt von viel Wortwitz und schmissiger Musik, die auch in Annaberg-Buchholz funktioniert. Davon ist auch Elke Schäf in der "Freien Presse" überzeugt: "Damit ist Intendant Moritz Gogg seinem Ziel, das Theater über Annaberg hinaus bekannt zu machen, wohl wieder einen Schritt nähergekommen. Denn 'Sarg niemals nie' hat großes Hitpotenzial, das sich auch außerhalb des Erzgebirges herumsprechen dürfte."

Eine Mann in Schwarz steht vor einem weißen Schriftzug "Asche" mit ausgebreiteten Armen, während eine Frau in Schwarz eine Konfetti-Kanone abfeuert
Absurden und schwarzen Wortwitz gibt es für Theaterfans mit "Sarg niemals nie" auf der Bühne in Annaberg-Buchholz. Bildrechte: Dirk Rückschloß/Pixore Photography

Weitere Informationen "Sarg niemals nie
Ein Musical zum Totlachen.

Adresse:
Winterstein-Theater
Buchholzer Str. 67
09456 Annaberg-Buchholz

Termine:
29. Januar, 19.30 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 07. April 2021 | 10:15 Uhr

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