201. Sitzung | 11. Oktober 2021 Wesentliche Ergebnisse aus der Sitzung des Rundfunkrates des Mitteldeutschen Rundfunks

  • Nichtöffentlicher Sitzungsteil

Antrag auf Zustimmung zum Vertragsabschluss zwischen der SportA GmbH und dem Deutschen Fußball-Bund betreffend Übertragungsrechte am DFB-Pokal 2022/23 – 2025/26

Der Rundfunkrat hat gemäß § 17 Abs. 4 Nr. 8 MDR-Staatsvertrag dem Abschluss des Vertrages zwischen der SportA GmbH und dem Deutschen Fußball-Bund betreffend Übertragungsrechte am DFB-Pokal 2022/23 – 2025/26 zugestimmt.

Antrag auf Erwerb der audiovisuellen Verwertungsrechte an FIS-Ski-Weltcups im Ausland von der Agentur Infront für die Saisons 2021/22 bis 2025/26

Der Rundfunkrat hat gemäß § 17 Abs. 4 Nr. 8 MDR-Staatsvertrag dem Erwerb der audiovisuellen Verwertungsrechte an FIS-Ski-Weltcups im Ausland von der Agentur Infront für die Saisons 2021/22 bis 2025/26 zugestimmt.

Die Vereinbarung umfasst die Frauen- und Männer-Wettbewerbe in den Disziplinen Ski alpin, Skispringen, Langlauf, Nordische Kombination, Freestyle, Ski Cross und Snowboard – unter anderem in Frankreich, Norwegen und Italien.

Der Vertrag beinhaltet neben den TV-Rechten auch umfassende Verwertungs­möglichkeiten auf Social Media und anderen digitalen Plattformen sowie für den Hörfunk.

Antrag auf Zustimmung zur Fortsetzung der Koproduktion der Animationsserie "Mystery Museum" (AT) für den Kinderkanal (KiKA)

Der Rundfunkrat hat gemäß § 17 Abs. 4 Nr. 8 MDR-Staatsvertrag der Fortsetzung der Koproduktion der Animationsserie "Mystery Museum"(AT) zugestimmt. Die Animationsserie wird vom KiKA mit einem deutschen Produzenten in einem internationalen Konsortium entwickelt. Sie hat ein Auftragsvolumen von über 2 Mio. Euro und bedurfte der Zustimmung des Rundfunkrats für den Erwerb von Programmbestandteilen.

  • Öffentlicher Sitzungsteil

Bericht der Rundfunkratsvorsitzenden

Der Rundfunkrat gedachte mit einer Schweigeminute Herrn Peter Taeger, der am 24. September nach schwerer Krankheit verstorben war. Peter Taeger war seit 2003 Mitglied des Rundfunkrates, der Landesgruppe Thüringen und der Programmausschüsse Halle und Leipzig. Letzteren leitete er von Dezember 2007 bis Mai 2021.

Die Rundfunkratsvorsitzende berichtete über die Inhalte der Sitzung der Gremienvorsitzendenkonferenz der ARD (GVK) am 21. und 22. September in Berlin

Ein Schwerpunkt der Sitzung waren die ARD-Dreistufentestverfahren. Neben dem MDR-Rundfunkrat, federführend für die Dreistufentestverfahren des MDR und KiKA haben auch andere Rundfunkräte bereits DST-Verfahren eröffnet

In der GVK wurde vereinbart, sich im Kreis der Rundfunkräte und ihrer Geschäftsstellen eng abzustimmen, um die Verfahren so stringent wie möglich bearbeiten zu können. Außerdem wurde die Relevanz der Dreistufentest-Verfahren im Hinblick auf die Möglichkeit betont, diese über die gesetzlichen Pflichten hinaus als inhaltliches Gestaltungs- und Steuerungsinstrument für die Telemedien zu nutzen. Die Verfahren sind dabei auch im Zusammenhang mit den aktuellen Debatten um Programmstrukturfragen der ARD und dem Switch-Over von der linearen in die non-lineare Welt zu sehen. Die Wichtigkeit einer systematischen, nachlaufenden Telemedienkontrolle in definierten Abständen und nach festgelegten Kriterien auch über die Dreistufentest-Verfahren hinaus bleibt natürlich bestehen.

Ein anderes Thema war die Programmreform Das Erste und Angebote der Mediathek. Die GVK hat sich den aktuellen Stand der Reformbemühungen von der ARD-Programmchefin, Christine Strobl und ihrem Team mit den Herren Hager und Köhr berichten lassen. Grundsätzlich unterstützt die GVK die Pläne, insbesondere das erklärte Ziel, die journalistische Berichterstattung aus dem Ausland zu stärken. Die GVK untermauerte die immense Bedeutung des ARD-Korrespondentennetzwerkes und unterstützt die Idee, diesem künftig zielgruppen- und ausspielwegsübergreifend mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Die GVK hat erbeten, vor Beschluss der Intendantinnen und Intendanten zur Programmreform angehört zu werden. Nachrichtlich: Am 14. Oktober (ein Tag vor dem Intendantenbeschluss) fand ein Workshop zwischen GVK und ARD-Programmdirektion statt. Dabei hat die GVK ihre nachdrückliche Unterstützung für das übergreifende Bemühen der Programmverantwortlichen in der ganzen ARD zum Ausdruck gebracht.

Ein weiterer Punkt war das von der GVK beauftragte Gutachten zur Gutachten zur Modernisierung des Verfahrens der Finanzbedarfsermittlung. Die Vorsitzenden der Aufsichtsorgane hatten gemeinsam eine prozessbegleitende Begutachtung des Verfahrens in Kooperation mit den Verfahrensbeteiligten beauftragt. Die GVK begrüßt eine möglichst breite fachliche Diskussion und wird entsprechende Rückmeldungen in den weiteren Austausch mit den Entscheidungsträgern im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, seiner gesetzlichen Aufsicht, der Rundfunkkommission und der KEF einbringen. Die GVK verständigte sich darauf, mit den Intendanten in der ARD-Hauptversammlung im November in einen ersten Austausch zum Gutachten zu treten.

Bericht der Intendantin

Die Intendantin informierte über die Berichterstattung des MDR zum Tag der Deutschen Einheit und ging dabei insbesondere auf das Multimediaprojekt "DNA des Ostens“ ein. Sie betonte dabei das Selbstbildnis des MDR als Analyst der Zeitgeschichte und Stimme des Ostens und zeigt einen Trailer zur zehnteiligen Dokumentation "Wer wir sind - Die DNA des Ostens“.

Sie berichtete vom Herbst-Themenschwerpunkt Klima in den MDR-Angeboten. Die ARD habe das Thema Nachhaltigkeit vorangetrieben und entsprechende Strukturen für die Umsetzung geschaffen.

Ein weiterer strategischer Schwerpunkt der ARD sei das Thema Vielfalt. Die ARD habe jüngst die in Berlin vorgestellten Folgestudie zur audiovisuellen Diversität in deutschen Fernsehprogrammen maßgeblich mitgefördert. Die Intendantin benannte erfolgreiche Maßnahmen der ARD zur Stärkung des Frauenanteils vor und hinter der Kamera. Im fiktionalen Bereich vor und hinter der Kamera habe die ARD den Frauenanteil in der Zeit von 2017 bis 2020 deutlich gesteigert, beispielsweise mit einem von ihr mitinitiierten Regisseurinnen-Speeddating und Workshops mit Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren. Die Intendantin wies aber auch darauf hin, dass Frauen in einigen Bereichen, z.B. bei Expertinnen, noch unterrepräsentiert seien.

Frau Prof. Dr. Wille führte zur Programmreform der ARD aus und zeigte die dafür identifizierten Handlungsfelder auf. Sie verlieh ihrer Freude Ausdruck, dass nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Rundfunkbeitrag der MDR als Federführer die ARD-Gemeinschaftseinrichtung Kultur weiter planen könne. Der Bayerische Rundfunk beteilige sich an dieser Gemeinschaftseinrichtung (GSEA) der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland bislang weiterhin nicht. Nächster Schritt sei nun die Unterzeichnung einer entsprechenden Verwaltungsvereinbarung für diese GSEA, die neben dem KiKA in Erfurt die zweite Federführerschaft für den MDR bedeute. 

Die Intendantin berichtete darüber, dass der MDR auch 2021 exklusiver Kooperationspartner des Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm sei. Neu ins Leben gerufen habe der MDR in diesem Jahr das Programmevent MDR DOK around the clock, bei der in Zusammenarbeit mit DOK Leipzig dem Dokumentarfilm vor Ort, linear und digital eine breitere Plattform geboten werde.

Im Zusammenhang mit dem Dok-Filmfestival werde auch wieder die ARD-Programmwerkstatt zur Zukunft dokumentarischer Produktionen in Leipzig stattfinden. Der Austausch zwischen Filmschaffenden und Redakteurinnen und Redakteuren der Landesrundfunkanstalten der ARD im Bereich Dokumentarfilm und Dokumentation werde damit fortgesetzt.

Bericht aus dem MDR-Verwaltungsrat

Der MDR-Verwaltungsrat tagte am 27. September 2021. Zentrale Themen waren die Auswahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2021, die turnusmäßige Kontrolle des Wirtschaftsplanes sowie die MDR-Beteiligungen in der DREFA-Mediengruppe. Zudem stimmte der Verwaltungsrat der Fusion von MotionWorks GmbH und Kinderfilm GmbH zu. Des Weiteren befasste sich der Verwaltungsrat mit der Mittelfristigen Finanzplanung 2022 bis 2025 und dem Entwurf Wirtschaftsplanes 2022. Außerdem hat der Verwaltungsrat gemäß § 23 Abs. 2 Ziff. 8 des MDR der Intendantin für das Geschäftsjahr 2020 Entlastung erteilt.

Selbstverpflichtung der ARD gemäß §31 (II) MStV [ARD-Bericht 2019/20 und ARD-Leitlinien 2021/22]

ARD, ZDF und Deutschlandradio sind gem. §31 (II) Medienstaatsvertrag verpflichtet, im zweijährigen Rhythmus einen Bericht über die Erfüllung ihres jeweiligen Auftrages, über die Qualität und Quantität der bestehenden Angebote sowie die Schwerpunkte der jeweils geplanten Angebote zu veröffentlichen. Die Entwürfe von Bericht und Leitlinien werden den Rundfunkräten der Landesrundfunkanstalten zugeleitet. Der Rundfunkrat hat die Entwürfe von ARD-Bericht 2019/2020 und ARD Leitlinien 2021/22 diskutiert und mit einigen Anmerkungen und Empfehlungen zur Kenntnis genommen und empfiehlt diese zu berücksichtigen.

Bericht der Gleichstellungsbeauftragten zur Gleichstellung im Mitteldeutschen Rundfunk 2020

Die Gleichstellungsbeauftragte des MDR informiert den Rundfunkrat jährlich über die Ergebnisse ihrer Arbeit. Der Bericht enthält zum Stichtag 31. Dezember 2020 Zahlen und Fakten bezüglich der Geschlechterverteilung bei den Festangestellten und beschreibt die aktuelle Entwicklung und die erbrachten Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Männern im MDR. Der Rundfunkrat unterstützt das Thema Gleichstellung und erwartet weiterhin ein vielfältiges Engagement.

Information zum MDR-Produzentenbericht 2020

Der Rundfunkrat hat sich in seiner Sitzung mit dem MDR-Produzentenbericht 2020 befasst. In dem jährlichen Bericht werden die Aufwendungen für Auftrags-, Ko- und Mischproduktionen für Fernseh- sowie Online-Produktionen im Berichtsjahr dargestellt. Ferner erfasst der Bericht die im Jahre 2020 getätigten Lizenzankäufe. Integriert ist zudem eine Aufstellung der Produktionen unter MDR-Federführung in gemeinschaftlicher Finanzierung. Seit 2012 veröffentlicht der MDR freiwillig jährlich einen Produzentenbericht und macht damit die Struktur seiner Auftragsvergaben an die Kreativwirtschaft transparent. Der Bericht ist auf der Internetseite des MDR veröffentlicht.

gez. Prof. Dr. Gabriele Schade
Vorsitzende des MDR-Rundfunkrates