Umfrage Mehrheit für Helmpflicht auf dem Fahrrad

30. Juni 2022, 08:20 Uhr

Ein Fahrradhelm kann vor schweren Kopfverletzungen schützen. Bisher gibt es in Deutschland für Radfahrende jedoch keine Pflicht, einen Kopfschutz zu tragen. Dabei unterstützen einer aktuellen Umfrage zufolge die meisten eine Helmpflicht.

Eine Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland befürwortet eine Helmpflicht für Radfahrerinnen und Radfahrer. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage, wie der Prüfkonzern Dekra in Stuttgart mitteilte.

Sechs von zehn Befragten unterstützen Helmpflicht

59 Prozent der Befragten gaben demnach an, dass Radfahrer verpflichtet sein sollten, einen Helm zu tragen. Bei Nutzung eines  Elektrofahrrads waren die Antworten noch deutlicher. Mehr als drei Viertel sprachen sich für eine Helmpflicht für E-Biker aus.

Die Umfrage zeigte auch, dass Radlerinnen und Radler öfter auf dem Helm verzichten. Lediglich etwa 40 Prozent der befragten Frauen und Männer gaben an, immer oder fast immer einen Helm aufzusetzen. Auf der anderen Seite zeigten sich 28 Prozent als "Helmmuffel" und radeln  demnach generell ohne Helm.

Drei Viertel der Erwachsenen nutzen Fahrrad

Im Gegensatz zu einigen anderen europäischen Ländern ist eine Helmpflicht in Deutschland nicht gesetzlich verankert. Nach Angaben des Verkehrsclubs ACV steht es Fahrradfahrern jeder Altersklasse daher frei, ob sie einen Kopfschutz nutzen.

Der Präsident des Verkehrsgerichtstages Ansgar Staudinger sieht eine Fahrrad-Helmpflicht kritisch. Eine gesetzliche Vorgabe könnte dem Trend zum Radfahren entgegenwirken. Es sei jedem erlaubt, sich selbst zu gefährden.

Forsa befragte nach Angaben des Auftraggebers Dekra im Mai 2022 mehr als 1.500 Menschen über 18 Jahre in Deutschland. 77 Prozent gaben an, zumindest gelegentlich auf ein Fahrrad zu steigen. Europaweit ist die Haltung zu Radhelmen laut Dekra sehr unterschiedlich.

DPA(ans)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Januar 2021 | 07:45 Uhr

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