MDRfragt - das Meinungsbarometer für Mitteldeutschland Impfbereitschaft deutlich gestiegen

Seit wenigen Tagen laufen die Corona-Impfungen - und damit wächst offenbar das Vertrauen in den Impfstoff. Das zeigt die neueste MDRfragt-Befragung, an der sich rund 23.000 Menschen aus Mitteldeutschland beteiligt haben. 50 Prozent der Teilnehmer würden sich sofort impfen lassen. Anfang Dezember waren es noch deutlich weniger.

Am Sonntag war der offizielle Impfstart in der EU. In mehreren Stufen soll die Bevölkerung nun nach und nach geimpft werden - in Deutschland haben zunächst Menschen über 80 sowie medizinisches Personal Vorrang. Die Impfung ist freiwillig - doch offenbar wollen sie immer mehr Menschen durchführen lassen, sobald es ihnen möglich ist. Die Hälfte der MDRfragt-Teilnehmer will sich sofort impfen lassen, sobald sie an der Reihe ist. Weitere 34 Prozent sind ebenfalls grundsätzlich zu einer Impfung bereit - jedoch erst, wenn Langzeitstudien vorliegen. 14 Prozent wollen sich nicht impfen lassen. Anfang Dezember war die Skepsis gegenüber der Corona-Impfung noch deutlich höher.

Würden Sie sich impfen lassen?
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Sorge vor Nebenwirkungen und Langzeitfolgen

Die Befragung zeigt aber gleichzeitig, dass viele Menschen Bedenken in Bezug auf die Corona-Impfung haben: 47 Prozent haben dies angegeben. Dabei nannten sie insbesondere die Sorge vor Nebenwirkungen und Langzeitfolgen. Die Befürchtung, der Impfstoff könne das Erbgut verändern, äußerte rund ein Drittel derer, die Bedenken haben.

Mehrheit blickt optimistisch ins neue Jahr

2020 war für die Gesellschaft und jeden Einzelnen eine Herausforderung. Entsprechend spricht nur die Hälfte der MDRfragt-Teilnehmer von einem guten bis eher guten Jahr.

Persönliche Bilanz 2020
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Ein knappes Viertel (24%) hat zudem angegeben, dass sich ihre persönliche Situation 2020 durch Corona verschlechtert hat. Auch glauben rund zwei Drittel der MDRfragt-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer (68%), dass uns die Coronakrise noch lange beschäftigen wird. Aber: Genauso viele (68%) lassen sich davon offenbar nicht entmutigen und blicken dennoch positiv ins neue Jahr.

Wie blicken Sie ins neue Jahr?
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Weihnachten und Silvester: Für Mehrheit alles anders in 2020

Dass dabei der Start ins neue Jahr anders verlaufen wird, als in den Vorjahren hat mehr als die Hälfte der MDRfragt-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer angegeben (54%). Die meisten von ihnen hätten ohne Corona-Beschränkungen in größerer Runde gefeiert, einige wären weggefahren. Dennoch hält eine deutliche Mehrheit von 80 Prozent es für richtig, dass es zu Silvester - entgegen der ursprünglichen Pläne - keine weitreichenden Lockerungen gibt.

Harte Maßnahmen auch zu Silvester
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Und auch das Verkaufsverbot von Feuerwerk ist offenbar für die meisten kein Problem: Fast Dreiviertel (73%) haben angegeben, dass diese Tradition für sie (eher) unwichtig ist.

Auf das Weihnachtsfest blickt die MDRfragt-Gemeinschaft trotz Corona überwiegend positiv: 87 Prozent haben angegeben, dass sie schöne Festtage verlebt haben. Die meisten (60%) haben das Fest mit der Familie gefeiert, 6 Prozent waren alleine.

Schönes Weihnachtsfest trotz Corona
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Claudia Reiser 2 min
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MDR FERNSEHEN Mi 30.12.2020 21:45Uhr 02:15 min

https://www.mdr.de/nachrichten/mitmachen/mdrfragt/video-claudia-reiser-jahresende-befragung-aktuell-100.html

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Video

Über die Befragung Die Befragung lief vom 27.12., 7 Uhr, bis zum 29.12.2020, 9 Uhr.

An der Befragung haben 22.780 Menschen teilgenommen. Insgesamt sind mittlerweile 37.157 registrierte Mitglieder aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Teil der MDRfragt-Gemeinschaft.

Verteilung nach Altersgruppen:
16 bis 30 Jahre: 474 Teilnehmende
31 bis 50 Jahre: 4.338 Teilnehmende
51 bis 64 Jahre: 9.929 Teilnehmende
65+: 8.039 Teilnehmende

Verteilung nach Bundesländern:
Sachsen: 51 Prozent
Sachsen-Anhalt: 24 Prozent
Thüringen: 25 Prozent

Verteilung nach Geschlecht:
Männlich: 53 Prozent
Weiblich: 47 Prozent

Die Befragungen sind nicht repräsentativ, aber sie werden nach statistischen Merkmalen wie Geschlecht, Bildung und Alter gewichtet. Die Gewichtung ist eine Methode aus der Wissenschaft bei der es darum geht, die Befragungsergebnisse an die real existierenden Bedingungen anzupassen. Konkret heißt das, dass wir die Daten der Befragungsteilnehmer mit den statistischen Daten der mitteldeutschen Bevölkerung abgleichen.

Wenn also beispielsweise mehr Männer als Frauen abstimmen, werden die Antworten der Männer weniger stark, die Antworten der Frauen stärker gewichtet. Die Antworten verteilen sich dann am Ende so, wie es der tatsächlichen Verteilung von Männern und Frauen in der Bevölkerung Mitteldeutschlands entspricht.

Dabei unterstützt ein wissenschaftlicher Beirat das Team von "MDRfragt". Mit dem MDR Meinungsbarometer soll ein möglichst breites Stimmungsbild der Menschen in Mitteldeutschland eingefangen werden – mit möglichst vielen Teilnehmenden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 2 | 30. Dezember 2020 | 14:00 Uhr