
Shop-in-Shop-Konzept Diese Regeln gelten für die Eröffnung eines Paketshops
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28. Januar 2025, 07:33 Uhr
In vielen Späties, Bäckereien oder Tabakläden in Mitteldeutschland können Kunden inzwischen auch Briefe oder Pakete aufgeben oder Briefmarken kaufen. Das Shop-in-Shop-Konzept, das die Deutsche Post seit gut 30 Jahren fährt, hat es den Kundinnen und Kunden leichter gemacht, Pakete zu verschicken. Zumindest in größeren Städten gibt es oft noch Annahmestellen, die bis zehn Uhr abends geöffnet sind. Aber welche Vorraussetzungen müssen Postpartnerinnen und Partner eigentlich mitbringen?
- Kiosks, kleine Läden oder Bäckereien bieten Dienstleistungen von Postfilialen an – und haben meist längere Öffnungszeiten.
- Paketautomaten und Paketshops ersetzen quasi frühere Postämter.
- Wer einen Paketshop eröffnen möchte, wird bei der Einrichtung des Ladens von DHL unterstützt.
"Einfach Kiosk" heißt der Laden, der seit August vergangenen Jahres das Angebot auf der Leipziger Karl-Liebknecht-Straße ergänzt. Der Name passe nicht ganz, denn es handele sich nicht einfach nur um einen Kiosk, sondern auch um eine Postfiliale, erklärt Geschäftsführer Johannes.
"Wir sehen es für uns als Chance auf der einen Seite, ein bisschen Traffic mit reinzubringen und einfach mehr Leute mit abzuholen. Und uns war es halt auch einfach wichtig, wenn wir hier einen neuen Laden aufmachen in einer Wohngegend, dass wir den Leuten einfach einen Mehrwert bieten, damit die einen Grund haben zu uns in den Laden zu kommen."
Paketshops meist mit längeren Öffnungszeiten
Die Bundesnetzagentur stellt sicher, dass es eine flächendeckende Grundversorgung für Postdienstleistungen gibt. Sprecherin Judith Henke sieht in dem Mixkonzept für die Postkunden zwar Vorteile, es löse aber nicht alle Probleme, sagt sie. Ein Vorteil seien zum Beispiel die Öffnungszeiten. Die seien meistens länger als in einer eigenen Filiale. In Gemeinden, wo es wenige oder gar keine Geschäfte mehr gebe, sei es aber schwierig, überhaupt einen Filialpartner zu finden.
Paketautomaten ersetzen frühere Postämter
Von mobilen Postfilialen bis zu Paketautomaten werden aktuell unterschiedliche Lösungen für ländliche Postkundinnen und Postkunden entwickelt, die bisher von der Bundesnetzagentur aber noch nicht zugelassen wurden. Viele können sich noch an Postämter erinnern, in denen sogenannte Posthalterinnen und Posthalter Briefe und Pakete entgegengenommen und frankiert haben.
Seit 1993 wurden diese nach und nach geschlossen. Heute gibt es noch zwei. Eins in Bonn und eins im Bundestag. Durch die Verbindung von Geschäft und Post gebe es so viele Filialen wie noch nie, sagt Mattias Persson, Pressesprecher der Deutschen Post. Ungefähr 12.800 Partnerfilialen seien es aktuell.
DHL stellt den Partnern das Mobiliar
Um Filialpartner der Deutschen Post oder DHL zu werden, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllen werden. Persson sagt: "Das sind einerseits Öffnungszeiten, die von Montag bis Samstag reichen sollten, aber auch einen gewissen freien Raum in ihrem Geschäft, wo wir unsere Möbel hinstellen können." Diese stelle man übrigens kostenlos zur Verfügung, erklärt Persson. Die Fläche solle dabei ungefähr vier bis fünf Quadratmeter betragen. Plus mindestens ein Quadratmeter für Sendungen, die nicht zugestellt werden konnten. Dieser Platz wird vor Weihnachten schon mal knapp.
Platz ist im luftigen Kiosk von Johannes im Süden von Leipzig noch nicht das Problem, aber aktuell gibt es ein anderes und zwar die Waage: "Die wird von der Post nicht mitgeliefert. Da muss man sich selbst darum kümmern." Bestellt sei sie für seinen Laden schon länger. Aktuell versuche er mit den Kundinnen und Kunden noch ohne Waage gemeinsam das Gewicht zu schätzen, das gehe meistens gut.
Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 28. Januar 2025 | 06:25 Uhr
diana.grassal vor 9 Wochen
Es ist schon traurig dass es hier in einer Kreisstadt wie Sömmerda nicht einmal eine Postfiliale gibt ... Ich habe eine zeitlang von Jobcenter mein Bürgergeld per Check ausgezahlt bekommen und war gezwungen jeden Monat nach Erfurt in die Postfiliale zu fahren .. bin froh wieder ein Konto zu besitzen um dieser sinnlosen Fahrt aus dem Weg zu gehen da ich als ja als Bürgergeld bezieher auf jeden Cent angewiesen bin ist das für mich wie rausgeschmissenes Geld
NochJemand vor 9 Wochen
In Leipzig z.B. sterben die DHL-Filialen weg. Die meisten waren ohnehin schwer zu erreichen und hatten Öffnungszeiten wie 1970.
Die verbliebenen Filialen bieten dafür sehr viel Kommunikationsmöglichkeit durch lange Warteschlangen. Die Öffnungszeiten sind nicht viel anders geworden, nur dass mehr Leute kommen (müssen).
Packstationen sind zwar eine gute Sache, aber die Handhabung ist noch verbesserungswürdig, zumindest was die App-Abhängigkeit angeht. Nicht jeder hat einen Drucker zu Hause und einen verifizierten Post-Account, den er sich durch gefühlt Dutzende von Authentifizierungs-Maßnahmen erwerben muss.
Da auch Briefkästen immer weniger werden und die Digitalisierung der Briefmarkenkäufe nur so mittel funktioniert, muss man für jedes Einschreiben und für jedes Päckchen eben Schlange stehen.
zenkimaus vor 9 Wochen
Was für mich als Kunde toll wäre ein Shop wo alle Lieferdienste liefern können. Oder das alle einen Stellplatz für die Automaten haben. Das wäre ein Fortschritt und ich muss nicht von a nach b über c fahren. Bzw für alle eine extra Ablagegenehmigung erteilen.