Gegen Russland-Sanktionen Dessauer Handwerkerprotest: 800 Menschen folgen Aufruf in Berlin

Unter dem Motto "Handwerker für den Frieden" sind am Samstag in Berlin auf dem Alexanderplatz bis zu 800 Menschen zusammengekommen. Darunter war auch Jürgen Elsässer, der Chef des als rechtsextremistisch eingestuften Magazins "Compact". Der Dessauer Anmelder, Karl Krökel, hatte sich im Vorfeld von der Unterstützung von Rechts distanziert, hatte vor Ort jedoch keine Berührungsängste.

Menschen demonstrieren auf dem Alexanderplatz unter dem Motto „Schluss mit den Sanktionen - Handwerker für den Frieden“. Anmelder war der Dessauer Handwerksmeister Karl Krökel. Das rechtsextreme Magazin „Compact“ hatte vorab für die Protestaktion geworben.
Bis zu 800 Menschen folgten am Samstag in Berlin dem Protestaufruf des Dessauer Handwerksmeisters Karl Krökel. Bildrechte: dpa

Auf dem Berliner Alexanderplatz sind am Samstag bei nasskaltem Wetter bis zu 800 Menschen einem Protestaufruf des Dessauer Handwerksmeisters, Karl Krökel, gefolgt. Unter dem Motto "Schluss mit den Sanktionen – Handwerker für den Frieden" demonstrierten die Teilnehmer gegen die Russland-Sanktionen, den Kurs der Bundesregierung im Ukranie-Krieg und die damit verbundenen hohen Energiepreise.

Sie wandten sich zudem gegen Waffenlieferungen an die Ukraine. Eine weitere Forderung war die rasche Reparatur der mutmaßlich durch Sabotage beschädigten Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2.

Compact-Chef Elsässer neben der Bühne präsent

Für die Kundgebung hatten rechtsgerichtete Gruppen oder auch das vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestufte Magazin "Compact" mobilisiert. Dessen Chef, Jürgen Elsässer, war am Samstag ebenfalls vor Ort.

Der 73-jährige Krökel hatte MDR SACHSEN-ANHALT im Vorfeld erklärt, dass diese Unterstützung von Rechtsaußen nicht in seinem Einvernehmen geschehe. An Elsässers Präsenz direkt neben der Bühne störte sich Krökel allerdings nicht. Von den Rednern auf der Bühne wurde zudem nicht nur gegen die Sanktionen, sondern teils auch gegen geflüchtete Menschen gewettert. Ein MDR-Reporter wurde vor Ort angefeindet.

Laut Polizei wurde eine Person wegen Widerstands und tätlichen Angriffs gegen Polizeibeamte vorläufig festgenommen.

Ende August hatten sich ebenfalls unter dem Motto "Handwerker für den Frieden" gut 2.000 Menschen auf dem Dessauer Marktplatz versammelt. Hinter den Protesten stehen laut dem Rechtsextremismusexperten David Begrich offenkundig auch Personen, die aus dem "Querdenker"-Kontext kommen.

MDR (Daniel Salpius)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 01. Oktober 2022 | 19:00 Uhr

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