Energiekrise Tierparks stellen sich auf weiter steigende Kosten ein

Die Energiekrise betrifft auch die großen und kleinen Tierparks in Sachsen-Anhalt. Obendrein sind die Futterpreise gestiegen.

Bergzoo Halle - Erdmännchen
Erdmännchen im Bergzoo Halle wärmen sich unter einer Wärmelampe. Bildrechte: dpa

Die beiden großen Zoos in Halle und Magdeburg spüren bereits jetzt die Auswirkungen der Preissteigerungen und Energiekrise.

In Magdeburg wird die Wärmeversorgung des Zoos größtenteils über Fernwärme realisiert, sagt die Sprecherin Regina Jembere. Hier gebe es aktuell nur moderate Preisanstiege. "Der restliche, geringere Gasanteil hat sich kostenmäßig mehr als verdreifacht", so die Zoo-Sprecherin.

Seit etwa einem Jahr gibt es im Zoologischen Garten Magdeburg einen Energiebeauftragten, der Einsparpotenziale aufspüren soll.  

Mageburgs Zoo-Sprecherin Regina Jembere vor einem Gehege. 1 min
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Magdeburgs Zoo-Sprecherin Regina Jembere sieht wenig Möglichkeiten, bei der Haltung der Tiere Kosten zu sparen. Hingegen bei Futtermitteln und Beleuchtung gebe es Maßnahmen, die der Zoo jetzt ergreifen will.

MDR S-ANHALT Mi 28.09.2022 13:42Uhr 00:39 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/magdeburg/magdeburg/video-regina-jembere-zoo-energie-sparen-100.html

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Im Elefantenbereich seien im Inneren auch Kap-Warane untergebracht. Hier wurde eine Lösung gefunden, dass nur ein kleiner, abgetrennter Bereich für die Schuppenkriechtiere beheizt werden muss und nicht das gesamte Elefantenhaus. Zudem sind weitere Maßnahmen umgesetzt worden, wie das Senken der Temperatur in den Büros der Verwaltung und der Einsatz von LED-Lampen.

Bergzoo Halle hofft auf Hilfe von den Stadtwerken

Im Bergzoo Halle wird seit zwei Jahren ein Blockheizkraftwerk zur Strom- und Wärmegewinnung genutzt. Betrieben wird es mit Erdgas. Im Bergzoo rechnet man mit einer Vervierfachung der Betriebskosten.  "Ein ordentlicher Brocken", sagt Zoosprecher Tom Bernheim. Mit Hilfe der Stadtwerke Halle EVH soll nun eine Lösung gefunden werden, die Kosten zu drosseln. Ein Öltank soll weiterhelfen. Dazu heißt es schriftlich von der EVH:

"Die EVH steht im engen Kontakt mit ihren Großkunden, wie beispielsweise dem Zoo. Gemeinsam werden alternative Lösungen für eine sichere Energieversorgung gesucht und bewertet." In diesem Fall sei das Blockheizkraftwerk vor Ort durch die Umrüstung eines Kessels auf Öl teilweise zu ersetzen.

Tierpark Petersberg hält Preise stabil

Der Tierpark auf dem Petersberg beherbergt ca. 50 Arten der heimischen Wild- und Haustiere sowie auch Exoten wie Polarwölfe, indische Stachelschweine oder australische Sittiche.

Der Vorteil momentan: Warmhäuser, wie in den großen Zoos gibt es hier nicht. "Nur die Wellensittiche und die nordamerikanischen Baumstachler brauchen in der kalten Jahreszeit hier Wärmeunterstützung", erklärt Matthias Haak, der stellvertretende Geschäftsführer des Fördervereins Erholungsgebiet Petersberg, zu dem der Tierpark gehört. In den Bereichen sind Keramikheizplatten montiert, die mit Strom betrieben werden.

Sittiche sitzen auf einem Ast in einem Raum.
Die Wellensittiche im Tierpark Petersberg können es sich bei Kälte unter einer grauen Heizplatte gemütlich machen. Bildrechte: Cornelia Müller / MDR

Verdoppelt haben sich im Tierpark bislang schon die Gaspreise. Einige Gebäude werden mit Gas beheizt. Erst voriges Jahr wurde dafür eine aus dem europäischen Leader-Programm geförderte Anlage in Betrieb genommen. Einsparpotential gebe es kaum noch, sagt Matthias Haak. "Mitarbeiter müssen sich mit warmen Wasser die Hände waschen können und auch Futterschalen und Messer müssen hygienisch sauber sein und müssen abgewaschen werden", so Haak.

Ein junger Mann mit einem grünen Pullover steht in einem Tiergehege und neben ihm stehen circa zehn Schafe.
Matthias Haak vom Förderverein mit den Schützlingen im Tierpark Bildrechte: Cornelia Müller / MDR

Deutlich bemerkbar machen sich für den kleinen Tierpark im Saalekreis die gestiegenen Futtermittelkosten. Es seien jetzt schon knapp 25 Prozent höhere Futterpreise als noch zu Beginn des Jahres, rechnet Haak vor. Beispielsweise Futterpellets, bestimmte Körnermischungen für die Vögel, dass mache sich bei den Mengen, die der Tierpark benötige, schon bemerkbar. Die Zoos in Halle und Magdeburg stellen sich nach eigenen Angaben auf weiter steigende Energie- und Futterkosten ein.

Es sind jetzt schon knapp 25 Prozent höhere Futterpreise als noch zu Beginn des Jahres, beispielsweise Futterpellets, bestimmte Körnermischungen für die Vögel - und dann macht sich das schon bemerkbar, bei den Mengen, die wir benötigen.

Matthias Haak, stellvertretender Geschäftsführer vom Förderverein Erholungsgebiet Petersberg

Rund 78.000 Besucher zählte der Tierpark Petersberg im vergangenen Jahr. Zu 95 Prozent finanziert sich der Tierpark aus Eintrittsgeldern, Spenden oder Tierpatenschaften. Über eine Erhöhung der Eintrittspreise wird im Tierpark am Petersberg noch nicht nachgedacht. Die Preise bleiben vorerst stabil. 

MDR (Cornelia Müller)

1 Kommentar

Shantuma vor 10 Wochen

Wie auch bei anderen Kulturthemen, war dies genauso absehbar.

Denn die Grundbedürfnisse der Menschen bestehen aus Nahrung, Wärme und Unterschlupf.
Erst später kommen Kultur und Gemeinschaft.
Da Nahrung, Wärme und teils auch Unterschlupf derzeit im kritischen Zustand sind, wird auf andere sekundäre und tertiäre Bedürfnisse verzichtet.

D.h. theoretisch könnte der MDR jeden 2. Tag einen Bericht über den schweren Stand jener Bereiche bringen.
Einen Mehrwert hat diese Berichterstattung dabei kaum, außer dass man es mal erwähnt hätte.

Lösungen liegen fern ab.
Es wird ja nicht einmal was für den Ausbau von erneuerbaren Energien getan. Oder hat jemand was von einer neuen Förderung gehört?
LNG-Gasanlagen werden gebaut .. und irgendwann fertig ... Schiffe, Besatzung? Kein deutsches Thema, so wie es scheint.
Auch werden Milliarden für Schrott, also Militärgut, verplempert.
Einen Krieg der Supermächte überlebt Europa nicht, da ist es egal ob der neue Panzer dann in der Garage steht.

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