Proteste Wieder Demos gegen Energiepolitik in Sachsen und Gegenwind in Leipzig

Chemnitz, Dresden, Leipzig, Ostsachsen: Mehrere Tausend Menschen haben am Montagabend in Sachsen erneut gegen die Energie- und Russland-Politik der Bundesregierung demonstriert. In Leipzig gab es die stärksten Gegenproteste gegen die Energie-Demonstranten und die rechtsextremen Gruppen in deren Reihen.

Auf einer Straße im Dunkeln laufen viele Menschen nebeneinander und tragen Banner und Protestplakate. So gesehen in der Innenstadt von Chemnitz am 7.11.2022, als die rechtsextreme Kleinstpartei "Freie Sachsen" zur Demo aufgerufen hatte.
Hunderte Menschen in Chemnitz folgten dem Aufruf der rechtsextremen "Freien Sachsen" und protestierten gegen die Energiepolitik. Bildrechte: Härtelpress

Chemnitz: breites Themenspektrum des Unmuts

In Chemnitz hatte am Montagabend die rechtsextreme Splitterpartei "Freie Sachsen" zur Demo in der Innenstadt aufgerufen. Einer der Redner zum Auftakt war der rechtsextreme Ex-Funktionär Andreas Kalbitz, dem die AfD vor zwei die Mitgliedschaft entzogen hatte. Die Zeitung "Freie Presse" berichtete am Abend, dass sich "an dem von Trommlern angeführten Protestzug über die Straße der Nationen, die Brücken-, Bahnhof- und Theaterstraße schätzungsweise rund 2.000 Menschen beteiligt" hätten.

Die Protestierenden deckten ein vielfältiges Themenspekturm ab: Sie sprachen der Bundespolitik die Existenzberechtigung ab, verlangten den Rücktritt der Regierung, die Abschaffung aller Corona- Maßnahmen, demonstrierten für Frieden und gegen den Krieg in der Ukraine, gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, gegen die Energiepolitik, gegen hohe Energiepreise und Inflation.

Leipzig: Gegenprotest-Gruppen blockieren Aufzug über den Ring

In Leipzig hatten sich am Abend laut Polizei 1.300 Teilnehmer versammelt, die gegen die Energiepolitik der Bundesregierung sind. Ursprünglich waren bei der Versammlungsbehörde der Stadt 3.000 Teilnehmende angemeldet worden. Eine weitere Gruppe wollte mit Fackeln laufen, was die Ordnungsbehörde vorher untersagte. Auf mitgeführten Bannern wurde die Schuld am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine den USA gegeben, "Ami go home" war unter anderem zu lesen, ebenso Kritik an der deutschen Ukraine- und Energiepolitik, einige sprachen sich für Friedensverhandlungen mit Russland aus und verlangten niedrigere Energiepreise.

Ihnen stellten sich laut Polizei rund 500 Menschen in den Weg und blockierten an mehreren Stellen Straßen zum Innenstadtring. Am Abend hatte das Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" seine Kundgebung eine halbe Stunde vor den Energiepolitik-Kritikern auf dem Augustusplatz eröffnet. Später twitterte das Bündnis: "Mehrere Hundert Menschen blockieren den Innenstadtring Höhe Thomaskirche".

Insgesamt waren in der Stadt elf Kundgebungen und Aufzüge angemeldet worden. Reporter beschrieben die Stimmung zwischen den Demo-Lagern als "gereizt", zudem habe es "Rangeleien" gegeben. Gegen 20 Uhr beendeten die Energiepreis-Kritiker ihre Versammlung und kehrten um, während die Teilnehmenden aus dem linken Spektrum der Spontan-Demo, die am Abend von der Versammlungsbehörde erlaubt worden war, über den Innenstadtring liefen. Der Abend sei "weitestgehend friedlich geblieben", bilanzierte eine Polizeisprecherin im Gespräch mit MDR SACHSEN.

Dutzende menschen sitzen nachts auf einer breiten Straße. Vor ihnen stehen Polizisten in Unfiformen und sperren einen Straßenbvereich ab. Die Blcokade fand am 7.11.2022 in Leipzig als Gegenprotest zu Energiepreis-Kritikern und rechten Gruppierungen statt.
Hunderte Linke blockierten den Leipziger Ring und alle Kreuzungen. Ein Großaufgebot der Polizei trennte sie von den Energie-Protestlern. Die hatten sich bei ihrem Aufruf zur Demo explizit auf die Eskalation vor zwei Jahren bezogen. Bildrechte: xcitepress

Vor genau zwei Jahren waren rund 20.000 sogenannte Querdenker, Corona-Leugner und Rechte über den Innenstadtring gezogen und hatten sich gewaltsame Auseinandersetzungen mit Gegenprotestlern, Journalisten und der Polizei geliefert. In der Folge entspann sich eine bundesweite Debatte über radikalisierte Corona-Proteste.

Demonstrierende laufen durch die Innenstadt von Dresden bei einer Demonstration unter dem Motto «Dresden vereint».
In Dresden folgten Menschen dem Aufruf der rechtsextremen "Freien Sachsen" und bewegten sich durch die Innenstadt. Der Chef der rechtsextremen Kleinstpartei, Martin Kohlmann, sprach bei der Protestveranstaltung, bei der auch Russland-Fahnen geschwenkt wurden. Bildrechte: dpa

MDR (kk)/epd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 07. November 2022 | 22:09 Uhr

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