Politik "Risiko für Pandemiebekämpfung": Werner gegen Ende kostenloser Corona-Tests

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) hat sich gegen das Ende von kostenlosen Corona-Tests ausgesprochen. Nach Plänen der Bundesregierung sollen die "Bürgertests" ab Juli drei Euro Zuzahlung kosten.

Heike Werner
Die Thüringer Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) ist gegen das Ende kostenfreier Corona-Tests. Bildrechte: dpa

Aus der Sicht von Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) ist ein Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests riskant für die Pandemie-Bekämpfung. Eine Beteiligung der Bürger an den Kosten baue eine Hürde im Infektionsschutz auf, erklärte Werner am Freitag über eine Ministeriumssprecherin. "Es werden sich weniger Menschen vor Familienfeiern oder Konzertbesuchen testen lassen. Das kann uns bei der Pandemiebekämpfung zurückwerfen", erklärte die Ministerin.

Drei Euro pro Test ab Juli

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Freitag nach einer Absprache mit Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) angekündigt, dass mit dem Auslaufen der aktuellen Testverordnung Ende Juni die meisten Testwilligen drei Euro pro Test bezahlen sollen. Nur noch für bestimmte Risikogruppen sollen die sogenannten Bürgertests ab Juli kostenlos bleiben - etwa für Kinder bis fünf Jahre, Frauen zu Beginn der Schwangerschaft, Besucher von Kliniken und Pflegeheimen, Haushaltsangehörige von Infizierten, Bewohner von Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen sowie Menschen, die sich nicht impfen lassen können.

Länder könnten Kosten übernehmen

Werner sagte, sie werde sich Lauterbachs Vorschlag anschauen. "Aber ich werbe ausdrücklich dafür, dass die Bürgertests kostenlos bleiben", bekräftigte die Ministerin. Aus ihrer Sicht hänge es sonst künftig vom Geldbeutel ab, ob man sich gesundheitsbewusst verhalten könne.

Aber ich werbe ausdrücklich dafür, dass die Bürgertests kostenlos bleiben.

Heike Werner (Linke) Thüringer Gesundheitsministerin

Die von Lauterbach angekündigte Regelung soll Milliardenkosten für den Bund reduzieren. Die Länder sollen den Drei-Euro-Bürgeranteil übernehmen können, wenn sie das wünschen.

MDR (cfr),dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN | 24. Juni 2022 | 21:00 Uhr

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