1. Oktober 250.000 Thüringer haben jetzt Anspruch auf Mindestlohn

Mehr als eine Viertelmillion Thüringer Beschäftigte haben jetzt Anspruch auf den Mindestlohn von zwölf Euro. Der Anteil der möglichen Empfänger ist im Freistaat so hoch wie in fast keinem anderen Bundesland. Laut DGB bekommen viele Beschäftigte den Mindestlohn mangels Kontrollen aber nicht.

Eine Bäckereifachverkäuferin räumt frische Semmeln in Regale
Ob Bäckerinnen, Köche oder Putzkräfte: 30 Prozent der Thüringer Beschäftigte können ab Samstag mit mehr Gehalt rechnen. Bildrechte: dpa

Auch in Thüringen ist zum 1. Oktober der Mindestlohn auf zwölf Euro pro Stunde gestiegen. Dem Deutschen Gewerkschaftsbund zufolge hat damit mehr als eine Viertelmillion Thüringer Anspruch auf mehr Geld. Laut DGB sind das rund 30 Prozent aller Beschäftigten in Thüringen. Das ist nach Angaben der Gewerkschaft bundesweit der zweithöchste Anteil.

Mindestlohn: Hoher Anteil in Sonneberg und Saale-Orla-Kreis

Besonders hoch sei der Anteil der Mindestlohnempfänger in den Kreisen Sonneberg mit 44 Prozent, Saale-Orla mit 40 Prozent und Saale-Holzland mit 37,2 Prozent. Der Mindestlohn lag im Januar 2022 noch bei 9,82 Euro. Im Juli 2022 wurde er in einem Zwischenschritt auf 10,45 Euro angehoben.

Anspruch auf mehr Geld haben insbesondere Beschäftigte im Bereich Körperpflege, Floristik, der Land- und Tierwirtschaft, der Gastronomie und im Einzelhandel. Auch Friseure und Floristinnen, Verkäufer und Putzkräfte können mit mehr Geld rechnen.

DGB fordert mehr Kontrollen

Laut DGB bekommen viele den gesetzlichen Mindestlohn trotz des Anspruchs nicht. Betroffen davon seien alle Branchen. Der DGB fordert deshalb mehr Kontrollen.

Mehr zum Mindestlohn

MDR (dst,ask)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. Oktober 2022 | 09:00 Uhr

42 Kommentare

Tschingis1 vor 7 Wochen

@Hobby-Vurulooge007
Zum Thema Verwaltungsgehälter sollten Sie sich doch etwas schlauer machen, denn ich kenne sehr viele Mitarbeiter in einer Verwaltung die die E5 nach dem Tarifvertrag erhalten. Nachschauen wieviel das ist, überlasse ich Ihnen selbst. Und auch die E9, Sachbearbeiter, ist nicht so üppig.
Daher einfach mal den Ball flach halten.

astrodon vor 8 Wochen

@Schwabe: "Keine Ahnung" ist ziemlich überheblich ... Jeder Handwerker kalkuliert aber seinen Verrechnungssatz selbst.
Worauf mein Posting zielt: Wenn in einer Region ein niedriges Lohngefüge vorherrscht, sind meist auch die Preise entsprechend. Sie bestätigen mich ja: 12,50€/Std. -> 38 € Verrechnungssatz; 20,00/Std. -> 65 €.

Micha R vor 8 Wochen

@ Hobby-Viruloge007
Die Häufung von Logistikern im Raum Hessen/Thüringen ist in dessen zentrale Lage für den deutschen Markt begründet.
Wer dagegen Standortvorteile durch Billiglohn zur Grundlage von Investitionsentscheidungen nutzen will, entscheidet sich für Polen, Tschechien oder Slowakei, egal ob es sich dabei um bislang fast ausschließlich für den deutschen Markt tätigen ausländische Amazon-Logistikzentren (Polen/Tschechien) handelt oder die Verlagerung von hiesigen Retourenzentren ins Ausland betrifft, wie zum Beispiel beim Hamburger Otto-Versand:
https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/echtes-leben/sendung/mein-job-wandert-aus-und-was-wird-aus-mir-100.html

Mehr aus Thüringen

Wissenschaftsnacht im Leibniz-Institut für Photonische Technologien 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK