Schülerinnen melden sich während des Unterrichts an einer Schule.
8,4 Prozent aller Schüler verließen 2021 die Schule ohne Abschluss. Bildrechte: picture alliance / Hauke-Christian Dittrich | Hauke-Christian Dittrich

Bildung Trotz Corona-Pandemie: Zahl der Schulabbrecher rückläufig

19. Juni 2022, 16:32 Uhr

Erleichterung im Bildungsministerium - trotz Corona ist die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss nicht gestiegen. Im Vor-Corona-Jahr 2019 war die Quote sogar schlechter.

In Thüringen haben während der Corona-Pandemie weniger Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen als befürchtet. Wie das Bildungsministerium MDR THÜRINGEN mitteilte, bekamen im vergangenen Jahr 8,4 Prozent aller Schulabgänger keinen Abschluss. 2020 waren es 7,5 Prozent.

Präsenzunterricht für Abschlussklassen

Im Vergleich dazu verließen im Vor-Corona-Jahr 2019 fast neun Prozent und damit mehr Schulabgänger die Schule ohne Abschluss. Dass es in der Pandemie nicht mehr Schüler ohne Abschluss gab, sei angesichts der großen Belastungen erfreulich, sagte der Sprecher des Bildungsministeriums, Felix Knothe.

Einen Grund dafür sieht Knothe darin, dass trotz geschlossener Schulen Abschlussklassen in der Schule unterrichtet werden konnten. Das habe sehr geholfen. Auch Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf durften normal zur Schule gehen, um den Bezug zum Unterricht nicht zu verlieren. Dazu zählten auch Kinder und Jugendliche, die oft schwänzen. Das sollte helfen, dass sie den Bezug zur Schule nicht noch mehr verlieren.

Unterstützung durch Schulsozialarbeiter und Übergangskoordinatoren

Damit es erst gar nicht so weit kommt, sind die Schulen gefragt, die sich Hilfe organisieren. Das sind zum einen die Schulsozialarbeiter. Sie seien Gold wert, sagte Schulleiterin Martina Weyrauch aus Buttelstedt. Zum anderen gibt es auch sogenannte Übergangskoordinatoren. Diese unterstützen die Schüler beim Übergang von Schule zu Berufsleben, helfen ihnen, Praktikumsplätze zu finden und halten Kontakt zu den Eltern.

Schulsozialarbeiterin mit Schülern
Schulsozialarbeiterin mit Schülern Bildrechte: picture alliance / dpa | Sebastian Kahnert

Außerdem könnten Jugendliche, denen die Schule schwerfällt, außerplanmäßige Praktika in Betrieben machen, sagt Weyrauch. Viele erlebten dort Lob und Wertschätzung, die ihnen in der Schule fehlten. Die meisten schaffen laut Weyrauch so auch ihren Schulabschluss. Wer am Ende trotzdem ohne Abschluss die Schule verlässt, kann diesen durch ein Berufsvorbereitungsjahr noch nachholen.

MDR (nis)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 19. Juni 2022 | 15:00 Uhr

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