Eine der befreiten Geiseln in einem Rollstuhl rollt nach der Landung auf dem Dach des Ichilov-Krankenhauses aus einem israelischen Militärhubschrauber.
Bildrechte: picture alliance/dpa | Ilia Yefimovich

Krieg in Nahost Hamas lässt weitere Geiseln frei – Macron in Israel eingetroffen

24. Oktober 2023, 21:17 Uhr

Im Gazastreifen sind zwei weitere Geiseln freigelassen worden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist unterdessen zu einem Besuch in Israel eingetroffen. Er will unter anderem Ministerpräsident Netanjahu treffen.

Mehr als zwei Wochen nach ihrem massiven Großangriff auf Israel hat die islamistische Terrormiliz Hamas zwei weitere Geiseln freigelassen. Die Hamas teilte mit, zwei Frauen seien aus "humanitären" Gründen freigelassen worden. Demnach erfolgte der Schritt nach einer Vermittlung durch Katar und Ägypten. Israel bestätigte die Freilassung und dankte Ägypten und dem Roten Kreuz.

Nach Angaben des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu handelt es sich bei den Geiseln um eine 85-jährige und eine 79-Jährige. Die beiden Israelinnen waren demnach zusammen mit ihren Ehemännern während des Großangriffs der Hamas am 7. Oktober als Geiseln genommen worden.

Ihre Männer werden den Angaben zufolge weiterhin mit mehr als 200 weiteren Geiseln im Gazastreifen festgehalten. Zuvor hatte die Hamas am Freitag erstmals zwei Geiseln freigelassen, dabei handelte es sich um US-Bürgerinnen.

Macron in Jerusalem und Ramallah

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron besuchte am Dienstag Israel. Dabei warb er für den Aufbau einer internationalen Allianz für den Kampf gegen die Hamas. Nach einem Gespräch mit dem israelischen Premier Benjamin Netanjahu sagte Macron: "Frankreich ist dazu bereit, dass die internationale Allianz gegen den Islamischen Staat, zu der wir uns für den Einsatz im Irak und in Syrien zusammengetan haben, auch die Hamas bekämpfen kann."

Emmanuel Macron (M), Präsident von Frankreich, trifft sich mit israelisch-französischen Staatsangehörigen, die Angehörige verloren haben, sowie mit Familien von Geiseln auf dem Ben-Gurion-Flughafen.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat bei seinem Besuch israelisch-französische Staatsangehörige getroffen. Bildrechte: picture alliance/dpa/AP Pool | Christophe Ena

Macron besuchte anschließend auch das Westjordanland. Bei Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprach er sich für eine Initiative für Frieden und Sicherheit aus. Dabei gehe es um drei Säulen: den Kampf gegen Terrorgruppen, den Schutz der Bevölkerung und die Wiederaufnahme eines politischen Prozesses. Er denke, dass die Wiederaufnahme von Gesprächen notwendiger sei denn je, sagte Macron.

Hamas meldet israelische Luftangriffe

Die Hamas meldete derweil erneute Attacken auf den Gazastreifen. Die Terrormiliz Hamas teilte mit, bei nächtlichen israelischen Luftangriffen seien mindestens 140 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt worden.

Die Angriffe Israels sind eine Reaktion auf den Großangriff der Hamas am 7. Oktober, bei dem israelischen Angaben zufolge rund 1.400 Menschen getötet worden waren. Bei ihrem Angriff verschleppten die Islamisten zudem mehr als 220 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen.

AFP, dpa (fef)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 24. Oktober 2023 | 06:30 Uhr

Mehr aus Politik

Nachrichten

Der Vorsitzende der größten Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jaroslaw Kaczynski (M) reagiert nach der Bekanntgabe der vorläufigen Ergebnisse der Kommunalwahlen in der PiS-Zentrale in Warschau.
Der Vorsitzende der größten Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jaroslaw Kaczynski (M) reagiert nach der Bekanntgabe der vorläufigen Ergebnisse der Kommunalwahlen in der PiS-Zentrale in Warschau.  Bildrechte: picture alliance/dpa/PAP | Radek Pietruszka

Mehr aus der Welt

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler 69 min
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
Kaninchen 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK