Streik beim Busverkehr DVS
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10.05.2019 | 12:13 Uhr Tarifabschluss: Mehr Geld für Busfahrer und Fährleute

Streik beim Busverkehr DVS
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Die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber des öffentlichen Regionalverkehrs in Sachsen haben sich nach einem elfstündigen Verhandlungsmarathon am Donnerstagabend auf einen Tarifabschluss geeinigt. In drei Schritten wird der Stundenlohn für Facharbeiter auf rund 16 Euro pro Stunde angehoben, sagte der Verdi-Verhandlungsführer, Jürgen Becker, im Gespräch mit MDR SACHSEN. Weitere Streiks im Regionalverkehr seien damit vom Tisch. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren.

Im öffentlichen Regionalverkehr Sachsen sind rund 3.000 Arbeitnehmer beschäftigt. In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Streiks im regionalen Bus- und Fährverkehr gegeben. Betroffen waren alle Regionen Sachsen, ausgenommen der Raum Leipzig. Nach Angaben von Jürgen Becker werden regionale Verkehrsunternehmen nun Beihilfen bei den Aufgabenträgern beantragen, um die Lohnerhöhungen bezahlen zu können.

Die Tarifeinigung im Detail Rückwirkend ab 1. März 2019 werden die Löhne und Gehälter um 140 Euro monatlich erhöht.
Ab 1. Februar 2020 steigen die Löhne um 5,45 Prozent auf 15,66 Euro Stundenlohn.
Ab 1. Februar 2021 sollen die Löhne um 2,2 Prozent auf dann 16 Euro Stundenlohn steigen.

Die Vergütung der Auszubildenden wird schrittweise angepasst. Noch bekommen Azubis im 1. Lehrjahr 800 Euro. Bis 2021 sollen es 900 Euro sein.

Fährleute bekommen rückwirkend ab 1. März 2019 eine monatliche Zulage von 100 Euro.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.05.2019 | ab 9 Uhr in den Nachrichten

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15 Kommentare

11.05.2019 21:25 Hao-Yi Chen 15

Ich bin selbst Busfahrer, verdiene deutlich weniger als die Kollegen in Sachsen. Wenn es etwas zu meckern gibt, dann sollte man sich zunächst selbst an die eigene Nase fassen. Die Kommunen geben den Auftrag an den jeweiligen Verkehrsunternehmen, die diese Linien ausführen & damit auch Geld erhalten. Die Fahrgeldeinnahmen sind dazu da, um die Kosten abzudecken. In dieser Woche hatte ich Spät-, dann Früh-, dann wieder Spät-, dann zweimal Früh- & und nun die Nachtschicht. Meinetwegen kann der Betrieb von 05:00 bis 21:00 Uhr gehen, um den Rest soll sich der Fahrgast selbst kümmern.

Grüße aus Zeven

11.05.2019 20:20 mare nostrum 14


Und wie Sie sehen, Hans-Jörg, gibt es sogar Neid bei 0,80 € pro Stunde mehr!

Unglaublich, was Raffgier aus den Menschen macht:
Sie führt augenscheinlich zu Fehlfunktionen!

11.05.2019 19:57 Hans-Jörg Meyer 13

Liebe Leser liebe Leserinnen
Wer auch immer diesen Text verfasst hat war entweder schlecht informiert oder wollte schlecht Informieren.
Wie schon erwähnt die 15,66 € gibt es erst wenn man 15 Jahre im Unternehmen ist.
Und die 140 € mehr im Monat sind schlappe 0,80 € mehr in der Stunde.
Und das ist ein Witz!!!
Wir als Busfahrer stehen Nachts zwischen 1 und 2 Uhr auf bei der Frühschicht.
Fahren im Spätdienst bis Mitternacht.
Für uns gibt es weder Wochenende noch Feiertage.
Kein Ostern kein Weihnachten usw.
Wir werden von Autofahrern angepöbelt, müssen für andere Verkehrsteilnehmer mitdenken.
Werden von Fahrgästen bedroht geschlagen ausgeraubt!!!
Ich sehe meine Kollegen öfter als meine Familie!!!
Meine Frau Schichten als Altenpflegerin.
Ohne Großeltern wären wir aufgeschmissen.
Unsere 2 Kinder wissen nicht was ein normales Familienleben ist.
Und das alles nur um mit dem Arsch an die Wand zu kommen.

11.05.2019 11:45 MW 12

Richtigstellung:
Die 15,66 Euro erhält man erst wenn man 15 Jahre im Unternehmen tätig war und nicht von Anfang an!!!!!

11.05.2019 07:25 Fakt 11

>>Sonja, #5:
"..aber nicht laufend eine Erhöhung da könnte jeder Arbeitsnehmer das verlangen"<<
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Nicht laufend, aber wenn ein Tarifvertrag ausläuft liegt es in der Natur der Sache, dass neu verhandelt wird! Und worüber verhandelt man? Richtig: über Entlohnung und Arbeitsbedingungen. Und das passiert nicht nur im Bereich ÖPNV, sondern in allen Branchen, in denen die Arbeitnehmer gewerkschaftlich organisiert sind. Wo das nicht der Fall ist, muss der Arbeitnehmer eben selber mit seinem Chef verhandeln. Wer´s nicht tut, hat selber Schuld. Kann es sein, dass Sie das System noch nicht so recht verstanden haben?

10.05.2019 22:07 mare nostrum 10

Bei steigenden Lebenshaltungskosten hat jeder Arbeitnehmer das Recht und den Anspruch auf Lohnerhöhungen.

Einigkeit unter den arbeitenden Menschen macht stark und Streiks bleiben, wie man sieht, eine erfolgreiche Maßnahme gegen Diktatoren ... auf dem Arbeitsmarkt.

10.05.2019 19:23 Frank 9

@ 3: Ihr "Beitrag" entbehrt jeder sachlichen Grundlage. War wieder einmal Stunde der Populisten. Wer anderer Meinung ist wie Sie, ist rechts. Menschen wie Sie sind der Totengräber von Streitkultur und Demokratie!

10.05.2019 16:54 Hotti 8

Liebe Sonja dein Kommentar zeigt welch geistig Kind du bist. Das du für ein neues Auto immer bezahlen musst merkt ja keiner die Autobauer bekommen über 20 euro Stundenlohn und arbeiten auch noch weniger als ein Busfahrer der für seine Fahrgäste Verantwortung trägt.

10.05.2019 15:08 Fragender Rentner 7

Was zieht eigendlich was nach sich?

Die Lohnerhöungen, den Preissteigerungen oder umgekehrt?

Wie kam um 14:00 Uhr bei MDR-Sachen in den Nachrichten, es war in etwa, dass die Menschen in Sachsen immer noch einen geringeren Lohn haben als in den anderen BL des Ostens von Deutschland.

10.05.2019 14:51 Bürger 6

Hippie, warum stellen sie Sonja in die Rechte Ecke? Nur weil ihnen ihre Meinung nicht gefällt? Sind also alles Rechte die nicht so ticken wie sie. Sie sollten vielleicht mal selbst ihre Einstellung hinterfragen. Es muss nicht jeder Beifall klatschen, wenn wahrscheinlich in nächster Zeit die Fahrpreise durch die Abschlüsse erhöht werden, daß ist aber so in der Marktwirtschaft. Man sollte darüber diskutieren können ohne gleich die Nazikeule raus zu holen, aber manche hier begreifen das wahrscheinlich nicht mehr. Wer nicht meiner Meinung ist kann ja nur ein Rechter sein, sinnlos.

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