MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 19.01.2020 | Nachhören Anne-Sophie Mutter - unser Gast im Sonntagsbrunch

Anne-Sophie Mutter
Bildrechte: dpa

Dieses Lachen! Immer wieder dieses Lachen: ein bisschen kehlig, laut und ehrlich. Wer meint, dass eine Stargeigerin mit Weltkarriere über vier Jahrzehnte ein ernster Mensch sein muss, den belehrt Anne-Sophie Mutter sofort eines Besseren. Sie lacht oft und gern, oft und gern auch über sich selbst und ihren eisernen Willen, der sie immer sagen lassen hat: Ach, das ist doch gar nicht schwer zu spielen.

Mit zwölf auf den Bühnen der Welt

Aber dann musste sie sich arg mühen beim Üben. Die Über-Violinistin, wie sie bei einer der vielen Ehrungen genannt wurde, lacht auch über eigene Faulheit, die sie am besten mit viel Zeitdruck arbeiten lässt, ihren immerwährenden Appetit zu jeder Zeit, ohne selber gut kochen zu können. Ihre Fröhlichkeit verliert Anne-Sophie Mutter, die als Wunderkind herumgereicht wurde und mit zwölf schon auf den großen Bühnen stand, auch nicht, wenn sie von der Härte dieses Lebens erzählt. Früh verwitwet war sie plötzlich alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Kindern - und mit musikalischer Weltkarriere.

Fast 200 Konzerte im Jahr

Eine kleine Frau, von der alle immer Großes erwarteten - und die dem Druck stand hielt. Als Geigerin, als Mutter. DIE Mutter eben. Jetzt macht sie nochmal richtig Dampf, spielt fast 200 Konzerte im Jahr, von Filmmusik, die sie seit ihrer Kindheit im abgeschiedenen Schwarzwaldort mit Kino liebt, bis Beethoven, lässt hochkomplexe neue Werke für sich schreiben, um jungen Komponisten eine Chance zu geben. Und um sich selbst immer wieder herauszufordern. Denn Ruhe und Zufriedenheit sind dieser rastlosen Frau mit der Geige fremd.