MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.10.2021 | Nachhören Raul Krauthausen - unser Gast im Sonntagsbrunch

Er ist immer auf Achse - und das kann man durchaus wörtlich nehmen. Aber Raul Krauthausen arbeitet nicht als Lobbyist für die Autoindustrie, auch wenn er sich schon als so eine Art Lobbyist versteht. Aktivist würde er aber eher sagen. Aktivist für all die Menschen, die, wie er, immer auf Achse sein müssen, weil sie ohne einen Rollstuhl nicht leben können.

Lebensfroh und gern unterwegs

Raul Krauthausen
Lebensfroh und gern unterwegs: Raul Krauthausen Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Wenn man von InfluenzerInnen hört, denkt man schnell an Menschen, die vor einem Millionenpublikum online Schminktipps geben und so Kosmetik verkaufen. Raul Krauthausen ist auch Influencer, nur verkauft er nichts und gibt auch keine Make-Up-Ratschläge. Er sorgt - inzwischen mit einem großen Team - dafür, dass Menschen mit Behinderungen sichtbar und ihre Geschichten gehört werden. Ein Moralist ist Raul Krauthausen, der seit seiner Geburt mit sogenannten Glasknochen lebt, trotzdem nicht. Er ist ein lebensfroher Mensch, der gern schlechte Witze erzählt, der schon mal Armdrücken gemacht hat - bis seiner brach - und der sich gern mit Freunden bzw. mit seiner Freundin in der Kneipe um die Ecke trifft. Vorausstzung dafür ist, dass er mit Rollstuhl hin und rein kommt.

Not macht erfinderisch

Der Ärger über Barrieren hat ihn schon als Student erfinderisch gemacht. Erfunden hat er damals eine online-Karte, wie es sie für Wassersportler, Radfahrer, Wanderer selbstverständlich gibt. Aber eben bis dahin nicht für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind: Wo komme ich durch, wo komme ich rein, wo geht es nicht weiter? Ihm hat dieses Projekt viele Auszeichnungen vom Bundesverdienstkreuz bis zum Bürgerpreis eingebracht. Aber vor allem hat ihn das mit Mut versorgt, weiterzumachen und so eine Art fröhlicher "Rolli-Influencer" zu werden - mit eigenen Podcasts, Büchern, Plattformen. Raul Krauthausen weiß, wie es geht, etwas zu bewegen und bewegt gern weiter - auch mit Rollstuhl.

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