Direktkandidaten im Porträt René Aust (AfD) | Wahlkreis 13 (Schmalkalden-Meiningen II)

Zur Landtagswahl 2019 in Thüringen haben wir den Direktkandidatinnen und -kandidaten Fragen zur Person sowie zu politischen Themen gestellt. Lesen Sie hier die Antworten von René Aust.

Zur Person

René Aust
Bildrechte: MDR/René Aust

  • Aust, René;
  • 32 Jahre alt;
  • Master in Geographie (Schwerpunkt: Wirtschaftsgeographie)
  • weitere Studiengänge Wirtschaftswissenschaften und Philosophie
  • ledig
  • Erfurt

Politischer Werdegang

vormals SPD, seit 2017 AfD

Privates

Was ist Ihre größte Stärke?

Ich bin stressresistent.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Ich schreibe gerne lange, verschachtelte Sätze. In diesem Fragebogen versuche ich es aber zu vermeiden.

Wo erholen Sie sich in Thüringen am liebsten?

In meinem Garten.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Den Roman "Robinson Crusoe" von Daniel Defoe, einen Fußball und einen für mich ganz besonders wichtigen Menschen.

Politisches

Warum haben Sie sich als Direktkandidat zur Wahl gestellt?

In unseren komplizierten Zeiten muss man bereit sein für seine Heimat Verantwortung zu übernehmen. Als AfD-Kandidat bin ich mir darüber im klaren, dass es Anfeindungen und Angriffe von Linksextremen geben kann. Aber unsere Heimat ist das Risiko wert!

Wenn Sie gewählt werden, was ist Ihr wichtigstes Ziel für die kommende Legislaturperiode?

Als Wirtschaftsgeograph liegt mein besonderes Augenmerk auf den wirtschaftlichen Ungleichgewichten zwischen Ost und West. Die Politik kann beispielsweise mit den Instrumenten der Wirtschaftsförderung (besonders für Industrie und Handwerk aber für menschennahe Dienstleistungen wie der Pflege) und der Schwerpunktsetzung bei zukunftsorientierten Investitionen (besonders im Bereich Digitalisierung und Ausbildungsbedingungen) für die Angleichung der Löhne und der Lebensbedingungen zwischen Ost und West beitragen. Dieses Ziel zu erreichen ist mein wichtigstes Anliegen.

Was wollen Sie für Thüringen erreichen…

... im Bereich Bildung

Drei Punkte sind entscheidend: Erstens, unsere Schulen in den kleineren Gemeinden und Dorfschulen müssen erhalten bleiben! Für einen optimalen Lernerfolg der Kleinen dürfen wir es ihnen nicht zumuten, zum Teil über eine Stunde Morgens und Abends mit dem Schulbus durch die Gegend gefahren zu werden. Zweitens, CDU, SPD und Linkspartei haben einen gewaltigen Schulinvestitionsstau angehäuft. Wer sich die Schultoiletten des Landes ansieht, den überkommt der Ekel. In einigen Schulen funktionieren auch Jalousien über lange Zeit nicht, sodass in obersten Stockwerken im Sommer nicht unterrichtet werden kann.

Hier müssen wir die Haushaltsausgaben priorisieren! Weg mit unnützen, ideologischen Ausgaben für Weltklimarettung und Wolfsmanagement. Das Geld wird in unseren Schulen benötigt! Drittens, der Unterrichtsausfall hat traurige Höchststände erreicht. In Ostthüringen wurde gar der Unterrichtsnotstand ausgerufen. Wir werden das Bewerbungs- und Einstellungsverwaltung für Lehrer verbessern und so für eine schnellere Besetzung freier Lehrerstellen sorgen. Zusätzlich schaffen wir eine Prämie für Lehrer, die sich bereit erklären, im ländlichen Raum zu unterrichten. Auch unsere Lehrkräfte verdienen größeren Respekt und Wertschätzung!

... im Bereich Forschung und Entwicklung

Hier gibt es drei wesentliche Herausforderungen: Erstens, von den elf Hochschulen, die vom Bund als Eliteuniversitäten besonders gefördert werden, befindet sich keine in Thüringen. Hier gehen den Hochschulen des Freistaates viele Millionen Euro Förderung und Ansehen verloren. Das muss sich ändern! Die Forschungs- und Universitätslandschaft in Thüringen muss strukturiert sein, dass eine Hochschule im Rahmen der Eliteninitiative besondere Förderung erfährt.

Zweitens, das Thüringer Hochschulgesetz muss rückabgewickelt werden. Professoren werden durch das Gesetz in ihrer Lehrfreiheit beschränkt. Das schadet dem Hochschul- und Forschungsstandort Thüringen. Drittens, die Meinungsfreiheit wird an den Hochschulen durch eine kleine radikale und zum Teil extreme Minderheit unterdrückt. Studenten, Professoren und Mitarbeiter mit alternativen, nicht linken Ansichten und Meinungen werden denunziert, eingeschüchtert und angegriffen. Wer politische Straftaten erheblichen Ausmaßes begeht, muss schneller und leichter von Universitäten exmatrikuliert werden können!

... im Bereich Wirtschaft und Verkehr

Vor der Wiederverinigung 1990 gab es auf dem Boden der DDR etwa vier bis fünf Millionen Industriearbeitsplätze, heute sind es weniger als eine Million. Darum braucht es eine Industrialisierungsoffensive für Thüringen und ganz Ostdeutschland! Dazu zählt der Ausbau gewerbenaher Infrastruktur, gezielte Ansiedlung von Behörden, Ausbau von Universitäten und Fachhochschulen außerhalb der Ballungszentren und eine Priorität des Ausbaus von Verkehrsinfrastruktur und digitalen Netzen. Ein Beispiel für Verkehrinfrastrukturmaßnahmen: In Thüringen sind nur rund 20 Prozent aller Bundesfernstraßenbrücken in einem guten Zustand. Zwölf Prozent sind sogar unmittelbar sanierungsbedürftig.

Hinzukommt der beklagenswerte Zustand von gut drei Prozent der Eisenbahnbrücken. Der Bund und die Deutsche Bahn kommen ihrer Pflicht zur Ertüchtigung dieser Brücken nicht ausreichend nach. Die nächste, neue, nicht rot-rot-grüne Landesregierung muss in Berlin darauf bestehen, dass diese Missständ schneller als bisher behoben wird.

... im Bereich Innere Sicherheit

Erstens, die AfD Thüringen hat als unumstößliche Bedingung für jede Regierungsbeteiligung die Abschiebeoffensive gemacht. Wer in Deutschland vollziehbar ausreisepflichtig ist, dieser Pflicht nicht nachkommt und in Thüringen aufgegriffen wird, wird abgeschoben. Dafür steht die AfD im Allgemeinen und in Thüringen erst Recht! Zweitens, landesweit erreichen die Dienstpostenbesetzungen bei den Polizeiinspektionen nicht die notwendigen Soll-Zahlen.

Ein Beispiel: Die Polizeiinspektion Schmalkalden-Meiningen soll den Organisations- und Dienstplänen des Landes gemäß 133 Dienstposten – also 133 Polizisten – umfassen. Tatsächlich ist die Polizeiinspektion nur mit 105 Polizisten für den ganzen Landkreis besetzt. Dies entspricht einem Besetzungsgrad von gerade 79 Prozent. Das geht so nicht! Polizisten sind überlastet, schieben Berge von Überstunden vor sich her und wir Bürger müssen ewig auf den Streifenwagen warten.

Neben den Schulen werden wir hier - bei der Polizei und der Inneren Sicherheit - die Ausgabenpriorität setzen! Jahrelang war es dem SPD-Innenminister nicht mal möglich, der Polizei einen eigenen mobilen Toiletten-Wagen zu ermöglichen. Wir werden den Polizisten die angemessene Wertschätzung entgegenbringen.

... im Bereich Umwelt/ Klimaschutz?

Ja, es gibt einen Klimawandel. Wer mit Förstern des Thüringer Waldes, mit Thüringer Winzer, Landwirte und Jäger über die Auswirkungen des Klimawandels spricht, kann das nicht bestreiten. Klar ist aber auch: Es ist absurd zu glauben, aus Thüringen heraus könnte das Weltklima gerettet werden. China alleine plant zusätzliche Kohlekraftwerke die mehr Gigawatt produzieren als in Deutschland heute insgesamt am Netzt sind. Während die SPD und Grüne bis 2030 Diesel und Benzin-Autos verbieten wollen, wurden in den Jahren 2016, 2017 und 2018 weltweite Absatzrekorde bei Geländewagen (SUVs) erreicht. Die „Weltklimarettungspolitik“ ist Unfug, schon allein weil der Rest der Welt nicht mitmacht!

Wir müssen uns an das sich verändernde Klima anpassen: Dazu gehören beispielsweise Investitionen in das Kanalisationssysteme damit die veränderte Regenhäufigkeit und Regenheftigkeit nicht häufiger zu Überschwemmungen führen wie in Schmalkalden 2013. Realpolitik ist angesagt, nicht linksgrüne Träumerei!

Vervollständigen Sie bitte den Satz: In fünf Jahren sollte es in Thüringen...

... eine Mehrheit für bürgerliche, solidarische und patriotische Politik geben!

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit vom Tag | 27. Oktober 2019 | 18:00 Uhr