Do 19.11. 2020 22:40Uhr 29:30 min

Abschied vom Leben

Was am Ende wichtig ist

Film von Henrike Sandner

Komplette Sendung

Ein älteres Ehepaar schauen sich Fotografien von Verstorbenen an 29 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Do, 19.11.2020 22:40 23:10

Bilder zur Sendung

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Trauernde Gäste einer Beerdigung auf dem Friedhof.
Die Zahl kirchlicher Bestattungen nimmt kontinuierlich ab, aber nicht der Wunsch nach einer würdevollen und individuellen Abschiedszeremonie. Gerade die letzten Monate haben gezeigt, wie elementar dieses Bedürfnis ist: Die strengen Auflagen für Beerdigungen wurden als schmerzlich empfunden.  Bildrechte: MDR/Erik Schimschar
Trauernde Gäste einer Beerdigung auf dem Friedhof.
Die Zahl kirchlicher Bestattungen nimmt kontinuierlich ab, aber nicht der Wunsch nach einer würdevollen und individuellen Abschiedszeremonie. Gerade die letzten Monate haben gezeigt, wie elementar dieses Bedürfnis ist: Die strengen Auflagen für Beerdigungen wurden als schmerzlich empfunden.  Bildrechte: MDR/Erik Schimschar
Fünf Personen tragen einen Sarg auf einem Friedhof.
Erdbestattungen werden immer seltener. Für den Trauerprozess bietet diese klassische Bestattungsform einen psychologischen Vorteil: Weil man tatsächlich einen Menschen zu Grabe trägt, kann die Realität des Verlustes von manchen besser verstanden werden. Bildrechte: MDR/Erik Schimschar
Ein Mann verstreut die Asche eines Verstorbenen aus einer Urne.
Die Soziologin Juliane Uhl möchte, dass sich Menschen für das Abschiednehmen mehr Zeit nehmen. Anonyme Bestattungen und Urnenbestattungen "auf der grünen Wiese" findet sie unangemessen. Damit Angehörige einen Ort für ihre Trauer haben, hat sie das Projekt eines Friedgartens entwickelt. Bildrechte: MDR/Erik Schimschar
Bestatter Eric Wrede neben einer individuell gestalteten Urne.
Auch der Berliner Bestatter Eric Wrede plädiert dafür, sich Zeit zu nehmen. Neben individuellen Bestattungen bietet er Angehörigen an, im Trauerprozess kreativ zu werden und selbst eine ganz persönliche Urne für den Verstorbenen zu kreieren. Bildrechte: MDR/Erik Schimschar
Sarg im Altarraum in der Dorfkirche in Siethen (Ludwigsfelde)
Der Film stellt Menschen wie Eric Wrede vor, die ihre eigenen Erfahrungen mit dem Tod haben und sich für ein bewusstes Abschiednehmen stark machen. Und er ermutigt dazu, sich auch schon mitten im Leben Gedanken über die Gestaltung des Abschieds vom Leben zu machen. Bildrechte: MDR/Erik Schimschar
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Die Zahl kirchlicher Bestattungen nimmt kontinuierlich ab, aber nicht der Wunsch nach einer würdevollen und individuellen Abschiedszeremonie. Gerade die letzten Monate haben gezeigt, wie elementar dieses Bedürfnis ist: Die strengen Auflagen für Beerdigungen wurden als schmerzlich empfunden. Der Film stellt Menschen vor, die ihre eigenen Erfahrungen mit dem Tod haben, und sich für ein bewusstes Abschiednehmen stark machen.

Christa Fredrich hat ihren Mann bis zu seinem Tod begleitet und ihm den Wunsch nach einer Erdbestattung erfüllt. Es war ein langer, schmerzlicher Prozess des Abschieds, sagt Christa Fredrich, aber sie sei dankbar für jede Minute. Ihre Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, den Wünschen des Sterbenden zu entsprechen, aber auch den eigenen Bedürfnissen als Angehöriger.

Juliane Uhl will, dass sich Menschen für das Abschiednehmen mehr Zeit gönnen. Anonyme Bestattungen und das Urnengrab auf der Wiese nehmen zu. Am Ende gibt es keinen Ort für die Trauer. Die Soziologin Juliane Uhl hat deshalb das Projekt eines Friedgartens entwickelt.

Auch der Bestatter Eric Wrede plädiert dafür, sich Zeit zu nehmen. Er bietet den Menschen an, selbst eine Urne zu bauen, um sich ganz persönlich zu verabschieden.

Der Fotograf Walter Schels hat mit Menschen im Hospiz über ihre letzte Lebensphase gesprochen und sie um die Erlaubnis gebeten, sie vor und nach ihrem Tod fotografieren zu dürfen. Für ihn war es eine Möglichkeit, seine eigene Angst vor dem Thema Tod zu überwinden. Den Porträtierten gibt es die Möglichkeit als eine Art Abschiedsbotschaft ein friedliches Bild zu hinterlassen.

Gerade wenn weniger Menschen eine Bindung an Kirche und Glaube haben und deshalb traditionelle Rituale nicht mehr selbstverständlich sind, ist es wichtig zu überlegen, wie der Abschied am Ende des Lebens gestalten werden soll. Der Film ermutigt dazu, sich auf diese Fragen einzulassen, schon mitten im Leben.

Mehr zur Sendung

Einen Ort zum Trauern zu haben, ist für die Hinterbliebenen enorm wichtig. Die Erinnerung an einen Menschen an seinem Grab wach zu halten erleichtert den Angehörigen mit dem schmerzlichen Verlust umzugehen. mit Video
Einen Ort zum Trauern zu haben, ist für die Hinterbliebenen enorm wichtig. Die Erinnerung an einen Menschen an seinem Grab wach zu halten erleichtert den Angehörigen mit dem schmerzlichen Verlust umzugehen. Bildrechte: MDR/Erik Schimschar

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