"Njedamy sej swoju maćeršćinu zakazać!" "Wir lassen uns sorbisch nicht verbieten!"

Ein Team von "Satkula" war mittendrin im Rosenmontags-Trubel in Wittichenau, als die Live-Berichterstattung durch das aggressive Auftreten eines Mannes, der dem Reporter verbieten wollte, sorbisch zu sprechen, gestört wurde.

SATKULA-Team im Studio Bautzen
Bildrechte: MDR Christian Buck

Zweisprachig Fasching feiern? Na klar. Und die sorbischsprachige Jugendredaktion "Satkula" des MDR-Regionalstudios in Bautzen/Ostsachsen war mittendrin im Rosenmontags-Trubel der Karnevalshochburg Wittichenau. Was als Live-Berichterstattung aus einer "Themenbar" über eine ausgelassene zweisprachige Party begann, endete jedoch mit Fassungslosigkeit bei der sorbischen Redaktion.

Ein Mann, der sich als Mitglied des Karnevalvereins Wittichenau ausgab, platzte in eine Schalteinblendung der laufenden Sendung und verbot sowohl dem Satkula-Reporter als auch seinem Interviewpartner, in sorbischer Sprache zu sprechen. Weiter erklärte er gegenüber den sorbischen Reportern, den redaktionellen Mitarbeitern und den Anwesenden, dass der Faschingsverein ein "deutscher Verein ist und hier nicht sorbisch gesprochen wird". Durch sein zudem aggressives Auftreten musste die Liveberichterstattung unterbrochen werden. Ein für den MDR bisher nicht gekannter Vorgang.

Für die jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Satkula war es ein schockierendes Erlebnis, zumal Karnevals-Berichterstattungen im Sorbischen Programm von MDR SACHSEN zum Rosenmontagsumzug und den Feiern danach schon zur guten Tradition gehören.

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit dem Wittichenauer Karnevalsverein und der Stadt Wittichenau kann es sich die Redaktion des Studios Bautzen/Ostsachsen/Sorbisches Programm nicht vorstellen, dass die so drohend auftretende Person im Namen des Vereins gehandelt hat. Auch die Landesgruppe Sachsen des MDR-Rundfunkrates zeigte sich auf ihrer Sitzung am nächsten Tag mehr als schockiert über das Geschehen am Montagabend. Das Gremium hat den MDR darin bestärkt, mit dem Wittichenauer Karnevalsverein und der Stadt Wittichenau den Vorfall auszuwerten und eine abgestimmte Vorgehensweise für zukünftige Berichterstattungen in sorbischer Sprache zu finden.

Sowohl der Bürgermeister der Stadt als auch der Präsident des Karnevalvereins Wittichenau haben auf das Schreiben, das die Intendantin Prof. Dr. Karola Wille, die Studioleiterin Bogna Koreng und Landesfunkhausdirektor Sandro Viroli unterzeichnet haben, prompt reagiert. Sie entschuldigen sich aufrichtig für den für sie nicht nachvollziehbaren Vorfall und bekräftigen, dass das Sorbische ein wesentlicher Bestanteil des öffentlichen Lebens von Wittichenau ist und bleibt.

"Seien Sie sicher, dass Sie uns auch weiterhin zum Karneval sowie zu den vielfältigen weiteren Festen in Wittichenau herzlich willkommen sind", schreiben beide im Namen der Stadtverwaltung und der Mitglieder des Karnevalvereins. Und dies ist auch ganz im Sinne der derzeitigen sorbischen Imagekampagne des Freistaates Sachsen "Sorbisch? Na klar.", für die auch inmitten von Wittichenau derzeit mit einem Banner geworben wird. Sorbisch? Na klar! Serbsce? Sowě! - weiterhin auch in Wittichenau.