Wenig Gerechtigkeit nach 1989

Alexandru Munteanu war zur Revolution etwa so alt wie sein Sohn heute. Er hat sich wie die meisten Rumänen unter dem Sturz des Regimes etwas anderes vorgestellt und nicht, dass der Aufstand lediglich die Ceausescu-Diener an die Macht spülen würde. Ein Teil der politischen Wendehälse hat heute noch Einfluss auf die Geschicke des Landes und lebt in Wohlstand, zu dem sie durch äußerst dubiose Geschäfte gelangt sind. "Es gibt in Rumänien das geflügelte Wort, dass die Kinder unserer Chefs, die Chefs unserer Kinder sein werden. Früher hat die Partei über die Posten entschieden, heute braucht man die richtigen Beziehungen, um Karriere zu machen. Ich hatte gehofft, es würde nach 1989 gerechter zugehen", sagt Munteanu verbittert. Nach der Wende wechselte der Ingenieur zu einem der größten Betriebe, der rumänischen Staatsbahn. Die ist inzwischen marode. Die wechselnden Regierungen haben nötige Reformen jahrelang aufgeschoben. Munteanu hatte Glück, dass er bei der jüngsten Massenentlassung nicht seinen Job kurz vor der Rente verlor. Statt Freude verspürt er Frust über die Politik der vergangenen Jahrzehnte. "Hoffnungen habe ich keine mehr, sondern nur noch Misstrauen in diesen Staat", sagt der Familienvater.

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Zoltan Schönberger war 1989 bereits Ex-Polizist und lebte in Sanpetru Mare, heute betreibt er einen Dorfladen in Periam (ZOLI 1989) Bildrechte: MDR/Dobrivoie Kerpenisan
MDR FERNSEHEN So, 15.12.2019 23:55 00:50
Badezimmer in Ceausescu-Villa, Bukarest
Für besonders viele Schlagzeilen sorgte eines der Badezimmer der Ceausescu. Viele Rumänen dachten, die Wasserhähne seien mit Gold überzogen, doch war es nur eine goldfarbene Schutzschicht, die jedes Jahr frisch aufgetragen wurde. Bildrechte: MDR/Annett Müller-Heinze