Zentrum des Uranbergbaus Wildwest in Johanngeorgenstadt

Ein Mann schaut in die Kamera. 3 min
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Es ging rau zu in den Anfangsjahren der Wismut. Manche sagen sogar, es war "Wildwest". Prügeleien untereinander und Schlachten mit der Polizei waren an der Tagesordnung.

MDR FERNSEHEN Mi 07.12.2011 23:30Uhr 02:41 min

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Das beschauliche Bergarbeiterstädtchen Johanngeorgenstadt avancierte 1947 zum ersten Zentrum des Uranbergbaus. Quasi über Nacht wurde die Stadt von den aus allen Teilen der sowjetischen Besatzungszone heranströmenden Uran-Jägern der "Wismut“ besetzt: die Einwohnerzahl schnellte von 6.000 auf 30.000 hoch. "Hier war Wildwest", erinnern sich "Wismut"-Kumpel an diese Jahre, als jeden Tag zehntausende Bergleute in schier endlosen Kolonnen durch die Stadt zu den Schächten strömten und abends nackt auf den Kneipentischen getanzt wurde.

Doch auch das Gesicht Johanngeorgenstadts veränderte sich alsbald: Überall wuchsen riesige Abraumhalden empor und die Stadt glich zunehmend einer riesigen Halde mit alten Häusern darin. 1953 sollte es noch schlimmer kommen: Da die Stadt durch den Abbau des Uranerzes komplett unterhöhlt war und die Gefahr bestand, dass ganze Straßenzüge im Berg verschwinden könnten, wurde von der "Wismut" beschlossen, die Altstadt abzureißen. Und der Plan wurde in den folgenden Jahren umgesetzt: Straßenzug um Straßenzug wurde dem Erdboden gleichgemacht, bis am Ende beinahe die gesamte Altstadt verschwunden war …

Johanngeorgenstadt - von der Wismut gezeichnet

Johanngeorgenstadt 1953, Blick vom Kirchturm auf die Altstadt - im Vordergrund der Marktplatz, im Hintergrund Halden und Schachtanlagen
Blick vom Kirchturm auf die Altstadt - im Vordergrund der Marktplatz, im Hintergrund Halden und Schachtanlagen Bildrechte: Sammlung Frank Teller
Johanngeorgenstadt 1953, Blick vom Kirchturm auf die Altstadt - im Vordergrund der Marktplatz, im Hintergrund Halden und Schachtanlagen
Blick vom Kirchturm auf die Altstadt - im Vordergrund der Marktplatz, im Hintergrund Halden und Schachtanlagen Bildrechte: Sammlung Frank Teller
Johanngeorgenstadt, Bahnhofstraße, Hauptgeschäftsstraße der Altstadt (1954) - später abgerissen
Die Bahnhofstraße war die Hauptgeschäftsstraße der Altstadt von Johanngeorgenstadt. Sie wurde in den 1950er Jahren abgerissen. (Aufnahme 1954) Bildrechte: Sammlung Frank Teller
Johanngeorgenstadt, Eibenstocker Straße in der Altstadt (1954) - später abgerissen
Eibenstocker Straße in der Altstadt 1954. Auch sie wurde später abgerissen. Bildrechte: Sammlung Frank Teller
Johanngeorgenstadt, damalige Rudolf-Breitscheid-Straße (früher Körnerstraße) in der Altstadt (1954) - später abgerissen
Abgerissen wurden in den 1950er-Jahren auch die Häuser in der damaligen Rudolf-Breitscheid-Straße. (Aufnahme von 1954) Bildrechte: Sammlung Frank Teller
Johanngeorgenstadt, Abriss der Altstadt (um 1957) - im Hintergrund Schacht 227 und die Zentralschachthalde
1957 waren bereits große Teile der Altstadt dem Erdboden gleichgemacht. Im Hintergrund Schacht 227 und die Zentralschachthalde. Bildrechte: Sammlung Frank Teller
Johanngeorgenststadt 1960 - Blick vom Kirchturm auf abgerissene Altstadtstraßen
Blick vom Kirchturm auf die Straßenzüge der abgerissenen Altstadt. (Aufnahme von 1960) Bildrechte: Sammlung Frank Teller
Johanngeorgenstadt, Räumungsgebiet der Altstadt (1960) - im Hintergrund die Bergarbeitersiedlung Pachthaus
Die weitestgehend dem Erdboden gleichgemachte Altstadt, im Hintergrund die Bergarbeitersiedlung Pachthaus. (Aufnahme 1960) Bildrechte: Sammlung Frank Teller
Johanngeorgenstadt mit der ehemaligen Karl-Liebknecht-Straße (früher Hohegenisterstraße) in der ehemaligen Altstadt (1970)
Die Karl-Liebknecht-Straße 1970. Bildrechte: Sammlung Frank Teller
Denkmal in Johanngeorgenstadt
Denkmal für einen Johanngeorgenstädter Schuldirektor. Die Statue stand früher in der Altstadt, nach dem Abriss steht sie nun mitten im Wald. Bildrechte: Conrad Weigert
Denkmal in Johanngeorgenstadt
Das Denkmal Johann Georg I., Kurfürst von Sachsen: Es stand einst auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. Bildrechte: Conrad Weigert
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Marktplatz Johanngeorgenstadt - damals und heute

Johanngeorgenstadt (um 1920)
Der Marktplatz von Johanngeorgenstadt um 1920. Bildrechte: Sammlung Frank Teller
Johanngeorgenstadt (um 1920)
Der Marktplatz von Johanngeorgenstadt um 1920. Bildrechte: Sammlung Frank Teller
Der Marktplatz am 1. Mai 1951. Tausende Kumpel haben sich vor dem Rathaus versammelt.
Der Marktplatz am 1. Mai 1951. Tausende Kumpel haben sich vor dem Rathaus versammelt. Bildrechte: Sammlung Frank Teller
JDer Marktplatz nach dem Beginn der Abrissarbeiten (1954/55). Die Stadtkirche war von 1956 bis 1960 gesperrt, blieb jedoch stehen.
Der Marktplatz nach dem Beginn der Abrissarbeiten (1954/55). Die Stadtkirche war von 1956 bis 1960 gesperrt, blieb jedoch stehen. Bildrechte: Sammlung Frank Teller
Johanngeorgenstadt, das Rathaus nach Beginn der Abrissarbeiten in  der Altstadt (1954) - im Hintergrund die Zentralschachthalde
Das Rathaus 1954. Im Hintergrund die Zentralschachthalde. Überall in der Stadt ragten solche Abraumhalden empor. Bildrechte: Sammlung Frank Teller
Johanngeorgenstadt im Winter 1954,1955 mit dem Abriss des Rathauses - im Hintergrund der Förderturm von Schacht 227
Winter 1954,1955: Das Rathaus wird abgerissen. Bildrechte: Sammlung Frank Teller
Johanngeorgenstadt - der ehemalige Marktplatz (Januar 2007) - im Hintergrund der Kirchturm
Der Marktplatz im Januar 2007. Im Hintergrund der Kirchturm. Die Bushaltestelle heißt bis heute Haltestelle "Markt". Bildrechte: Sammlung Frank Teller
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Johanngeorgenstadt 1 min
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Zuletzt aktualisiert: 01. Dezember 2011, 14:53 Uhr

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