#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 15. Oktober

1946: Der erste DEFA-Film nach dem Krieg erscheint

"Die Mörder sind unter uns" ist der erste Film, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland gedreht wurde. Er gehört zu den sogenannten Trümmerfilmen. Die erste Klappe dafür fiel am 4. Mai 1946. Als zwei Wochen später, am 17. Mai 1946, die DEFA gegründet wurde, bekamen die Gäste der Festveranstaltung Gelegenheit, die Dreharbeiten zu dem Film beobachten zu können. Sie konnten sich davon überzeugen, dass viele Arbeiten an dieser ersten Nachkriegsproduktion noch unter unglaublich schwierigen Bedingungen abliefen – von den Außenaufnahmen zwischen den Trümmern des völlig zerstörten Berlin ganz zu schweigen.

1950: Erste Volkskammerwahl

Die Volkskammer war mit der Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 vor erst nur provisorisch gebildet worden. Doch das aus den Mitgliedern des Volksrates bestehende Parlament musste noch durch Wahlen vom Volk legitimiert werden. Daher fanden am 15. Oktober 1950 die ersten Wahlen zur Volkskammer statt. Außerdem wurden an diesem Tag auch die Vertretungen der Landtage, Kreistage und Gemeindevertretungen gewählt. Bei der Wahl konnte lediglich über die Kandidaten der so genannten "Einheitsliste" abgestimmt werden, in der die Führung der SED festgeschrieben war.

Aufgrund der mäßigen Wahlergebnisse, die die SED bei den Lokal- und Länderwahlen 1946 und 1947 erzielt hatte, erzwang die Partei die Aufstellung von Einheitslisten unter ihrer Führung. Die seit 1950 auf dieser Grundlage gewählten Abgeordneten verteilten sich nach einem festen Schlüssel auf die 466 Sitze der Volkskammer. Dabei entfielen 100 Sitze auf die SED, je 60 auf CDU und LDPD, 40 auf den FDGB, je 30 auf NDPD und DBD, FDJ und KB erhielten je 20 Sitze, DFD und VVN (bis zu dessen Auflösung 1953) jeweils 15, VdgB und Genossenschaften je fünf Sitze. Die verbleibenden 66 Sitze waren für die durch die Ost-Berliner Stadtverordnetenversammlung nominierten Berliner Abgeordneten reserviert

Die Volkskammer der DDR tagte am 2. Oktober 1990 das letzte Mal.

1990: Michail Gorbatschow erhält den Friedensnobelpreis

Am 15. Oktober 1990 wurden der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Das Preiskommitee in Oslo begründete seine Entscheidung damit, dass Gorbatschow eine führende Rolle im internationalen Friedensprozess gehabt hätte. Besonders Gorbatschows Innenpolitik hätte dazu geführt, das internationale Vertrauen zu stärken.

Michail Gorbatschow 2 min
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Der Friedenspreis war mit einer Million Mark dotiert. Gorbatschow äußerte sich nach der Nominierung als "emotional ergriffen". Die Auszeichnung, so der Staatschef, sei in erster Linie eine Anerkennung der Perestroika, die in seinem Land einen schweren Stand habe.