Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl

Tschernobyl und die DDR

Blick auf den zerstörten Reaktor im ehemaligen Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine
26. April 1986: Nach einer testweisen Abschaltung von Reaktor 4 zur Überprüfung der Sicherheitssysteme fiel um 01:23 Uhr das Kühlwassersystem aus – eine unkontrollierte atomare Kettenreaktion begann. Bildrechte: dpa

"Waschen Sie Ihren Salat etwas gründlicher als sonst"

Blick auf den zerstörten Reaktor im ehemaligen Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine
26. April 1986: Nach einer testweisen Abschaltung von Reaktor 4 zur Überprüfung der Sicherheitssysteme fiel um 01:23 Uhr das Kühlwassersystem aus – eine unkontrollierte atomare Kettenreaktion begann. Bildrechte: dpa
Blick auf den zerstörten Reaktor im ehemaligen Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine
26. April 1986: Nach einer testweisen Abschaltung von Reaktor 4 zur Überprüfung der Sicherheitssysteme fiel um 01:23 Uhr das Kühlwassersystem aus – eine unkontrollierte atomare Kettenreaktion begann. Bildrechte: dpa
Der zerstörte Reaktorblock 4 - Katastrophe von Tschernobyl
Zwei schwere Explosionen zerstörten den Reaktor und den Maschinenraum. Acht Tonnen radioaktiven Materials wurden in die Luft geschleudert. Bildrechte: IMAGO
Männer mit Wasserschläuchen
Die Werksfeuerwehr sollte den Brand löschen. Die Feuerwehrmänner überlebten den Einsatz nicht. Bildrechte: dpa
Tschernobyl - Ausbreitung der radioaktiven Wolken in der Zeit vom 27. April bis 6. Mai 1986.
Durch die Explosion bildete sich eine radioaktive Wolke, die weite Teile der Ukraine, Russlands, Weißrusslands verstrahlte und auch Westeuropa erreichte. Schwedische Messstationen registrierten bereits am Morgen der Katastrophe radioaktiven Niederschlag. Die Regierung in Moskau reagierte mit einer Informationssperre. Die Karte des Bundesamtes für Strahlenschutz zeigt die Ausbreitung der radioaktiven Wolke in den Tagen nach dem Reaktorunglück. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Die Stadt Prybjat
Die Folgen des Reaktorunfalls waren fatal: Die Bevölkerung in unmittelbarer Umgebung des Kernkraftwerkes war der Radioaktivität zunächst schutzlos ausgesetzt. Die Evakuierung aller Wohngebiete in einer 30-Kilometer-Zone lief erst nach einer Woche an. Bis zu 350.000 Menschen umgesiedelt. Bildrechte: IMAGO
Mitarbeiter der Produktionstechnischen Gesellschaft "Pripjat" bei einer radiologischen Untersuchung von Fischen.
Um die Bevölkerung zu beruhigen, wurden Untersuchungen an Mensch und Tier durchgeführt, die wahren Ergebnisse aber verschwiegen. Hier eine Probeuntersuchung nahe des Unglücksortes. Bildrechte: dpa
Aktuelle Kamera 1986 zum Thema Tschernobyl
Erst zwei Tage nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl wurde in der DDR zum ersten Mal von dem Ereignis berichtet - in den Fernsehnachrichten der "Aktuellen Kamera", und zwar ganz am Ende der Sendung. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Salat wird auf Belastung mit Radioaktivität überprüft
Die ausgetretene Strahlung wurde durch Wind und Regen über weite Teile Europas verteilt. Auf einen Unfall wie in Tschernobyl war niemand vorbereitet. In der Bevölkerung in beiden Teilen Deutschlands herrschte starke Verunsicherung, die Politik reagierte zunächst hilflos. Während in Bayern vor dem Verzehr von Milch und Blattgemüse gewarnt wurde, hieß es im Sozialministierum in Baden-Württemberg: Hausfrauen sollten ihr Blattgemüse nur "etwas gründlicher waschen als sonst". In der Bundesrepublik wurde ab Mai 1986 in Folge der Reaktorkatastrophe Salat auf Belastung mit Radioaktivität überprüft. Bildrechte: dpa
Verstrahltes Gemüse wird untergepflügt
Verstrahltes Gemüse wurde nach der Katastrophe in der Bundesrepublik untergepflügt, während es in der DDR weiterhin im Handel war und teils auch für die Schulspeisung verwendet wurde. Pilze und Wild gelten bis heute teilweise über die Grenzwerte hinaus belastet. Bildrechte: dpa
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Im April 1986 war nach der fatalen Kernschmelze eilig von der Sowjetunion ein Betonsarkophag errichtet worden. 30 Jahre später - 2016 - umschließt nunmehr eine neue Schutzhülle die AKW-Ruine. Der Bau des rund zwei Milliarden Euro teuren Stahlbaus war nur durch 40 Geberländer möglich. Als nächster Schritt soll erst einmal der darunter liegende Betonsarkophag entsorgt werden. Experten vermuten in dem explodierten Reaktor noch etwa 200 Tonnen Uran, deren Radioaktivität für Menschen tödlich ist.
(Über dieses Thema berichtete der MDR auch in "Aktuell", 26.04.2017, 10:55 Uhr)
Bildrechte: mdr
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