#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 30. November

1945: Luftkorridore für West-Berlin

Der Alliierte Kontrollrat beschließt 1945, drei Luftkorridore zwischen Berlin und den westlichen Besatzungszonen einzurichten. Ziel ist es, Berlin wieder in den zivilen Nachkriegsluftverkehr zu integrieren. Bis 1990 bleiben die Korridore allerdings nur US-amerikanischen, britischen und französischen Airlines vorbehalten. Westdeutsche Airlines dürfen West-Berlin nicht anfliegen. Besondere Bedeutung kommt den Luftkorridoren in der Zeit der Berliner Luftbrücke 1948/1949 zu. Nachdem die Sowjetunion West-Berlin komplett isoliert, richten die Alliierten eine Luftbrücke ein, um die Bevölkerung zu versorgen.

Die Concorde vor den neuen Flughafen-Gebäuden in Berlin-Tegel am Samstag dem 17.1.1976
Die Concorde vor den Flughafen-Gebäuden in Berlin-Tegel am 17. Januar 1976. Bildrechte: dpa

1984: DDR baut letzte Selbstschussanlage ab

An der innerdeutschen Grenze bauen DDR-Soldaten 1984 die letzten Selbstschussanlagen ab. Sie haben damit bereits 1983 begonnen, als Gegenleistung für einen westdeutschen Milliardenkredit. Von 1971 bis 1984 waren etwa 55.000 dieser "Tötungsautomaten" auf einem Drittel der 1.400 Kilometer langen innerdeutschen Grenze montiert. 1985 folgt der Rückbau von Minenfeldern. Bautrupps entfernen hunderttausende Sprengfallen. Mehrere hundert Menschen sind auf ihrer Flucht in den Westen an der Grenze ums Leben gekommen.

Am 13. August 2011 jährt sich zum 50. Mal der Tag, an dem mit der Teilung Berlins die Spaltung Deutschlands und Europas vollendet und für mehr als zweieinhalb Jahrzehnte zementiert wurde. Erzählt wird die Geschichte der Berliner Mauer und Innerdeutschen Grenze aus einer neuen Perspektive: Aus der Sicht derer, die sie geplant, erbaut und bewacht haben. Selbstschussanlage namens SM-70.
Selbstschussanlage namens "SM-70" Bildrechte: mdr/rbb/Looks Film/BStU

2016: Deutscher Zukunftspreis Dresdner Forscher

Der damalige Bundespräsident Joachim Gauck zeichnet 2016 Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden mit dem Deutschen Zukunftspreis aus. Die Forscher haben mit Carbonbeton eine Alternative zum herkömmlichen Stahlbeton entwickelt. Statt Stahl werden Kunststoffgitter in den Beton eingelassen. Das Material ist leichter, langlebiger und umweltfreundlicher. Er wird unter anderem bereits zur Instandsetzung von Brücken verwendet. Der Zukunftspreis gehört zu den bedeutendsten Wissenschaftspreisen in Deutschland. Er ist mit 250.000 Euro dotiert. Aktuell entsteht auf dem Campus der TU Dresden das weltweit erste Gebäude aus Carbonbeton. Es soll 2022 fertig gestellt sein.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sachsenspiegel | 29. September 2021 | 19:00 Uhr