#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 29. November

1970: Erster "Tatort"

Im NDR wird 1970 die erste Folge der Krimiserie "Tatort" ausgestrahlt. In "Taxi nach Leipzig" debütiert Walter Richter als Kommissar Trimmel. Als Gegenentwurf zum "Tatort" startet im DDR-Fernsehen ein halbes Jahr später, im Sommer 1971, der "Polizeiruf 110". Heute ist die Krimi-Reihe für viele Menschen Kult.

Gedreht wurde damals in Hannover, doch der Stoff - mitten im Kalten Krieg - war ein grenzüberschreitender Fall: Ein Amtshilfeersuchen des DDR-Generalstaatsanwaltes an die Ermittlungsbehörden der Bundesrepublik, nachdem ein toter Junge in westdeutscher Kleidung auf einem Rastplatz der Transitautobahn nahe Leipzig gefunden wird. Der Auftakt legt damit zugleich den Grundstein für den Markenkern des "Tatorts" und wohl auch sein Erfolgsrezept: Das Aufgreifen aktueller politisch-sozialer Themen, verpackt in ein eingängiges Krimi-Format und das alles zur Primetime. Durchschnittlich neun Millionen Zuschauer verfolgen jeden Sonntagabend ab 20:15 Uhr im Ersten die neueste Folge aus wechselnden Städten.

Die Filmszene aus der ersten «Tatort»-Folge «Taxi nach Leipzig» (ARD) zeigt Hauptkommissar Paul Trimmel (Walter Richter, r), der von Erich Landsberger (Paul Albert Krumm) mit der Pistole bedroht wird (undatierte Filmszene).
Die Filmszene aus der ersten "Tatort"-Folge "Taxi nach Leipzig" zeigt Hauptkommissar Paul Trimmel (Walter Richter, r), der von Erich Landsberger (Paul Albert Krumm) mit der Pistole bedroht wird. Bildrechte: picture alliance/dpa/NDR

1971: Aldi-Gründer entführt

Aldi-Mitgründer Theo Albrecht wird 1971 entführt. Nach 17 Tagen Gefangenschaft kommt der damals 49-jährige Multimillionär gegen ein Lösegeld von sieben Millionen Mark am 16. Dezember 1971 frei. Die Täter werden später gefasst. Es ist einer der spektakulärsten Kriminalfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute Theo Albrecht das Aldi-Imperium in Essen zusammen mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Karl auf.

Theo Albrecht, Aldi Gründer, 1971
"Ich habe die Hoffnung nie aufgegeben", sagt der Essener Aldi-Mitbegründer Theo Albrecht am 18. Dezember 1971 in dem ersten Presseinterview rund 24 Stunden nach seiner Rückkehr.  Bildrechte: dpa

2016: Neuer Schutzmantel für Tschernobyl

Der 1986 zerstörte Atomreaktor in Tschernobyl bekommt 2016 eine neue Schutzhülle. Das 100 Meter hohe und 36.000 Tonnen schwere Stahlgehäuse soll den Austritt von radioaktiver Strahlung verhindern und hundert Jahre lang halten. Es wurde zuvor auf Schienen über den alten brüchigen Sarkophag geschoben. An den Kosten von 1,5 Milliarden Euro hatten sich 45 Länder beteiligt.

Das Unglück hatte sich am 26. April 1986 ereignet, als es im Reaktor 4 des ukrainischen Atomkraftwerkes Tschernobyl zu einer Explosion gekommen und der Reaktorkern geschmolzen war. Die radioaktive Wolke hatte große Gebiete in Belarus, der Ukraine und Russland verstrahlt. Wolken hatten Radioaktivität auch nach Westeuropa getragen.

Tschernobyl - 30 Jahre nach dem Reaktorunglück (160424) -- CHERNOBYL, April 24, 2016
Auf Spezialschienen wird 2016 die mehr als 36.000 Tonnen schwere Konstruktion langsam zu dem etwa 330 Meter entfernten Reaktor geschoben. Bildrechte: IMAGO / Xinhua

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 26. April 2021 | 21:45 Uhr