#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 10. August

1989: Fluglinie von Frankfurt nach Leipzig gestartet

Am 10. August 1989 landete die Boeing 737-300 des Lufthansa-Fluges LH6010 am Leipziger Flughafen. Der Flug markierte den Beginn der ersten regelmäßigen deutsch-deutschen Fluglinie seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Es verkehrten von nun an jeden Montag und Donnerstag Lufthansa-Flüge von Frankfurt am Main nach Leipzig. Im Gegenzug flog die DDR-Fluggesellschaft Interflug zweimal die Woche von Leipzig nach Düsseldorf. Ganz ohne Umwege kamen die Lufthansa-Maschinen jedoch nicht in der Messestadt an: Die Boeings mussten über die Tschechoslowakei fliegen. Passagierflugzeuge durften die deutsch-deutsche Grenze aufgrund alliierter Vorbehaltsrechte zunächst noch nicht überfliegen. Die Flugstrecke betrug deshalb 700 und nicht 310 Kilometer. Ab dem 10. März 1990 entfiel auch diese Hürde und es konnten tatsächliche Direktflüge zwischen beiden deutschen Staaten stattfinden.

1990: Schicht im Kupferschacht bei Sangerhausen

Am 10. August 1990 endete für die Bergleute im Mansfelder Revier bei Sangerhausen die letzte Schicht in den Kupferschächten. 3.500 Bergmänner wurden entlassen und erhielten ihren Lohn noch bis Ende September. Seit 1947 waren insgesamt 45.000 Bergleute im Mansfelder Revier beschäftigt gewesen. Auf einer Fläche von mehr als 16 Quadratkilometern war dort das Kupfer abgebaut worden. 1992 und 1993 wurden die früheren Grubenfelder geflutet.

Das Mansfelder Revier mit seinen Schachtanlagen "Thomas Münzer" und "Bernard Koenen" war zu DDR-Zeiten der wichtigste Standort zur Gewinnung und Verarbeitung von Kupfer und Silber gewesen. Die Schächte waren Teile des VEB Mansfeld Kombinat Wilhelm Pieck. Bis zu 15.000 Tonnen Kupfer und 80 Tonnen Silber förderten die Bergleute hier jährlich in bis zu 500 Metern Tiefe. Allerdings war schon vor 1990 der Kupferbergbau in der Region nicht rentabel gewesen. Aufgrund von Devisenknappheit betrieb die DDR jedoch den Kupferabbau mit Hilfe von staatlichen Subventionen weiterhin im eigenen Land.

2011: Forderung nach Umweltschutz fürs Grüne Band

Anlässlich des 50. Jahrestages des Mauerbaus forderten Naturschützer, das Grüne Band zum nationalen Naturmonument zu erklären. Die ökologischer Erhaltung des Grenzstreifens sei der beste Weg, um an Teilung und Wiedervereinigung zu erinnern, begründete der BUND seine Forderung. Beim Grünen Band handelt es sich um den Grüngürtel entlang der früheren innerdeutschen Grenze, der sich auf fast 1.400 Kilometer erstreckt. Das Grüne Band ist heute das größte deutsche Naturschutzprojekt. 85 Prozent des Gebietes gelten als noch intakter Naturraum und knapp 30 Prozent des früheren Grenzstreifens stehen unter Naturschutz.

Benannt wurde das Grüne Band im Dezember 1989, als sich rund 400 Naturschützer aus der DDR im bayerischen Hof trafen. Das gesamte Grüne Band als Naturschutzgebiet auszuweisen, erwies sich jedoch als schwierig: Der Bund verwaltete das Gebiet, Eigentumsfragen waren ungeklärt und bis heute können nur Länder Naturschutzgebiete ausweisen. Über die Jahre hatten die Forderungen der Naturschützer dennoch Erfolg: 2018 wies Thüringen das Grüne Band als Naturmonument aus, 2019 folgte Sachsen-Anhalt.

Blick über Wald, Felder und eine Stadt aus Vogelperspektive. 1 min
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Auf dem ehemaligen Todesstreifen der innerdeutschen Grenze blühen Orchideen. Wir zeigen atemberaubende Luftaufnahmen vom "Grünen Band" an der thüringisch-fränkischen Grenze.

MDR FERNSEHEN Di 05.11.2019 21:00Uhr 01:25 min

https://www.mdr.de/entdecke/video-grabfeld-gruenes-band-drohne100.html

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