#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 21. August

1944: Grundlagen für UNO geschaffen

Vom 21. August bis zum 7. Oktober 1944 kamen Staatsvertreter von USA, China, Großbritannien und Sowjetunion in Dumbarton Oaks bei Washington D.C. zusammen, um die Charta der Vereinten Nationen (UNO) zu erarbeiten. Sie entwarfen zudem die Idee für grundlegende Institutionen der UNO. Dazu gehörten der Sicherheitsrat, das Sekretariat und der internationale Gerichtshof. Nachdem US-Präsident Roosevelt und der britische Premierminister Winston Churchill 1942 die Atlantik-Charta unterzeichnet hatten, schlossen sich 26 Länder als "United Nations" zusammen. Das offizielle Gründungsdatum der UNO ist der 26. Juni 1945. Am 18. September 1973 wurden nach jahrelangen Verhandlungen auch die DDR und die Bundesrepublik in die UNO aufgenommen.

Joseph C. Hrew, Stanley Hornbeck, Sir Alexander Cadogan, Dr. Wallington Koo, Lord Haltfazer, Edward R. Stettinius und Gen. Stanley Embick, 1944
Pause für Diplomaten: Delegierte aus den USA, Großbritannien und China picknicken gemeinsam am Rande der Konferenz von Dumbarton Oaks 1944. Bildrechte: IMAGO / ZUMA/Keystone

1989: Letzter Toter an der österreichisch-ungarischen Grenze

Das letzte Opfer des Eisernen Vorhangs starb am 21. August 1989 an der österreichisch-ungarischen Grenze. Kurt-Werner Schulz war zusammen mit seiner Ehefrau Gundula Schafitel aus der DDR nach Ungarn gereist, um von dort aus in den Westen zu fliehen. Ein erster Fluchtversuch mit einem Trabi über das ungarische Sopron am 20. August scheiterte. Die Familie beschloss daraufhin, nahe dem österreichischen Lutzmannsburg die Grenze zu Fuß zu überqueren. Ihnen gelang es tatsächlich, die Grenze zu passieren. Doch bereits wenige Meter auf österreichischem Gebiet wurde Schulz von der Kugel eines ungarischen Grenzsoldaten tödlich getroffen.

Bereits im Mai 1989 hatte die ungarische Staatsführung mit dem Abbau seiner Grenzanlagen begonnen. Dennoch erhielten Grenzsoldaten weiterhin den Befehl, auf Flüchtlinge zu schießen. Gundula Schafitel erhielt kurz darauf die offizielle Erlaubnis, nach Österreich ausreisen zu dürfen. In der Nacht vom 10. auf den 11. September öffnete Ungarn schließlich komplett seine Grenzen und ließ alle DDR-Bürger im Land in den Westen ausreisen.

Am 21. August 1989 wird Kurt Werner Schulze bei der Flucht mit der Familie über die ungarisch-österreichische Grenze erschossen. Seine Frau schildert die schreckliche Nacht. 3 min
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Am 21. August 1989 wird Kurt-Werner Schulz bei der Flucht mit der Familie über die ungarisch-österreichische Grenze erschossen. Seine Frau schildert die schreckliche Nacht.

Mi 02.11.1994 01:05Uhr 03:00 min

https://www.mdr.de/geschichte/stoebern/damals/grenze-ungarn-ddr-flucht-todesopfer100.html

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2015: Ausschreitungen in Heidenau

Am späten Nachmittag des 21. August 2015 fanden sich etwa 1.000 Menschen in der Kleinstadt Heidenau bei Dresden zusammen, um gegen eine neu eröffnete Flüchtlingsunterkunft zu protestieren. Zu den fremdenfeindlichen waren Neonazis und Rechtsradikale extra angereist. Der NPD-Stadtrat Rico Rentzsch hatte zum Protest gegen die Einrichtung des Notaufnahmelagers aufgerufen. Am Abend eskalierten die Demonstrationen vor der Flüchtlingsunterkunft. Die Demonstrierenden attackierten Polizeikräfte und Journalisten mit Böllerflaschen und Steinen. In derselben Nacht kamen Flüchtlinge in Heidenau an, die nur unter Polizeischutz ihr Quartier in einem früheren Baumarkt beziehen konnten. Auch in der Nacht darauf kam es zu Krawallen. Bereits im Juni 2015 hatte es ähnliche Attacken gegen Flüchtlinge in Freital und Dresden gegeben.