#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 22. Juni

2017: Schlager- und Countrystar Gunter Gabriel gestorben

Am 22. Juni 2017 stirbt Gunter Gabriel (bürgerlich: Günter Caspelherr) an den Folgen Treppensturzes. Bei dem Sturz hatte er sich den ersten Halswirbel verletzt und musste mehrfach operriert werden. Er wird am 23. Juli 2017 in der Ostsee vor Travemünde im engen Familienkreis seebestattet.

Gabriel war zeit seines Lebens als Sänger, Komponist und Produzent bekannt. Sein erster eigener Hit war der 1974 erschienene Fernfahrersong "Er ist ein Kerl (der 30-Tonner Diesel)". Mit "Hey Boss, ich brauch' mehr Geld" oder "Komm unter meine Decke", gehört der Sänger zu den erfolgreichsten Interpreten der 70er-Jahre. Auch schrieb er Hits für andere Künstler und Künstlerinnen, wie etwa für Juliane Werding ("Wenn du denkst, du denkst") oder Frank Zander ("Ich trink auf dein Wohl, Marie").

2004: Dresdner Frauenkirche gekrönt

Am 22. Juni 2004 wird die Dresdner Frauenkirche gekrönt - mit einer 28 Tonnen schweren Turmhaube samt vergoldetem Kreuz. Damit ist das Wahrzeichen Dresdens nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zumindest äußerlich wieder vollständig aufgebaut.

2001: Höhere Renten für Opfer des SED-Regimes beschlossen

Am 22. Juni 2001 stimmt der Bundesrat für eine Erhöhung der Rente für Opfer des SED-Regimes. DDR-Verfolgte können somit beantragen, dass ihre Renten neu festgestellt werden. Bedingung ist, dass ihre Verfolgungszeiten anerkannt sind und die Rente vor dem 1. September 2001 beginnt. Mit der Gesetzesänderung sollen sich die Rentenbezüge der Opfer mindestens an den besten Einkommen orientieren, die sie in den letzten drei Jahren in der DDR ohne Verfolgung bezogen hätten. In der Neuregelung sind auch die zu DDR-Zeiten politisch verfolgten Schüler und Schülerinnen berücksichtigt.

1994: Russland unterzeichnet NATO-Initiative "Partnerschaft für den Frieden"

Am 22. Juni 1994 unterzeichnet der Außenminister der Russischen Föderation, Andrej Kosyrew, in Brüssel das NATO-Rahmendokument der "Partnerschaft für den Frieden" (englisch: Partnership for Peace (PfP)). Durch diese Partnerschaft soll militärische Zusammenarbeit zwischen der NATO und zwanzig europäischen sowie asiatischen Staaten, die keine NATO-Mitglieder sind, entstehen. Meist handelt es sich dabei um gemeinsame Manöver und die Berücksichtigung des NATO-Standards bei der Beschaffung militärischer Geräte. Die Unterzeichnung soll die internationalen Beziehungen stärken und den Frieden erhalten. 21 Staaten aus Ost- und Südosteuropa, dem Südkaukasus, Zentralasien und Westeuropa sind heute Teil des PfP, darunter die sechs westeuropäischen Länder Schweiz, Österreich, Finnland, Irland, Schweden und Malta. Seitdem treten immer wieder Staaten der NATO bei. Die Osterweiterung der NATO wird für Russland zusehends zum Disskussionspunkt der europäischen Sicherheit. Im Jahre 1997 beschließen die NATO-Staaten, die Bedenken Russlands bezüglich der Osterweiterung aufzugreifen, geben der russischen Regierung aber kein Vetorecht. Seit der ersten Osterweiterung 1999 ist das Verhältnis zwischen der NATO und Russland zusehends belastet.

1974: DDR schlägt Bundesrepublik in der WM

"Sparwasser, Sparwasser, Tooor!" Am 22. Juni 1947 besiegt die DDR in einem Vorrundenspiel den späteren Fußball-Weltmeister Bundesrepublik mit 1:0. Torschütze ist der Magdeburger Jürgen Sparwasser. Eine ostdeutsche Fußballlegende ist geboren. Es ist das einzige deutsch-deutsche Fußballduell der WM-Geschichte.

1941: Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion

Am 22. Juni 1941 überfällt die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Hitlers "Unternehmen Barbarossa" ist der Beginn eines Vernichtungskrieges. Die Sowjetunion beklagt im Zweiten Weltkrieg mit rund 27 Millionen Toten so viele Opfer wie kein anderes Land.

Soldaten der Waffen SS-Division Totenkopf im Juni 1941 in der Sowjetunion
Soldaten der Waffen SS-Division Totenkopf im Juni 1941 in der Sowjetunion Bildrechte: imago images/KHARBINE-TAPABOR

1933: SPD von Nazis verboten

Am 22. Juni 1933 verbieten die Nazis die SPD als "volks- und staatsfeindliche Organisation". Es ist ein weiterer Schritt Hitlers zur Diktatur. Viele Sozialdemokraten werden verhaftet, ermordet oder in Konzentrationslager gesteckt. Im Exil lebt die Partei fort.