#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 6. August

1961: Wostok 2 umkreist die Erde

Um 8:57 Uhr Ortszeit hob der sowjetische Kosmonaut German Titow 1961 vom Kosmodrom in Baikonur ab. Nach Juri Gagarin sollte Titow den zweiten Raumflug eines Menschen ins All antreten. Titow allerdings sollte die Erde nicht nur einmal, sondern innerhalb von 24 Stunden sogar 18 Mal umrunden. Der Weltraumflug verlief ohne große Zwischenfälle. Titow war es möglich, Filmaufnahmen aus seiner Kapsel zu machen, die er kurzzeitig sogar selbst steuerte. Er leite nach 17 Erdumrundungen den Landeanflug ein. Anschließendt dem Schleudersitz die Kapsel und landete mit seinem Fallschirm bei Kransy Kut. Die Raumkapsel verglühte in der Erdumlaufbahn. Bis 2021 war Titow der jüngste Mensch, der jemals die Erde umkreiste. Sein Weltraumflug bewies, dass ein Mensch längere Zeit in der Schwerelosigkeit überleben konnte als bisher angenommen.

Der Kosmonaut German Titov
Der Kosmonaut German Titow während seines Flugs in der Raumkapsel auf der Mission Wostok 2 Bildrechte: dpa

1991: Weltweit erste Webseite geht online

Im Auftrag der Forschungsorganisation CERN erstellte der Physiker Tim Berners-Lee die erste Webseite. Am 6. August 1991 ging sie online. Noch heute ist eine Nachbildung aufrufbar: Ihr Inhalt beschreibt die Erstellung und die Sichtbarkeit von Webseiten im World Wide Web. Lee hatte für CERN die Grundlagen des World Wide Web erarbeitet. In den Anfangsjahren sollte das Internet vor allem den Informationsaustausch zwischen Forschungseinrichtungen über lange Distanzen hinweg vereinfachen. Grundsteine des WWW sind bis heute die Auszeichnungssprache HTML (deren Inhalte eine Webseite strukturiert), das Transferprotokoll HTTP, das die Übertragung von Dateien im Internet koordiniert) die URL, (die das Auffinden dieser Daten ermöglicht), sowie ein Webbrowser (der die fertigen Internetseiten darstellt). Seit dem 30. April 1993 ist das Internet öffentlich für alle zugänglich. Berners-Lee ist heute Professor am Massachusetts Institute of Technology.

2004: Letzter Politbüro-Prozess geht zu Ende

15 Jahre nach dem Mauerfall endete der letzte Prozess, in dem Angehörige des früheren DDR-Politbüros für die Mauertoten verantwortlich gemacht wurden. Am 6. August 2004 wurden Hans-Joachim Böhme und Siegfried Lorenz vom Berliner Landgericht wegen Beihilfe zum mehrfachem Mord zu einer 15-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Böhme war früherer SED-Bezirkschef in Halle gewesen, Lorenz hatte das gleiche Amt in Karl-Marx-Stadt bekleidet. Laut Gericht hätten die Angeklagten als Angehörige des Politbüros einschreiten müssen, um Beschlüsse wie den Schießbefehl an der Mauer zu verhindern. Am 9. November 2004 legte die Strafverfolgung die Prozesse um die Mauertoten schließlich ad acta. Die letzten angeklagten Grenzsoldaten wurden der Beihilfe zum Mord für schuldig befunden.

Der erste Mauerschützenprozess begann bereits im September 1991. Vier Grenzsoldaten waren angeklagt, den letzten Mauerflüchtling Chris Gueffroy, erschossen zu haben. 1992 stand sogar Erich Honecker mit anderen Mitgliedern des Nationalen Verteidigungsrates vor Gericht. Wegen Honeckers schlechtem Gesundheitszustand wurde der Prozess eingestellt, Honecker ging im Januar 1993 ins chilenische Exil.