#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 19. April

2016: Ex-Pegida-Chef Lutz Bachmann vor Gericht

Am 19. April 2016 steht Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann in Dresden vor Gericht. Der Vorwurf: Volksverhetzung. Auf Facebook soll Bachmann zwei Jahre zuvor Flüchtlinge als "Gelumpe" und "Viehzeug" bezeichnet haben. Damit habe er die Menschenwürde verletzt und den Hass gegen Flüchtlinge angestachelt. Bachmann streitet ab, Urheber des Posts zu sein. Der bereits vorbestrafte Bachmann wird zu einer Strafzahlung von 9.600 Euro verurteilt.

2011: Reiner Haseloff wird Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt

Am 19. April 2011 wird Reiner Haseloff (CDU) ins Amt des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt gewählt. Von 67 Abgeordneten der CDU/SPD-Koalition stimmen 57 für ihn. Seine politische Karriere beginnt er 1990 als Vize-Landrat von Wittenberg und Mitglied des CDU-Landesvorstands. Haseloff wird 2016 und 2021 wiedergewählt.

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, nimmt an einer Pressekonferenz nach einem Treffen des Bundesministers mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt teil.
Reiner Haseloff (CDU) im März 2022. Bildrechte: dpa

1999: Eröffnungssitzung des Deutschen Bundestages im Berliner Reichstagsgebäude  

Am 19. April 1999 findet die Eröffnungssitzung des Deutschen Bundestages im Berliner Reichstagsgebäude statt. Nach der Wiedervereinigung steht der neu konstituierte Bundestag vor der entscheidenden Frage: Bonn oder Berlin? Das Abgeordnetenhaus in Bonn würde auf die Dauer zu klein werden. Außerdem hat der Einigungsvertrag festgelegt: "Hauptstadt Deutschlands ist Berlin. Die Frage des Sitzes von Parlament und Regierung wird nach Herstellung der Einheit Deutschlands entschieden." Die "Hauptstadtfrage" wird 1991 von Politik und Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Nach einer zehnstündigen Debatte im Juni 1991 stimmen 320 von 338 Abgeordneten dafür, dass der Sitz von Parlament und Regierung künftig in Berlin sein soll. Doch das Reichstagsgebäude muss zunächst saniert werden, so kann der Deutsche Bundestag dort seine erste Sitzung erst am 19. April 1999 halten.

Gregor Gysi, im Interview 1 min
Bildrechte: DRA
1 min

Fr 16.04.2021 15:26Uhr 01:02 min

https://www.mdr.de/geschichte/stoebern/video-510002.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

1977: Manfred Krug stellt Ausreiseantrag

Am 19. April 1977 stellt der Schauspieler, Schriftsteller und Sänger Manfred Krug einen Antrag auf Ausreise aus der DDR. Der 1937 geborene Krug ist bis zu seiner Ausreise einer der bedeutendsten DDR-Künstler. Da er 1976 den offenen Brief gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann mitunterschreibt, fällt er bei der SED in Ungnade: Er bekommt keine Rollenangebote mehr und Konzerte wurden grundlos abgesagt. So entscheidet er sich Anfang des Jahres 1977 dafür, die DDR zu verlassen. Nachdem der Antrag schnell bewilligt wird, reist Krug am 20. Juni 1977 mit seiner Familie aus. Er stirbt am 21. Oktober 2016 im Alter von 79 Jahren.

1971: Sowjetunion schickt Saljut1 auf die Erdumlaufbahn

Am 19. April 1971 startet im Weltraumzentrum Baikonur in Kasachstan die Raumstation Saljut1. Sie soll die erste bemannte Raumstation im Weltall werden. Doch die Mission missglückt und die sowjetischen Kosmonauten müssen unverrichteter Dinge wieder zurückkehren. Durch die überstürzte Entwicklung des Saljut-Programms im "Wettlauf zum All" sind Fehler quasi vorprogrammiert. Geräte an der Raumstation können nicht in Betrieb genommen werden, die Bordcomputer arbeiten selten störungsfrei. 15 Jahre später startet dann das erste Modul der sowjetischen Raumstation "Mir". Mehr als 15 Jahre lang und 86.000 Mal umkreist die "Mir" die Erde. Die Erkenntnisse, die man dort gewann, waren grundlegend für die später gebaute Internationale Raumstation ISS.

1943: Aufstand im Warschauer Ghetto beginnt

Am 19. April 1943 marschieren SS-Truppen in das jüdische Ghetto in Warschau ein. Die deutschen Truppen sollen das Ghetto räumen und die Bewohner deportieren. Doch diese haben sich Waffen organisiert und stellen sich den deutschen Truppen entgegen. Trotz weniger Chancen kämpfen die Bewohner bis zur Niederschlagung des Aufstands vier Wochen lang. Für die Überlebenden ist der Aufstand als Symbol der Selbstbehauptung und des bewaffneten Widerstands von großer Bedeutung.