Wie korrupt ist Osteuropa?

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Osteuropa

Geldverschwendung in Osteuropa

Der Deutsche Steuerzahlerbund hat im Herbst sein Schwarzbuch vorgelegt. Öffentliche Gelder werden nicht nur hierzulande verschwendet. Das klappt auch bei unseren östlichen Nachbarn ganz gut, wie unsere Beispiele zeigen.

Viktor Orbán besichtigt Schmalspur-Eisenbahn in Felcsút
30. April 2016 im ungarischen Felcsut: Großer Rummel für einen kleinen Bahnhof. Einem Herzensprojekt von Ministerpräsident Orbán. Bildrechte: IMAGO
Neue Schmalspur-Eisenbahn im Geburtsdorf von Ministerpraesident Viktor Orban.
Viktor Orbán weiht an diesem Tag einen Bummelzug ein, der 5,8 km von Orbáns Heimatort Felcsut bis zu einem Park im Nachbarort fährt. Die niedliche Bahn gilt als eines der größten Geldverschwendungsobjekte Ungarns. Der Bau wurde größtenteils mit EU-Mitteln finanziert: Zwei Millionen Euro kamen aus Brüssel, eine halbe Million legte die ungarische Regierung noch mal drauf. Bildrechte: IMAGO
Hatvan Ungarn Steuerverschwendung
Die sieht ziemlich anspruchsvoll aus! Eigentlich hätte man in Hatvan nur eine Fahrradbrücke gebraucht. Stattdessen ließen die Stadtväter einen Fahrrad-Abenteuer-Parcours bauen, und auch die Brücke verläuft aus unerfindlichen Gründen im Zick-Zack. Das Ganze kostete über eine Milliarde Forint (rund 3,3 Mio. Euro). Bezahlt aus EU-Töpfen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
OP-Saal
Für Rumänen muss dieses Missmanagement wie eine Farce klingen: Das Gesundheitssystem ist chronisch unterfinanziert. EU-Gelder spielen hier eine wichtige Rolle. Generell werden fast zwei Drittel der öffentlichen Investitionen in Rumänien damit finanziert. Jedoch wurde mehrfach die Auszahlung von EU-Geldern auf Eis gelegt, nachdem es immer wieder Betrugsfälle damit gegeben hatte. Bildrechte: MDR/Annett Müller
Viktor Orbán besichtigt Schmalspur-Eisenbahn in Felcsút
30. April 2016 im ungarischen Felcsut: Großer Rummel für einen kleinen Bahnhof. Einem Herzensprojekt von Ministerpräsident Orbán. Bildrechte: IMAGO
Ein Mann sitzt in der Felcsut Bimmelbahn.
Hatte die ungarische Regierung vor dem Bau behauptet, die Bahn würde zwischen 2.500 und 7.000 Passagiere pro Tag transportieren, fuhren 2016 tatsächlich im Schnitt nur rund 30 Menschen täglich mit Orbáns Bimmelbahn.  Bildrechte: IMAGO
Stationszimmer
Der rumänische Rechnungshof monierte im Mai 2016, dass gerade im rumänischen Gesundheitssystem Steuergelder und Krankenkassenbeiträge en masse verschwendet würden. Hospitäler würden undurchsichtige Aufträge vergeben und hätten aberwitzige Bestellungen gemacht. Vielerorts liege die originalverpackte Apparatur auch jetzt noch in Krankenhaus-Korridoren, Hinterhöfen oder in diversen Abstellräumen herum, ohne je in Betrieb genommen, geschweige denn benutzt worden zu sein, so das Fazit des Rechnungshofes. Durch die fragwürdigen Akquisen seien damals mindestens 13 Millionen Euro verschleudert worden. Das Bild zeigt ein Krankenzimmer im Kreiskrankenhaus Calarasi. Dort stand monatelang eine teure Apparatur (links) am Bett, funktionsfähig war sie nicht. Es fehlte ein winziges Ersatzteil. Bildrechte: MDR/Annett Müller
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MDR Aktuell | 10.02.2017 | 17:45 Uhr