Die Schlösser des Sozialismus Ceausescus "Casa Poporului"

Der ehemalige Präsidentenpalast Ceausescus in Bukarest
Er ist das größte Gebäude Europas und das nach dem Pentagon zweitgrößte der Welt - der "Palatul Parlamentului" (Parlamentspalast) in Bukarest. Bildrechte: MDR/Annett Müller
Der ehemalige Präsidentenpalast Ceausescus in Bukarest
Er ist das größte Gebäude Europas und das nach dem Pentagon zweitgrößte der Welt - der "Palatul Parlamentului" (Parlamentspalast) in Bukarest. Bildrechte: MDR/Annett Müller
Nicolae Ceausescu
"Ich brauche etwas Großes, etwas sehr Großes, das zeigt, was wir bereits erreicht haben", beschwor Nicolae Ceausescu seine Getreuen Anfang der 1970er-Jahre. Er wollte sich als Führer, als "Conducator" gerieren und sich eine säkulare Kathedrale schaffen, einen Monumentalbau, der noch in Jahrhunderten an ihn erinnern würde. 1983 war es dann soweit: Die Arbeiten im Zentrum der rumänischen Hauptstadt begannen. Grundsteinlegung war am 25. Juni 1984. Bildrechte: IMAGO
Ein Haus in Bukarest wird abgerissen.
Zuvor musste freilich Baufreiheit geschaffen werden - für das Schloss selbst sowie für Aufmarschplätze und breite Alleen, die rund herum entstehen sollten. Sprengkommandos und Baumaschinen beseitigten Häuser, Kirchen, Synagogen und Teile eines berühmten Klosters im altehrwürdigen Uranusviertel, gelegen am südlichen Rand des Bukarester Zentrums. Durch den Abriss verschwand die ungeliebte bourgeoise Bausubstanz samt ihren Bewohnern. Die Erinnerung an das alte Bukarester Bürgertum konnte ausgelöscht werden. Bildrechte: MDR/Annett Müller
Blick in den Theatersaal des früheren Ceausescu-Palasts
Auch einen Theatersaal hatte Ceausescu in seinem Palast haben wollen. Bildrechte: Annett Müller-Heinze/MDR
Eine große Marmortreppe im Parlamentspalast in Bukarest
Die Böden und Treppen sind aus Marmor. Das gesamte Baumaterial wurde aus Rumänien zusammengeholt. Bildrechte: IMAGO
Der ehemalige Präsidentenpalast Ceausescus in Bukarest
20.000 Arbeiter schufteten sechs Jahre lang im Drei-Schicht-System auf der Baustelle, die zur nationalen Angelegenheit erklärt worden war. Ceausescu kam jeden Samstag vorbei. Immer musste im Laufe der Woche etwas Neues entstanden sein: eine Treppe, ein Raum, ein Saal. Bildrechte: MDR/Annett Müller
Ein Zimmer mit Marmor, historischen Möbeln und dickem Teppich im Parlamentspalast in Bukarest
1.000 Zimmer befinden sich in dem Palast. Im größten Saal würden zwei Fußballfelder Platz finden. Die Deckenhöhe: neun Meter. Entweder ist man überwältigt oder fühlt sich verloren. Bildrechte: IMAGO
Nicolae Ceausescu (Staatspräsident Rumänien) in Bukarest. 1989
Den Prunk seines Schlosses hat Ceausescu nie genießen können. Er hat nie in ihm residiert. Als der Diktator im Dezember 1989 fluchtartig die Hauptstadt Bukarest verließ, war der Bau noch nicht gänzlich fertiggestellt. Bildrechte: imago/Milestone Media
Nicolae und Elena Ceausescu
Zwei Tage nach seiner Flucht - am 25. Dezember 1989 - wurde Ceausescu gemeinsam mit seiner Frau Elena zum Tode verurteilt und hingerichtet. Bildrechte: dpa
Der ehemalige Präsidentenpalast Ceausescus in Bukarest
Im Mai 1991 beschloss die Regierung, dass der Volkspalast "planmäßig" fertiggestellt und für "soziale Zwecke" genutzt werden würde. Als er drei Jahre später offiziell eröffnet wurde, war von "sozialen Zwecken" keine Rede mehr. Stattdessen zogen beide Kammern des rumänischen Parlaments – Senat und Abgeordnetenhaus - in den Volkspalast ein. Der Unterhalt des Palastes verschlingt große Summen. (Über dieses Thema berichtete der MDR auch im: TV | 18.04.2017 | 21:15 Uhr) Bildrechte: MDR/Annett Müller
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