Polen: Sejm bleibt besetzt Menschen mit Behinderung protestieren weiter im Parlament

Behinderte und deren Betreuer kampieren auf den Fluren des polnischen Parlaments.
Seit dem 18. April besetzen Eltern mit ihren behinderten Kindern das polnische Parlament und übernachten auf dem Fußboden. Bildrechte: Iwona Hartwich
Behinderte und deren Betreuer kampieren auf den Fluren des polnischen Parlaments.
Seit dem 18. April besetzen Eltern mit ihren behinderten Kindern das polnische Parlament und übernachten auf dem Fußboden. Bildrechte: Iwona Hartwich
Auf einem Aufsteller dokumentieren sie den Verlauf ihres Protests.
Sie wollen das Gebäude erst dann verlassen, wenn ihre Forderungen nach mehr staatlicher Unterstützung gehört werden. Konkret demonstrieren sie für einen Zuschuss von umgerechnet etwa 120 Euro pro Monat - zusätzlich zur Sozialrente und der Pflegebeihilfe von zusammen derzeit etwas mehr als 210 Euro. Bildrechte: Iwona Hartwich
Iwona Hartwich und ihre Mitstreiter informieren die Presse regelmäßig über die Verhandlungen mit der Regierung, die bisher keine Ergebnisse gebracht haben.
"Dann wären die behinderten Menschen immer noch am Existenzminimum, aber immerhin. Es würde für ein bescheidenes Leben reichen. Dann müssten viele auch nicht mehr in Heimen leben, sondern kämen alleine klar", so die Sprecherin der Protestierenden Iwona Hartwich. Ihr Sohn Kuba sitzt im Rollstuhl (im Bild rechts neben ihr). Bildrechte: Iwona Hartwich
Iwona Hartwich organisiert den Protest und zeigt während einer Pressekonferenz ein Video von früheren Regierungsversprechen, die bisher nicht eingelöst wurden.
Hartwich organisiert Proteste und hält die Journalisten täglich auf dem Laufenden. Während der Pressekonferenz zeigt Hartwich ein Video von früheren Regierungsversprechen, die bisher nicht eingelöst wurden. Bildrechte: Iwona Hartwich
Polen kämpfen für die Rechte von Behinderten.
Auch draußen auf den Straßen demonstrieren Eltern mit ihren gehandicapten Kindern für mehr Hilfe. Am 12. Mai nahmen sie beim "Marsch für die Freiheit" in Warschau teil. Ein Massenprotest gegen die Politik der regierenden national-konservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS). Bildrechte: Marta Bogdanowicz/ Spacerowiczka
Polen kämpfen für die Rechte von Behinderten.
"Gehandicapt sind wir durch Zufall - Diskriminiert werden wir aber von der Regierung", steht auf diesem Plakat. Bildrechte: Marta Bogdanowicz/ Spacerowiczka
Behinderte protestieren in Sejm.
Bisher liefen Kompromissvorschläge von beiden Seiten ins Leere. Bildrechte: Katarzyna Pierzchala
Behinderte protestieren in Sejm.
Schon 2009 protestierten die Eltern mit ihren Kindern im Sejm. "Damals standen die PiS-Politiker Schulter an Schulter mit uns. Und jetzt, wo sie an der Macht sind, wollen sie davon nichts mehr wissen und wollen nicht helfen", so Hartwich. Bildrechte: Katarzyna Pierzchala
Behinderte protestieren in Sejm.
Einen ersten kleinen Erfolg konnten sie mit ihren bisherigen Protesten verbuchen: Die Sozialrente wird ab September angehoben - auf umgerechnet knapp 250 Euro. Ihre Forderung nach einem monatlichen Pflegezuschuss bleibt. (Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell auch im TV: 27. 05. 2018, 17:45 Uhr.) Bildrechte: Katarzyna Pierzchala
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