Sehenswert Zehn Architektur-Highlights in Sachsen, die einen Besuch wert sind

In Sachsen gibt es viele imposante Bauwerke, wie den Ufa-Kristallpalast in Dresden, die Albrechtsburg Meißen oder die Göltzschtalbrücke im Vogtland, die das ganze Jahr über zum Staunen einladen und einen Besuch wert sind. Hier eine Auswahl von zehn Tipps.

Haus Schminke Löbau
Das Haus Schminke in Löbau Bildrechte: Stiftung Haus Schminke / Ralf Ganter

Das Haus Schminke in Löbau

Das Haus Schminke in Löbau gilt als eines der vier wichtigsten Wohnhäuser der Klassischen Moderne weltweit. Charlotte und Fritz Schminke hatten klare Anforderungen an ihr Eigenheim, als sie 1930 den Architekten Hans Scharoun mit dessen Planung beauftragten. Es sollte ein modernes Haus für zwei Eltern und vier Kinder und gelegentlich ein bis zwei Gäste sein. Zudem sollte es Arbeiten und Wohnen vereinen sowie Technik und Natur versöhnen. Charlotte und Fritz Schminke wünschten sich ein Haus, dass ihnen ein geschütztes, aber auch freies Leben in familiärer Gemeinschaft bietet und das leicht zu bewirtschaften war. Das Ergebnis ist eine Villa, die ebenso extravagant wie funktionell ist.

Weitere Informationen Adresse:
Stiftung Haus Schminke
Kirschallee 1b
02708 Löbau

Öffnungszeiten:
Donnerstag bis Sonntag

Führungen durch das Haus müssen coronabedingt vorab online gebucht Termin werden. Die Plätze sind begrenzt.


Neue Synagoge Chemnitz

Chemnitzer Synagoge
Die Neue Synagoge in Chemnitz Bildrechte: dpa

Die Neue Synagoge in Chemnitz wurde 2002 eröffnet. Sie entstand in Nachfolge der Synagoge am Stephansplatz, die in der Pogromnacht vom 9. November 1938 zerstört wurde. Der Bau besteht aus drei Volumen: Der eigentliche Kirchenraum für 300 Menschen ist eine nach unten konisch zulaufende Ellipse und von einem Glasdach überspannt. Das Gebäude ist von zwei Flachbauten umrahmt. Der Entwurf des Gotteshauses stammte vom Architekten Alfred Jacoby aus Frankfurt am Main. Die Stadt Chemnitz hatte ihn 1998 damit beauftragt.

Weitere Informationen Adresse:
Stollberger Str. 28,
09119 Chemnitz

Öffnungszeiten:
Freitag bis Dienstag, 9 bis 17 Uhr


Der Kaßberg in Chemnitz

Gründerzeit- und Jugendstilviertel in Chemnitz DRU/Sachsen
Das Gründerzeit- und Jugendstilviertel in Chemnitz Bildrechte: imago images/Rainer Weisflog

Der Chemnitzer Stadtteil Kaßberg ist eins der größten zusammenhängenden Gründerzeit- und Jugendstilviertel Europas. Das Viertel liegt westlich der Innenstadt auf einer Anhöhe über dem Fluss Chemnitz und dem Kappelbach. Der Kaßberg mit seinen breiten, von Bäumen gesäumten Straßen und beeindruckenden Fassaden wurde vorwiegend für den Mittelstand, Beamte und Kleinbürger angelegt. Sein Grundriss ist rasterförmig.

Die Bebauung des Kaßbergs begann Mitte des 19. Jahrhunderts und erfolgte in drei Phasen: Die erste Phase von 1860 bis 1914 war geprägt von Blockrandbebauung und prächtigen Fassaden des Historismus. Auch die zweite Phase nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte in Blockrandbauweise – zu Beginn der 1920er zunächst mit einzelnen Wohnhäusern, später entstanden große Wohnhöfe. Die dritte Bauphase begann in den 1950er-Jahren mit dem Weiteraufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäude. Mit einem Wandel der städtebaulichen Planung in den 1960ern hielt die Zeilenbebauung Einzug am Kaßberg. Seit 1990 wurden vor allem die Bausubstanz saniert und Lücken bebaut.

Wer heute über den Kaßberg spaziert, kann in die 150-jährige Baugeschichte eintauchen.


Niemeyer-Kugel in Leipzig

Die neue Niemeyer Sphere ist an das Dampfkesselhaus auf dem Gelände des Kranbauers Kirow in Leipzig gebaut.
Die Niemeyer Sphere ist an das Dampfkesselhaus auf dem Gelände des Kranbauers Kirow in Leipzig gebaut. Bildrechte: Margret Hoppe

Die Niemeyer-Sphere, auch Niemeyer-Kugel genannt, ist ein futuristisches Werk im Leipziger Stadtteil Neulindenau. Dort ist die dreigeschossige Kugel an einer backsteinernen Industriehalle der Kirow-Werke angebracht und wirkt, als würde sie lediglich an der oberen Hausecke andocken. Durch ein ausgeklügeltes Beleuchtungssystem scheint sie im Dunkeln gar zu schweben. Sie hat einen Durchmesser von zwölf Metern und besteht aus einer Hülle von Sichtbeton und zwei harmonisch gerundeten Fensterbereichen, die wiederum aus 144 dreieckigen Einzelscheiben bestehen. Sie können in Gänze, aber auch einzeln, binnen weniger Sekunden abgedunkelt werden.

Die Niemeyer-Kugel ist der letzte realisierte Entwurf des brasilianischen Architekten Oscar Niemeyers, bevor er 2012 im Alter von 104 Jahren starb. Gebaut wurde sie 2017 bis 2020 von Jair Valera, Niemeyers langjährige rechte Hand aus Rio de Janeiro, zusammen mit dem Harald-Kern-Architekturatelier aus Leipzig. Sie beherbergt ein Restaurant und eine Lounge inklusive Zugang zur benachbarten Dachterrasse. Laut Konzept soll sie hauptsächlich für private Feiern genutzt werden.

Weitere Informationen Adresse:
Niemeyerstraße 2-5
04179 Leipzig


Museum der bildenden Künste Leipzig

Außenansicht des Museums der bildenden Künste Leipzig.
Das Museum der bildenden Künste in Leipzig Bildrechte: MDR/Bertram Kober

Der gläserne Kubus des MdbK Leipzig, mitten in der Innenstadt, überragt mit seiner Höhe von 36 Metern die Gebäude in seiner Umgebung. Die Höfe und Terrassen öffnen das Museum zur Stadt hin und greifen das Prinzip der Leipziger Passagen auf. Im Inneren dominieren Glas, Muschelkalk, Sichtbeton und Eichenholz. Das Gebäude wurde nach Plänen der Berliner Architekten Karl Hufnagel, Peter Pütz und Michael Rafaelian realisiert.

Weitere Informationen Adresse: 
Katharinenstraße 10, 04109 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Donnerstag, 10 bis 18 Uhr,
Montags geschlossen


Ufa-Kristallpalast Dresden

Ufa -oder auch Kristallpalast Dresden. Architekt: Coop Himmelblau Bauzeit: 1996-98 Dresden Sachsen
Der Ufa-Kristallpalast in Dresden Bildrechte: imago images/Sylvio Dittrich

Der Ufa-Kristallpalast in Dresden ist ein spektakuläres Beispiel neuester Architektur. Erbaut wurde es 1997/1998 als Erweiterung des Rundkinos, auch wenn beide Kinos heute nicht mehr zusammengehören. Das konstruktivistische Gebäude besteht aus einem asymmetrischen Bau aus Sichtbeton an den sich großes Stahlskelett von Glas umschlossenes Stahlskelett anschließt. Dieser Teil erinnert an einen Kristall und ist für den umgangssprachlichen Namen des Kinos verantwortlich.  

Entworfen wurde der Kristallpalast vom Wiener Architektenbüro Coop Himmelb(l)au. Es war zunächst äußert umstritten wegen seiner außergewöhnlichen konstruktivistischen Formen.  

Weitere Informationen Adresse:
St. Petersburger Straße 24a
01069 Dresden


Militärhistorisches Museum der Bundeswehr in Dresden

Blick auf das Militärhistorische Museum in Dresden
Das Militärhistorische Museum in Dresden Bildrechte: dpa

Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in der Dresdener Albertstadt ist eines der größten militärhistorischen Museen in Europa. Sein Neubau – geplant vom amerikanischen Architekten Daniel Libeskind – ist zugleich erstes und größtes Exponat. Wie ein Keil durchschneidet es das historische Hauptarsenal in zwei Hälften. Der Neubau wird zum Zeichen von Krieg und Schmerz und zum symbolischen Verweis für die Zerstörung und des Wiederaufbaus Dresdens: So ist die Spitze des Keils auf die Abwurfstelle der ersten Markierungsbomben gerichtet. Die Fläche des Keils entspricht dem Umriss der zerstörten Fläche im Stadtgebiet.

Weitere Informationen Adresse: 
Olbrichtplatz 2
01099 Dresden

Öffnungszeiten:
täglich 10 bis 18 Uhr


Gläserne Manufaktur in Dresden

Gläserne Manufaktur Die Gläserne Manufaktur in Dresden ist eine von drei Produktionsstätten der Volkswagen Sachsen GmbH.
Gläserne Manufaktur in Dresden Bildrechte: imago images/Sylvio Dittrich

Die Gläserne Manufaktur ist eine Produktionsstätte von Volkswagen in Dresden. Errichtet wurde sie nicht in einem Industriegebiet vor den Toren der Stadt, sondern im Herzen der Stadt, direkt neben dem Großen Garten. Der Bau besteht aus geraden und organischen Formen. Die offene, transparente Architektur macht die Produktion sichtbar und soll den Automobilbau zu einem Ereignis machen. Für die transparente Fassade wurden 27.500 Quadratmeter Glas verbaut. Verantwortlich für den Entwurf war das Architekturbüro Henn aus Berlin. Im Dezember 2001 wurde die Gläserne Manufaktur eröffnet.

Weitere Informationen Adresse:
Lennéstraße 1
01069 Dresden

Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag, 9 bis 17 Uhr
Sonntag, 10 bis 17 Uhr

Es gibt einen barrierefreien Zutritt zu allen Stationen der Besucherführung.


Die Göltzschtalbrücke im Vogtland

Göltzschtalbrücke
Göltzschtalbrücke Bildrechte: IMAGO / Sylvio Dittrich

Sie gilt als größte Eisenbahn-Ziegelbrücke der Welt und ist das Wahrzeichen des Vogtlands: die Göltzschtalbrücke. Ihr Bau wurde im Zuge des Baus der Eisenbahnlinie Leipzig-Nürnberg in den Jahren 1846 bis 1851 beschlossen. Entworfen wurde die Brücke von Johann Andreas Schubert. Nachdem ein deutschlandweit ausgelobter Wettbewerb 1845 zu keinen Ergebnis kam, weil keiner der Vorschläge die statische Sicherheit nachweisen konnte, legte der Leiter der Prüfungskommission selbst Hand an. Die 1851 fertiggestellte Ziegelstein-Brücke hat eine Höhe von 78 Metern und ist 574 Meter lang. Lediglich für die Fundamente, Pfeilerschäfte und Tragebögen wurde Naturstein genutzt. 

Weitere Informationen Adresse:
Brückenstraße
08491 Reichenbach/Vogtland, OT Netzschkau


Albrechtsburg in Meißen

Die Albrechtsburg in Meißen ist eines der bekanntesten spätgotischen Architekturdenkmäler. Sie entstand zwischen 1471 und 1524 und gilt als der erste Schlossbau Deutschlands. Bereits im Jahr 929 entstand auf einem Felsen über dem Elbtal eine hölzerne, später eine steinerne Festung. Arnold von Westfalen baute sie schließlich im Auftrag der in Sachsen regierenden Brüder Ernst und Albrecht von Wettin zum Schloss um.

Aufgrund der steilen Hanglage führt das Kellergeschoss über zwei Etagen, gefolgt von Erdgeschoss und drei weiteren Etagen. Architektonische Neuheit waren damals die Lichtführung durch sogenannte Vorhangbogenfenster sowie die im ganzen Schloss eingesetzten Zellengewölbe. Eine Treppe aus geschwungenen Stufen – der Große Wendelstein – gilt als Meisterwerk des Treppenbaus.

Weitere Informationen Adresse:
Domplatz 1
01662 Meißen

Öffnungezeiten:
täglich 10 bis 18 Uhr

Mehr zum Thema Architektur

Bannewitz 4 min
Bildrechte: IMAGO

Mehr Ausflugsziele in Sachsen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 25. Juni 2021 | 12:10 Uhr

Abonnieren

Kultur

Katrin Schumacher mit Audio
MDR Literaturexpertin Katrin Schumacher reist nach Brünn und Prag, um wichtige tschechische Autoren im Vorfeld der Leipziger Buchmesse zu treffen. Bildrechte: MDR/Uwe Mann, honorarfrei