Ausflugstipps Romantik des Verfalls: Burgruinen in Sachsen-Anhalt entdecken

Sie suchen romantische Inspirationen à la Caspar David Friedrich, alle Museen sind aber geschlossen? Gehen Sie an die Originalorte! Zwischen Harz und Mansfelder Land finden sich wundervoll-verfallene Gemäuer wie die Burgruinen Regenstein, Bornstedt oder Königsburg. Ein Stück Wald für Spaziergänge in der Natur ist auch meist nicht weit.

Ruine Arnstein
Ruine der Burg Arnstein im Mansfelder Land Bildrechte: Paul Bertrams

Burgruine Regenstein bei Blankenburg (Harz)

Ritter wieder zum Leben erwecken, das geht in der Ruine Regenstein – zumindest mit ein wenig Phantasie. Denn: Eine Sage behauptet, dass die Burg im Jahr 479 von einem Ritter errichtet wurde. Die beeindruckte Ruine liegt auf einer Sandsteinformation und lädt zum Entdecken und Verweilen ein. Wer davon noch nicht genug hat, kann auf den zahlreichen Wanderwegen im Harz bei Blankenburg die Natur entdecken sowie die sogenannte "Teufelsmauer". Tolle Wanderrouten rund um die Burgruine gibt es hier.

Aktuell ist ein Besuch der gesamten Anlage mit negativem Corona-Test möglich. Ein anerkannter Selbsttest kann vor Ort erworben und angewendet werden. Insofern dieser negativ ausfällt, darf das Burggelände betreten werden.

Öffnungszeiten April bis Oktober:
täglich von 10 bis 18 Uhr
November bis März:
mittwochs bis sonntags 10 bis 16 Uhr

Parkplatz: unterhalb des Regensteins

Burgruinen Stecklenburg und Lauenburg im Harz

Westlich von Bad Suderode, bei Stecklenberg, finden sich mit den Burgruinen Stecklenburg und Lauenburg gleich zwei ihrer Art. Während die Lauenburg im Jahr 1164 erstmals urkundlich erwähnt wurde, schätzt man die Entstehung der Stecklenburg auf das Hochmittelalter. Hier sind heute noch Reste der Wallanlage und des Bergfrieds zu finden.

Die Burgruine Stecklenburg steht mitten im Wald.
Die Burgruine Stecklenburg steht mitten im Wald. Bildrechte: dpa

Das Schönste: Von der Stecklenburg zur Lauenburg sind es nur circa 25 Minuten zu Fuß. Auf dem Weg befindet sich nicht nur eine Calciumquelle, sondern auch die Aussichtsplattform "Wolfbergsblick". Wer von der Ruine Lauenburg noch weiterläuft, kann sich in der Nähe die "Wurmbachkaskaden" – einen kleinen natürlichen Wasserfall – anschauen. Wanderschuhe einpacken und los geht's!

Eine Aussichtsplattform ist auf dem westlichen Bergfried der Lauenburg zu sehen.
Die Aussichtsplattform auf dem westlichen Bergfried der Lauenburg Bildrechte: dpa

Burgruine Bornstedt im Mansfelder Land

Burgruine Bornstedt, Mansfelder Land
Die Sage vom Bornstedter Schwein Bildrechte: MDR/Ann-Kathrin Canjé

Die Lutherstadt Eisleben kennen viele – aber haben Sie schon einmal von der "Schweinsburg" mitten im Mansfelder Land gehört? Zu ihrem Namen kommt die alte Burgruine im Dorf Bornstedt durch eine Sage: Ein einziges Schwein habe demnach die Burgbesatzung mit seinem Quieken vor Belagerern gerettet. Im Gemäuer der Ruine erinnert heute noch eine kleine Tafel an das Ereignis.

Die Höhenburg wurde Schätzungen zufolge schon im 8. Jahrhundert in Stadtverzeichnissen erwähnt. Wer sich für die Natur rund um die Ruine interessiert, hier ein Insider-Fakt: Im April/Mai blüht das seltene "Frühlings-Adonisröschen" an der Burg Bornstedt. Im Landkreis sei es laut der Touri-Info Eisleben die einzige Stelle, wo diese Pflanze blüht. Von der Burgruine aus bietet sich ein wunderbarer Blick auf das Mansfelder Land. Bei gutem Wetter lässt sich hier sogar bis zum Kyffhäuser-Gebirge blicken.

Burgruine Bornstedt, Mansfelder Land
Burgruine Bornstedt Bildrechte: MDR/Ann-Kathrin Canjé

Wer Lust auf eine Wanderung hat, kann mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Bahnhof "Blankenheim bei Sangershausen" fahren und über Klosterrode bis zur Burguine vorbei an alten Bauernhäusern in circa 1,5 Stunden laufen. Nicht weit entfernt findet sich außerdem das malerische Landschaftsschutzgebiet Eislebener Stiftsholz. "Holz" meint hier Wald – wird im Mansfeldischen aber als solches bezeichnet. Es zeichnet sich durch eine imposante Fläche an Frühlingsblühern aus.

Wem es mit der Natur reicht, sollte unbedingt noch einen Schlenker ins etwa 15 Minuten entfernte Helbra machen. Für Kinder gibt es auf halber Strecke auch noch einen hübschen Spielplatz in Wimmelsburg. In Helbra angekommen heißt es dann: Glück auf! Bei der Erlebniswelt Kupfer des Fördervereins Schmid-Schacht erleben die Besuchenden "Industriegeschichte zum Staunen und Anfassen". Aktuell geht das zwar nur auf der Freifläche – aber das lohnt sich.

Das Gelände in Helbra kann man bis in den frühen Abend hinein anschauen.

Informationen Wegen der Corona-Pandemie haben die Innenräume nur eingeschränkt geöffnet. Bis auf weiteres ist ein Besuch nur noch auf Anfrage der Mailadresse schacht@erlebnisweltkupfer.de möglich. Kleingruppen kann unter Beachtung der Hygiene-Regeln eine Führung angeboten werden.

Burgruine Bornstedt, Mansfelder Land
Industriegeschichte zum Anfassen Bildrechte: MDR/Ann-Kathrin Canjé

Das "Burgruinen-Dreieck" im Mansfelder Land

Fast in Form eines Dreiecks liegen diese Burgruinen voneinander entfernt und lassen sich am besten mit dem Rad oder Auto erkunden. Von der Ruine Burgörner ist nur der Turm übriggeblieben. Dieser ist über das Friedhofsgelände zu erreichen. Die Burgruine Arnstein liegt nicht weit entfernt. Die Brug ging im 12. Jahrhundert aus einer frühmittelalterlichen Befestigungsanlage hervor und ist noch sehr gut erhalten.

Ruine der Burg Arnstein
Burg Arnstein Bildrechte: imago/imagebroker

Im nahegelegenen Walbeck gibt es außerdem noch einen Tierpark sowie die Walbecker Klosterteiche, die vor etwa tausend Jahren, im Jahr 1017 angelegt wurden. Das Schloss Mansfeld ist ebenfalls eine Reise wert. Zwar lässt es sich aktuell nicht von innen besuchen, aber die Ruinen der ehemaligen Festung Mansfeld sind von außen zu betrachten. Wer gleich in Hettstedt bleiben will, kann sich dort auch noch den Bergfried der Wasserburg Hettstedt anschauen. Burgruinen-Dreieck-Deluxe!

Ruine Königsburg

Königshütter Wasserfall
Der Königshütter Wasserfall im Landkreis Harz Bildrechte: dpa

Die Königsburg-Ruine im Harz – fast könnten es die Überbleibsel von Hagrids Hütte sein (Harry-Potter-Fans wissen Bescheid). Schätzungen zufolge wurde sie Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrhunderts erbaut. Zwischen der "kalten" und der "warmen" Bode ist sie zwar nicht ganz unproblematisch zu erreichen, aber der Aufstieg lohnt sich. Die Ruine des Bergfrieds, die Wallanlage und Fragmente der Burgmauern sind noch zu sehen. Von hier kann man außerdem auf den Ort Königshütte blicken. Insider-Tipp: Ein guter Startpunkt für den Aufstieg zur Ruine ist der Parkplatz an der Landstraße in Richtung Tanne. Wer nach dem Aufstieg noch Kraft hat, kann anschließend zum Königshütter Wasserfall weiterwandern, der sich in Nähe des Nationalparks Harz befindet.

Burgruine Königsburg
Die Burgruine Königsburg befindet sich auf rund 460m Höhe. Bildrechte: Bernd Stendal

Burgruine Weferlingen

Im 12. Jahrhundert errichtet, war die Burg Weferlingen eine Sumpfburg und durch ein doppeltes Grabensystem sowie ihre Burgmauer eine sichere Festung. Bis zum Jahr 2021 fanden umfassende Sanierungsarbeiten statt. Die Ruine liegt an der Grenze zu Niedersachsen, nahe des Bartenlebener Forstes. Aktuell ist die Burgruine geöffnet, nur der Bergfried kann nicht besichtigt werden. Alle, die Sachsen-Anhalt nur mal einen Tag lang auf dem Rad verlassen wollen, führt der Aller-Radweg nach Niedersachsen.

Burgruine Weferlingen
Burgruine Weferlingen Bildrechte: Stadt Oebisfelde-Weferlingen

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 07. Mai 2021 | 07:40 Uhr

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MDR Literaturexpertin Katrin Schumacher reist nach Brünn und Prag, um wichtige tschechische Autoren im Vorfeld der Leipziger Buchmesse zu treffen. Bildrechte: MDR/Uwe Mann, honorarfrei