
Disco-Revival Disco 2.0: Neue Konzepte für Clubs und Partys
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12. August 2024, 10:29 Uhr
Die 80er-Jahre sind zurück! Ob im Design, in der Popkultur oder Musik. Künstler*innen wie The Weekend, Dua Lipa, Miley Cyrus oder Harry Styles feiern mit 80s-Pop-inspiriertem Sound Riesenerfolge. Der Dresdner DJ und Produzent Purple Disco Machine hat sogar den Grammy gewonnen. Aber nach der Corona-Pandemie müssen viele Clubs kreativ sein, um die Leute wieder auf die Tanzfläche zu locken. Diese neuen Konzepte sollen dabei helfen. Ein Überblick über Veranstaltungen in Leipzig, Magdeburg, Jena, Zwickau und Wittenberg:
Fit am Morgen: Mama geht tanzen
Junge Eltern haben es oft nicht leicht. Ab den frühen Morgenstunden will das Kind versorgt werden, zwischen Fläschchen machen, Wickeln, Spielen und Terminen kommt die Zeit für die Erwachsenen oft zu kurz. Besonders häufig sind es die Mütter, die sich um die Kleinen kümmern. Durchfeierte Nächte und verkaterte Sonntage passen nicht in einen solchen Alltag. Das wissen auch die Erfinderinnen der Party "Mama geht Tanzen".
Einfach mal wieder rausgehen, mal wieder Tanzen gehen – das haben sich zwei junge Mütter aus dem Ruhrgebiet gedacht und ein besonderes Konzept entworfen: Was, wenn die Party nicht mitten in der Nacht startet, sondern zu einer Zeit, die auch für Mamas passt? Gesagt, getan. Ab 18 Uhr steht die Tanzfläche bei den Mama-Partys offen. Dann wird 180 Minuten lang gefeiert, so dass alle Tanzmäuse pünktlich um 22:30 Uhr ins Bett gehen können und fit für den nächsten Tag sind. "Mama geht Tanzen" ist eine deutschlandweite Partyreihe mit wechselnden Locations.
Flashback: 2000er- und 2010er-Partys
Die logische Weiterentwicklung der 80er- und 90er-Partys: Was verbindet schließlich eine Generation mehr, als die Musik, mit der man aufgewachsen ist? Damals dominierten Künstlerinnen und Künstler wie Eminem, Beyoncé, Usher und Rihanna die Playlists. Hits wie "Toxic", "Lose Yourself", "Crazy in Love" und "Yeah!" locken auf Partys die Menschen auf die Tanzflächen.
Auch Modetrends wie bauchfreie Tops, tief sitzende Hosen, Trucker Caps und Sportbekleidung dürfen hier gerne wiederbelebt werden. Manche Partygäste haben vielleicht sogar noch die alte Digitalkamera dabei, um die Erlebnisse Jahrzehnte-gerecht festzuhalten.
Divers feiern: FLINTA-Partys
FLINTA, das steht für Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen.
Zu lange haben Männer die DJ-Pulte bevölkert und dabei häufig mehr Musik von männlichen Künstlern gespielt. FLINTA-Partys wollen die DJ-Pulte diverser besetzen und die Lautsprecher an den Tanzflächen mit Klängen ertönen lassen, die von anderen FLINTAS geschrieben, produziert und gesungen worden sind. Sexismus ist hier fehl am Platz. Dafür darf ausgiebig getanzt werden zu Musik, die in männerdominierten Diskos viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat. Die Veranstaltungen sind für alle zugänglich und sollen ein sicherer Ort für alle Party-Gäste und insbesondere FLINTA*s und die LGBTQ+ Community sein.
Trashig: Rollschuh-Disco
Bunte Lichter, beleuchtete Schilder und eine riesige Discokugel an der Decke sind die Grundlage für jede Rollschuh-Disco. Und natürlich die Rollschuhe! Eine große, glatte Rollschuhbahn ersetzt die Tanzfläche.
Zugegeben, nicht jeder ist ein Naturtalent auf vier Rollen, aber hier gibt es viel zu sehen: Einige Gäste sind wahre Akrobaten, die mühelos Drehungen hinlegen oder kleine Sprünge versuchen. Andere unternehmen ihre ersten, zaghaften Schritte auf den Rollschuhen. Hier geht es in erster Linie um Spaß, bunte Klamotten und das Gemeinschaftsgefühl. Denn das Rollschuhfahren verbindet und unterhält die ganze Partygesellschaft.
Evergreen: Single-Partys
Tinder, Bumble, Hinge und Co. sollen es leicht machen, passende Singles in der Nähe zu finden. Aber Online-Dating ist nicht jedermanns Sache und mal ehrlich: Wo bleibt da das Kribbeln, das einsetzt, wenn man eine interessante Person in der Disco gesichtet hat und sich mutig auf den Weg zu ihr macht, um sie anzusprechen?
Um Singles beim Ansprechen zu helfen, haben sich Partyveranstaltende verschiedene Konzepte ausgedacht. Einige bestimmen den Persönlichkeitstyp der Gäste und matchen sie mit anderen passenden Person. Kleine Spiele helfen dabei, den ersten Schritt einfacher zu machen. Farbige Bändchen am Handgelenk zeigen an, worauf die Person aus ist (die große Liebe / ein One-Night-Stand / nur hier zum Tanzen). So bleibt das Risiko auf einen Korb etwas überschaubarer.
Für frühe Vögel: Early Disco
Ähnlich wie bei den "Mama geht Tanzen"-Partys hat die Early Disco das Konzept: Wer früher tanzt, kann früher schlafen und ist am nächsten Morgen wieder fit! Denn neben Eltern gibt es auch andere Menschen, die nicht bis mitten in der Nacht feiern und wachbleiben wollen. Eine kleine Auszeit ist trotzdem schön und deshalb beginnt das Nachtleben auf den Early Partys bereits um 20 Uhr.
Hausparty-Feeling: Project X
Eine Party, die alle möglichen Konzepte vereint, ist "Project X". Benannt nach der US-amerikanischen Filmkomödie aus dem Jahr 2012, in der ein unbeliebter Schüler und seine Freunde eine Hausparty veranstalten, die schnell außer Kontrolle gerät. "Die größte Hausparty deiner Region", das ist das Versprechen der "Project X"-Partyreihe. Wer von der Party hört, soll allen Freund*innen Bescheid geben oder sie am besten gleich mitbringen. Ganz im Stil einer Hausparty gibt es vor Ort Bierpong und andere Trinkspiele, eine Videospiel-Ecke mit "Mario Cart"-Turnier und um Mitternacht wird Pizza für den ganzen Club bestellt.
Redaktionelle Bearbeitung: Viktoria Adler
Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Lebensläufe: Purple Disco Machine | 15. August 2024 | 22:40 Uhr