Übersicht Diese Naturkundemuseen gibt es in Sachsen

Wer sich für die Wunder der Natur interessiert, dem sei ein Besuch in einem der vielen Naturkundemuseen in Deutschland empfohlen. Welche Museen es in Sachsen gibt, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Terra Mineralia
Das terra mineralia im Schloss Freudenstein in Freiberg. Bildrechte: Woflgang Thieme

Dresden: Senckenberg Naturhistorische Sammlungen

Die Naturhistorischen Sammlungen Dresden bestehen aus der Naturhistorischen Zentralbibliothek, dem Museum für Tierkunde Dresden und dem Museum für Mineralogie und Geologie Dresden. Beide Museen verfügen allerdings nicht über eigene Ausstellungsflächen.

Die Naturhistorischen Sammlungen Dresden gehören weltweit zu den ältesten naturwissenschaftlichen Museen. Ihre Wurzeln reichen bis in die Kurfürstliche Kunstkammer des 16. Jahrhunderts zurück. Die Sammlungsbestände sind riesig und mittlerweile in Klotzsche untergebracht, ein Großteil kann der Öffentlichkeit daher nur während spezieller Führungen zugänglich gemacht werden.

Sonderausstellungen – häufig Wanderausstellungen der Senckenberg Gesellschaft – werden im Japanischen Palais gezeigt. Bis Mai 2020 heißt es dort "Vielfalt zählt!": Besucherinnen und Besucher können sich auf eine interaktive "Expedition durch die Biodiversität" begeben und viel über Ökosysteme und Klimawandel erfahren. Die Ausstellungen im Japanischen Palais sind leider nicht barrierefrei erreichbar.

Japanisches Palais
Japanisches Palais Bildrechte: dpa

Weitere Informationen Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden
Japanisches Palais
Palaisplatz 11
01097 Dresden

Öffnungszeiten:
Di. - So.: 10 - 18 Uhr
(Montags geschlossen)

Chemnitz: Museum für Naturkunde

Das Chemnitzer Naturkundemusem wurde 1876 gegründet und ist damit das älteste Museum der Stadt. Vor einigen Jahren ist es aus dem Gebäude der Kunstsammlungen am Theaterplatz aus- und ins Kulturkaufhaus TIETZ eingezogen. Besucherinnen und Besucher können dort das Chemnitztal erleben, wie es vor 290 Millionen Jahren ausgesehen hat. Zu diesem Zeitpunkt war die Region eine tropische Oase - bis ein Vulkanausbruch sie zerstörte, dem ein eigener, multimedialer Teil der Dauerausstellung gewidmet ist. Der Ausbruch ist nämlich Grund dafür, dass man noch heute weiß, wie Flora und Fauna der Umgebung um Chemnitz vor Millionen von Jahren beschaffen waren. In der Lava eingeschlossen haben sich zahlreiche Fossilien erhalten, die jetzt die Grundlage der Chemnitzer Sammlung sind. Highlight des Museums und das mit Abstand älteste Fundstück ist der "Versteinerte Wald" – er ist 291 Millionen Jahre alt.

Dinosaurierskelett 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In den Museen Mitteldeutschlands schlummern viele Objekte, die Besucher nur selten oder nie zu sehen bekommen. Zum Beispiel diese fünf Dinosaurierskelette, die im Naturkundemuseum Chemnitz untersucht werden.

Mo 23.12.2019 14:02Uhr 04:54 min

https://www.mdr.de/kultur/videos-und-audios/video-sonstige/video-dinosaurierskelett-chemnitz-hidden-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Über Erdgeschichte hinaus gibt es im Naturkundemuseum Chemnitz auch Lebendiges zu sehen: Seit 40 Jahren unterhält das Museum ein eigenes Insektarium, in dem die Besucherinnen und Besucher Schmetterlinge, Blattschneiderameisen, Vogelspinnen, Krebse, Skorpione und andere Arten aus dem Tierstamm der Gliederfüßler aus nächster Nahe beobachten können.

In den Ferien bietet das Museum besondere Mitmach-Führungen für Schülerinnen und Schüler an, die beispielsweise an einer echten archäologischen Grabung teilnehmen können. Jeden ersten Freitag im Monat ist der Eintritt für alle Besucher kostenfrei.

Weitere Informationen Museum für Naturkunde Chemnitz
Moritzstraße 20
09111 Chemnitz
(Das Museum befindet sich in der 1. Etage des TIETZ)

Öffnungszeiten:
Mo., Di., Do., Fr.: 09 - 17 Uhr
Sa., So. & Feiertage: 10 - 18 Uhr
(Mittwochs geschlossen)

Freiberg: terra mineralia im Schloss Freudenstein

Von Albit bis Zepterquarz – im terra mineralia dreht sich alles um Minerale, Edelsteine und Meteoriten. 3500 Exponate sind seit 2008 in der modernen Ausstellung im alten Gemäuer von Schloss Freudenstein zu sehen. Damit gehört sie zu den umfangreichsten Mineraliensammlungen weltweit. 2004 wurde sie von der Sammlerin Erika Pohl-Ströher gestiftet. Jeder Raum der Dauerausstellung ist einem Kontinent gewidmet. Schritt für Schritt erschließen sich Besucherinnen und Besucher so die bunt funkelnde Welt der Mineralien.

Verwaltet wird das Museum von der Technischen Universität Freiberg. Nachwuchsförderung ist deshalb ein wichtiges Anliegen. Unter der Leitung von Studierenden der TU Freiberg können Schülerinnen und Schüler im Museum an einem Mitmach-Labor teilnehmen. Einmal im Monat trifft sich die Kindergruppe 'Mineralinos' im Museum, um mehr über Minerale und das Sammeln zu lernen. In den Schulferien gibt es außerdem regelmäßige Aktionen, deren Schwerpunkt auf Experimenten und spannenden Erlebnissen liegt: "Willkommen in der Eiszeit!" heißt es zum Beispiel in den Winterferien. Kinder und Jugendliche gehen auf Forschungsreise in die Vergangenheit und erfahren, wie Menschen und Tiere vor 10.000 Jahren lebten.

Die Mineralienaustellung im Schloss Freudenstein ist für Rollstuhlnutzende und Menschen mit Gehbehinderung barrierefrei. Das Museum bietet zudem Führungen für Blinde und Menschen mit Sehbehinderung an. Minerale und Gesteine können dabei nicht nur angefasst, sondern auch gerochen oder erhört werden.

Terra Mineralia
Besucherinnen in den Ausstellungsräumen Bildrechte: Woflgang Thieme

Weitere Informationen Schloss Freudenstein
Schloßplatz 4
09599 Freiberg

Öffnungszeiten:
Mo. - Fr.: 10 - 17 Uhr
Sa. & So.: 10 - 18 Uhr
(auch feiertags)

Görlitz: Senckenberg Museum für Naturkunde

Das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz mit den Schwerpunkten Zoologie, Botanik und Geologie liegt mitten im Zentrum der Stadt. Die Hauptforschungsrichtung liegt auf dem Gebiet der Bodenbiologie. Die Dauerausstellung macht Besucherinnen und Besucher vor allem bekannt mit Tier- und Pflanzenwelt sowie Geologie der Oberlausitz. Daneben gibt es oft auch interessante Sonderausstellungen. Bis Mitte April 2020 stellt das Museum fest: "Alles Schei..." und widmet sich einem Tabuthema: der Bedeutung von Kot für Ökologie, Wirtschaft und Forschung.

Einer der Höhepunkte des Museumsbesuches ist das Vivarium. Auf 100 Quadratmetern leben rund 70 verschiedene Tierarten, unter anderem Seltenheiten wie der Schwarze Süßwasserstechrochen aus Brasilien oder Madagassische Tomatenfrösche.

Das Museum ist sehr auf Kinder ausgerichtet. Regelmäßig findet in Zusammenarbeit mit der Hochschule Zittau/Görlitz die Kinderakademie statt, eine Vorlesungsreihe speziell für 8- bis 12-Jährige. Dort beantworten Forscherinnen und Forscher spannende Fragen wie "Warum ist Blut rot?" oder "Was machen Astronauten auf der Raumstation?"

An jedem ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt ins Museum frei.

Die Spitzkopfnattern fühlen sich sichtlich wohl im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz.
Spitzkopfnattern im Vivarium. Bildrechte: Thomas Lübcke / Senckenberg

Weitere Informationen Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Am Museum 1
02826 Görlitz

Di. - Fr.: 10 - 17 Uhr
Sa., So. & Feiertage: 10 - 18 Uhr
(Montags geschlossen)

Leipzig: Naturkundemuseum

Im Leipziger Naturkundemuseum erwartet die Besucherinnen und Besucher ein Querschnitt durch die Schätze der sächsischen Natur, ihrer Tier- und Pflanzenwelt sowie ihrer geologischen Grundlagen. Funde aus den großen Braunkohletagebauen rund um Leipzig zeigen 50 Millionen Jahre Klimageschichte. Viele ausgestorbene Arten werden präsentiert, so z.B. der Riesenalk, ein flugunfähiger Seevogel, von dem in Leipzig ein Präparat erhalten ist. Das Museum verfügt zudem über eine eigene Präparationswerkstatt und eine große Sammlung von Tierpräparaten.

Auch nach über hundertjährigem Bestehen erfreut sich das Naturkundemuseum noch immer allgemeiner Beliebtheit unter Leipzigern und Besuchern. Das zeigte sich besonders 2010, als dem Museum die Schließung drohte. Beim Stadtrat gingen etwa 50 Petitionen für den Erhalt den Naturkundemuseums ein. Allein die Besucherpetition des Fördervereins wurde von mehr als 23.000 Bürgern unterzeichnet.

In den folgenden Jahren wurden wechselnde Ideen für die weitere Nutzung des aktuellen Hauses sowie verschiedene andere Standorte diskutiert. Ziel des Masterplans ist ein Gebäude ohne Einschränkungen beim Museumsbesuch, größere Ausstellungsflächen, eine Überarbeitung und Modernisierung der Dauerausstellung, ein Museumsshop, ein Café und vieles mehr. Wie die Zukunft aussehen wird, ist in der neuen Leipziger Museumskonzeption beschrieben, die der Stadtrat im Februar 2020 verabschiedet.

Das Naturkundemuseum in Leipzig.
Naturkundemuseum Leipzig Bildrechte: IMAGO

Weitere Informationen Naturkundemuseum Leipzig
Lortzingstraße 3
04105 Leipzig

Öffnungszeiten:
Di. - Fr.: 09 - 18 Uhr
Sa., So. & Feiertage: 09 - 18 Uhr
(Montags geschlossen)

Bad Schandau: NationalparkZentrum Sächsische Schweiz

Das NationalparkZentrum Sächsische Schweiz in Bad Schandau ist kein klassisches Naturkundemuseum, sondern wird von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt betrieben und informiert am Rande des Nationalparks über die Sächsische Schweiz und ihre Naturschätze.

Das Zentrum ist in einem ehemaligen Kino aus den 50er-Jahren untergebracht, was auch in den Aufbau der Ausstellung eingeflossen ist. Es gibt sieben thematische Bühnen, die einzelne Aspekte des Nationalparks beleuchten. Außerdem steht am Ende des Ausstellungsrundgangs ein Film, der die Ziele des Nationalparks für Kinder altersgerecht aufbereitet und ihnen Verhaltensregeln im Umgang mit der Natur erklärt.

Neben der Ausstellung veranstaltet das NationalparkZentrum vor allem Bildungsprogramme und Exkursionen für Kinder und Jugendliche. Dabei heißt es: "Raus ins Gelände!". Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen nicht nur in der Theorie mehr über den Nationalpark Sächsische Schweiz erfahren, sondern ihn auch selbst erkunden.

Affensteine - Sandsteingebirge in der Sächsischen Schweiz
Das NationalparkZentrum bietet auch Exkursionen in die Sächsische Schweiz an. Bildrechte: Colourbox.de

Weitere Informationen NationalparkZentrum Sächsische Schweiz
Dresdner Str. 2b
01814 Bad Schandau

Öffnungszeiten:
Apr. - Okt.:
Mo. - So.: 09 - 18 Uhr

Nov. - Mär.:
Di. - So.: 09 - 17 Uhr
(Montags geschlossen)

Waldenburg: Naturalienkabinett

Die Sammlung des Museums geht auf den Nachlass der Leipziger Apothekerfamilie Linck zurück. Sie enthält Naturalien, Kunstwerke und Kuriositäten, die zum Teil einzigartig sind. Neben Objekten aus dem Naturreich (Mineralogie, Paläontologie, Fisch- und Reptiliensammlung, Chonchilien, Vogel- und Säugetiersammlung, Herbarien) zeigt das Museum astronomische und physikalische Gerätschaften sowie kunsthandwerkliche Exponate aus der Barockzeit. Eine kleine ethnologische Sammlung bildet den Abschluß. Das Naturalienkabinett ist ein "Museum im Museum": Weil die Sammlung in ihrer ursprünglichen, historischen Form erhalten ist, ist sie ein Dokument der Wissenschafts- und Sammlungsgeschichte.

Im Jahr 2019 erhielt das Naturalienkabinett den Sächsischen Museumspreis, weil es sich, so die Jurybegründung, neu erfunden habe, ohne seine alte Identität anzutasten. Das sei ein Kunststück, das nur selten gelänge.

Wegen einer Heizungshavarie in der modernen Begleitausstellung ist seit Januar 2020 nur das Historische Naturalienkabinett zu besichtigen. Die üblichen Ferienprogramme finden daher vorerst nicht statt, ersatzweise werden Führungen angeboten. Die Eintrittspreise wurden reduziert. Wann der Schaden behoben sein wird, ist noch nicht klar.

Weitere Informationen Museum – Naturalienkabinett Waldenburg
Geschwister-Scholl-Platz 1
08396 Waldenburg

Öffnungszeiten:
Okt. - Apr.:
Di. - So. & Feiertage: 10 - 16 Uhr
(Montags geschlossen)

Mai - Sep.:
Di. - Fr.: 10 - 16 Uhr
Sa., So. & Feiertage: 10 - 17 Uhr
(Montags geschlossen)

Kamenz: Museum der Westlausitz

Das Museum der Westlausitz vereint Sammlungen zu Zoologie, Botanik, Archäologie und Kulturgeschichte. Aus der Sicht verschiedener Wissenschaften stellt es die Region und ihre Geschichte vor. Das Museum besteht aus zwei Bereichen: dem Ausstellungshaus "Elementarium" und dem Magazin "Sammelsurium".

Im Elementarium finden Besucherinnen und Besucher in sieben Themenwelten Antworten auf Fragen wie "Wo liegt der Ursprung des Lebens?", "Wann entstand die Erde?" und "Wer besiedelte die Lausitz?" Im Sammelsurium mit seinen mehr als 30.000 Objekten kann man hinter die Kulissen eines Museumsbetriebs schauen und sich damit vertraut machen, wie Forscherinnen und Forscher in wissenschaftlichen Magazinen arbeiten. Regelmäßig bietet das Museum außerdem Projekte und Exkursionen an, wie beispielsweise eine Steinzeit-Werkstatt für Kinder und Jugendliche.

Besucher betrachten im Museum der Westlausitz im ostsächsischen Kamenz den einem Baumarkt nachempfundenen Ausstellungsteil zur Geologie der Lausitz
Blick in den Ausstellungsteil zur Geologie der Lausitz Bildrechte: dpa

Weitere Informationen Elementarium
Pulsnitzer Str. 16
01917 Kamenz

Öffnungszeiten:
Di. - So. & Feiertage: 10 - 18 Uhr
(Montags geschlossen)

Sammelsurium
Macherstraße 140
01917 Kamenz

Öffnungszeiten:
Mo. - Fr.: 08 - 16 Uhr

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